Ausflug mit dem schlauen Steinwald-Fuchs bei Fuchsmühl
Unterwegs im kleinsten Naturpark Bayerns

Freizeit
Fuchsmühl
30.06.2017
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Der im Landkreis Tirschenreuth gelegene Steinwald ist mit rund 25.000 Hektar der kleinste Naturpark Bayerns. Das heißt aber nicht, dass es hier nicht viel zu entdecken gibt. Eine schöne Attraktion, besonders für Familien mit Kindern, ist der Walderlebnispfad Fuchsmühl, der im Schatten bekannter Sehenswürdigkeiten wie Oberpfalzturm, Waldhaus und Burgruine Weißenstein bisweilen übersehen wird.

Gleich hinter der rund 1650 Einwohner zählenden Marktgemeinde Fuchsmühl, nur ein paar hundert Meter von der markanten Wallfahrtskirche entfernt, geht es los (Zufahrt über die Waldstraße ist ausgeschildert, es gibt am Waldrand einen kleinen Parkplatz). Rund ein Dutzend Stationen sind zwischen dem Forsthaus und dem Badeweiher auf einer Länge von rund fünf Kilometern im Wald versteckt. Guckrohre, Drehscheiben, Greifkästen, Klappen und viele andere Dinge ermöglichen es, spielerisch die Tier- und Pflanzenwelt des Steinwalds zu erkunden und Zusammenhänge zu erfahren.

Da ist zum Beispiel ein Wasserspielplatz, an dem die Kinder mit der Schraube des Archimedes selbst das kostbare Nass fördern können. Oder ein Hochstand, von dem aus die Wanderer mit einem Fernglas die Tiere des Waldes entdecken können. Oder ein Tierweitsprung, an dem die lieben Kleinen ihre Sprungkraft mit der vieler Waldbewohner vergleichen können. An einer Vogeluhr erfahren die Wanderer, dass beim morgendlichen Waldkonzert jeder Piepmatz genau wie in einem Orchester seinen Einsatz hat. Ein Labyrinth, Fährtensäulen, ein Summstein und eine Streuobstwiese sind weitere spannende Stationen des mit einem Fuchs ausgeschilderten Erlebnispfads.

Waldbadeweiher mit Teichterrasse

Besonders schön: Wer am Wochenende unterwegs ist, kann bei schönem Wetter den Rundweg mit einer Einkehr auf der kleinen Teichterrasse des Waldbadeweihers verbinden. Dort gibt es einen Kiosk, der von Mai bis Oktober bewirtschaftet wird. Bei Schönwetter locken bei freiem Eintritt zudem auch ein Sonnenbad und eine Abkühlung am beziehungsweise im Naturweiher. Also auch Sonnencreme, Handtuch, Badehose oder Badeanzug usw. in den Rucksack packen und für den ganzen Erlebnispfad genügend Zeit einplanen. Kleiner Tipp für Badefreunde: Es besteht die Möglichkeit, die Tour beim Badeweiher zu beginnen und dort das Auto abzustellen, dann muss man die Badesachen nicht durch den Wald schleppen. Der Parkplatz ist über die Straße nach Güttern erreichbar.

Der Rundweg feiert in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen. Unter der Trägerschaft des Naturparks Steinwald e.V. ist er mit Mitteln aus der Naturparkförderung von der Marktgemeinde Fuchsmühl und dem Forstrevier Fuchsmühl der Stadt Augsburg in den Jahren 2006 bis 2007 als interaktiver Parcours für Groß und Klein rund um das Thema Ökosystem Wald angelegt worden. Die Wegstrecke führt vorbei an interessanten Waldbildern, streift aber genauso Bereiche der offenen Flur.

Vor einiger Zeit wurde der Walderlebnispfad noch um eine weitere Station erweitert, die sich am Markthaus im Ort (mit Naturpark-Infostelle) befindet: das Modul "Kraftwerk Baum", mit dem Forstingenieur Eckhard Deutschländer an einem senkrecht stehenden, elektrifizierten, überdachten Eichenstamm mit einer Solarzelle die Funktionsweise eines Baumes zeigt. In den Stamm eingefräste Leuchtdioden machen auf Knopfdruck den Wasserfluss eines Baumes deutlich.

