26.03.2018 - 15:26 Uhr
Fuchsmühl

Fuchsmühler Kinder wagen sich erneut an die szenische Darstellung der Passion Ergreifend und eindrucksvoll

Eine Kirchenbesucherin bemerkt nach dem Palmsonntags-Gottesdienst: "Das war heute mein persönliches Ostererlebnis." Voller Respekt fügt sie noch hinzu: "Mein Kompliment."

Das Kreuz bildet den Mittelpunkt des Epilogs. Aus dem „Bühnenhintergrund“ erklingen Jesu‘ letzte Worte, danach leert sich der Platz. Der gesprochene Epilog erklingt aus dem Off. Bild: wro
von Werner RoblProfil

Beeindruckt und nachdenklich gehen auch viele andere Gläubige nach Hause. Manche waren extra nach Fuchsmühl gekommen, um die besondere Palmsonntagfeier in der Fuchsmühler Kirche mitzuerleben. Für viele ist klar: Im nächsten Jahr kommen wir an diesem Tag wieder in die "Maria Hilf"-Kirche. Der Gottesdienst am Sonntag vor Ostern ist in Fuchsmühl längst kein Geheimtipp mehr, auch wenn er deutlich länger dauert als gewohnt. Bereits seit einigen Jahren beschreitet die Wallfahrtspfarrei "Maria Hilf" einen eigenen Weg der Gottesdienstgestaltung am Palmsonntag. Wie anderswo auch werden in Fuchsmühl Palmbuschen mit farbigen Bändern gebastelt beziehungsweise von der KAB kunstvoll gefertigte Oster-Deko-Artikel zum Kauf angeboten und von Pater Martin anschließend am Jugendheimplatz gesegnet. Mit dabei ist der von Werner Fritsch geleitete Kirchenchor, der beeindruckend schöne Lieder vorträgt. In der Kirche erinnert man an den Einzug Jesu in Jerusalem. Die vorderen Kirchenbänke aber bleiben an diesem Sonntagvormittag frei. Der vordere Bereich ist abgesperrt, damit römische Soldaten, Schriftgelehrte, Leute aus Jerusalem, Apostel und Statthalter Pontius Pilatus dort Platz nehmen können. In der Taufkapelle wartet Jesus.

Fuchsmühl, das wird auch am Palmsonntag deutlich, ist eine Theatergemeinde. Wohl aus diesem Grund bereichert ein eigens für diesen Tag einstudiertes biblisches Stück die Messe. Der Inhalt ist bekannt und beschreibt Leiden und Sterben Jesu. Beginn ist am Ölberg, Ende auf einem Hügel weit draußen vor der Stadt. Die Szenen werden von den Jüngsten der Pfarrei gespielt. Einstudiert hat sie "Passionsspiel-Regisseur" Werner Robl. Hilfe bekommt er von seiner Co-Regisseurin Marina Beer. Fleißige Unterstützer, angeführt von Christa Hilgarth und Andrea Scharf (Kostüme und Requisiten), sorgen sich um den Rest. An der Technik sitzt Mesner Siegfried Stock, der auch die vom Regisseur ausgewählte Musik einspielt. Anders wäre es auch nicht möglich, in nur kurzer Zeit ein Stück auf die Beine zu stellen, dem man nicht anmerkt, dass man nur eine Handvoll Probenstunden zur Verfügung hatte.

Enormer Aufwand

Jesus Christus wird von Maximilian April gespielt, der bereits Erfahrung in der Rolle des Verurteilten sammeln konnte. Einige haben in vergangenen Passionaufführungen bereits mitgewirkt, wieder andere aber sind zum ersten Mal dabei. Die Probentermine waren eng gesteckt; begonnen hatte man im Februar. Die Passion ist trotz der Schlichtheit mit viel Aufwand verbunden.

Ein wenig aufgeregt sind sie schon, gestehen die 18 Buben und Mädchen kurz vor der Aufführung, während noch die Tontechnik angepasst wird. Danach geht's hinaus auf den Jugendheimplatz. Was folgt ist eine Aufführung, die auch von Orgelklängen - gespielt von Hubert Köhler - begleitet wird. Der zweite Teil ist der Musik von Andrew Lloyd Webber vorbehalten.

Keine Frage: Die Texte sitzen. Lediglich eine kurze technische Panne sorgt für eine ungewollte Spielpause, die der Sprecher aus dem Off aber professionell überspielt. Diszipliniert und gut betonend agieren die Kinder bis zum Epilog und begeistern vor großem Publikum. Den Eindruck, den das Stück bei den zahlreichen Gläubigen hinterlassen hat, darf man durchaus als ergreifend und auch aufwühlend bezeichnen.

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