30.06.2017 - 16:44 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Feines und Exotisches aus Indien Pfarrer und Kaplan am Kochtopf

Verführerisches aus dem Kokospalmenland kommt in Fuchsmühl auf den Tisch. Pfarrer und Kaplan, die beide aus Indien stammen, kochen für 50 Gäste, die exotische Genüsse schätzen.

Man nehme… Pater Martin (links) hat gut lachen. Die Zubereitung der Joghurtsoße überließ er Pfarrer Joseph, der sich extra für den Abend sein neues Koch-T-shirt mit „Spezial“-Aufdruck übergestreift hatte. „Gott ist in jeder Lebenslage Dein persönlicher Begleiter“, stand auf der Rückseite. „Pater Joseph“ konnte man auf der Vorderseite lesen. Bild: wro
von Werner RoblProfil

(wro) Kerala ist ein rund 39 000 Quadratkilometer großer und rund 33,4 Millionen Einwohner zählender Bundesstaat. Das Kokospalmenland mit seiner Hauptstadt Thiruvananthapuram liegt im Südwesten Indiens an der Malabarküste. Die dichtbewaldete Küstenregion, die gemeinsame Heimat von Pfarrer Joseph und Kaplan Martin, liegt zwar mehrere Tausend Kilometer von der Oberpfalz entfernt. Für ein paar Stunden aber sorgten die vom Subkontinent stammenden Hobby-Küchenchefs mit ihren Kochkünsten dafür, dass wenigstens einen Abend lang ein feiner Hauch davon in ihrer Wahlheimat spürbar wurde. Angeregt hatte das geistlich-kollegiale "Kochduell" der Pfarrgemeinderat mit seiner Sprecherin Christa Müller. Unterstützt wurde die mehr als zweistündige Veranstaltung von der Katholischen Erwachsenenbildung. Die Idee fand großen Anklang. Der Kochabend war eine überaus kurzweilige und lehrreiche Geografie-, Geschichts- und Religionsstunde, auch mit Informationen über Land, Leute, Klima und traditionelles Essen im Heimatland der beliebten Vinzentinergeistlichen.

Verführerischer Curryduft

Geheimnisvolle Rezeptideen aus fernen Regionen, dazu zwei gut gelaunte Priester, nämlich Pfarrer Joseph als Beikoch und Moderator sowie ein stets lächelnder Kaplan Pater Martin als fleißiger Chefkoch, waren der sichere Garant dafür, dass einem bereits beim Hinschauen der Mund wässrig und der Saal mit verführerischem Curryduft erfüllt wurde.

Auf dem Ofen standen Pfannen und Tiegel, auf den Tischen davor frische Früchte: Melonen, Ananas und Weintrauben, aber auch exotische Gewürze, heimisches Gemüse, Joghurt, Frischkäse und Quark. Pfarrer Joseph machte wie gewohnt seine Späße, erzählte frisch von der Leber weg, erläuterte womit der Kochlöffel schwingende Pater Martin gerade beschäftigt war. Gemeinsam wurden Zwiebeln und Ingwerwurzeln zerkleinert. Anschließend ließ Kaplan Martin Butter langsam in der Pfanne schmelzen. Später standen gebratener Reis, indisches Kraut-Curry, gegrillte Hähnchenschenkel mit Joghurtsoße und in Öl gebratenes Pappadam (dünnes Fladenbrot aus Linsenmehl) als Menüfolge auf der wohlklingenden Speisekarte. Fruchtsalat, bei dessen Zubereitung die Gäste tatkräftig helfen durften, wurde als leckerer Nachtisch angeboten. Freilich, für 50 Leute in kurzer Zeit kochen zu müssen, das wäre nicht möglich gewesen. Unterstützt von Bettina Stock und Christa Müller hatte man die gewählte Speisenfolge nachmittags in der Klosterküche bereits vorbereitet. Damit das Servieren schneller ging, entschied man sich für ein heißes Büfett, wo dann jeder anständig zulangen konnte. Pfarrer Joseph nahm sich viel Zeit für seine "Restaurant-Besucher", bis Pater Martin zum Abendbrot bat. "Ihr habt Hunger?", fragte der Seelsorger. "Jetzt dürft ihr essen. Vorher aber wollen wir beten." Der Kochabend machte Lust auf mehr.

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