Wallfahrtskirche Maria Hilf mit den markanten Türmen

Wer nach Fuchsmühl kommt, darf natürlich auf gar keinen Fall einen Besuch der Wallfahrtskirche Maria Hilf mit den markanten Türmen, die irgendwie zu kurz geraten sind, versäumen. Nach einer Legende geht der Bau der 1726 errichteten Kirche auf mehrere göttliche Weisungen und mysteriöse Lichterscheinungen zurück. Zahlreiche Taferln kündigen im Gotteshaus von Gebetserhörungen. Das Gnadenbild zeigt eine Nachbildung des berühmten Wallfahrtsbildes von Lukas Cranach.

Zur Entstehung des Namens Fuchsmühl gibt es zwei Erklärungen. Nach der einen soll sich hier ein Fuchs in eine Mühle verirrt und ein großes Mahlwerk in Bewegung gesetzt haben. Die andere führt den Namen vom Geschlecht derer von Vossenhofen ab.

Infos zur Tour



Anfahrt:Von Weiden aus ist der etwa 38 Kilometer entfernte Ort in etwa einer halben Stunde zu erreichen. Von Amberg aus braucht man für knapp 90 Kilometer über die Autobahn etwa eine Stunde. Aus Nord und Süd über die A 93, Ausfahrt Wiesau/Friedenfels/Fuchsmühl und dann weiter auf der Staatsstraße 2170 nach Fuchsmühl. Aus West und Ost über die B 299 bis Krummennaab und dann die Staatsstraße 2121 bis nach Friedenfels und dann über die ST 2169, die Kreisstraße TIR18 und die ST 2170 nach Fuchsmühl.

Wanderroute: Die Route ist mit einem Fuchs ausgeschildert und etwa fünf Kilometer lang. Die reine Gehzeit beträgt 2-3 Stunden. Besonders praktisch: Es besteht an mehreren Stellen die Möglichkeit, durch Querverbindungen die Tour abzukürzen, so dass man nicht unbedingt die ganze Route gehen muss, sollte sie zu lang werden.

Tipp für Radlfans: Der Lehrpfad lässt sich auch gut mit dem Rad erkunden. Einen schönen Anlass dafür gibt es am Sonntag, 23. Juli, Dann findet zum fünften Mal eine Stern-Radwallfahrt nach Maria Hilf statt. Diese Pilgerfahrt ist 2013 zum 325-jährigen Bestehen der Wallfahrtsstätte ins Leben gerufen worden.
WeitereInfos dazu finden Sie hier.

Einkehrmöglichkeiten:
  • Hotel-Gasthof „Zum Hackelstein“, etwa 500 Meter vom Ortskern entfernt, direkt am Waldrand gelegen, mit Restaurant und Café (Montag Ruhetag, Steinwaldstr. 43, Telefon: 09634/2727).
  • Gasthof „Weißenstein“, direkt an der Ortsdurchfahrt an der MarienstraІe gelegen (Montag Ruhetag, MarienstraІe 10, Telefon 09634/1207).

  • Kiosk am Badeweiher (außerhalb der Ferienzeiten bei schönem Wetter von Donnerstag bis Sonntag ab 11.30 Uhr geЪffnet. Montag, Dienstag und Mittwoch Ruhetag, Telefon 09634/2950 oder Hotline 0800/8030900).
  • „Heidis Kaffeestüberl“ in Herzogöd (Montag, Dienstag und Mittwoch Ruhetag, Herzogöd 6, Telefon 09634/915470, E-Mail gaestehausgreger@gmx.de).

    Infomaterial: Zum Walderlebnispfad gibt bei der Marktgemeindeeinen kostenlosen Flyer. Umfassende Informationen über den Naturpark können im offiziellen Naturparkführer „Natürlich Steinwald“ nachgelesen werden (ISBN 978-3-935719-69-8, erschienen im Buch- und Kunstverlag Oberpfalz der Battenberg-Gietl-Verlagsgruppe, Preis 9,90 Euro).

Die Tour als Download (GPX)



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