23.04.2018 - 16:50 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Fuchsmühler Theaterleute begeistern mit "Cola, Cash und Kaugummi" Sticheleien und freche Dialoge

Überm Fuchsmühler Waldbadeweiher weht ein Sternenbanner. Der Rathauschef erledigt die Amtsgeschäfte im Biergartenidyll. Und auch ein "Sittlichkeitsverein" wird aktiv. Wer sich fragt, wie das alles zusammenpasst, dem sei gesagt: In Fuchsmühl ist Theaterzeit.

von Werner RoblProfil

"Weißwürste?", zeigt Stefan Sauer (Andreas Müller) auf die neumodische Speisekarte und bedauert: "Die sind leider aus. Ich könnte Ihnen aber Country-Kartoffeln mit Salsa-Peperoni-Dip oder einen Western-Salat mit Spare-Ribs anbieten. Das ist heute das Tagesmenü." Was hier klingt wie der Bestellvorgang in einem Fast-Food-Restaurant, gehört zum Auftakt des Frühjahrstheaters der Fuchsmühler Laienspielgruppe, die sich Bernd Gombolds "Cola, Cash und Kaugummi" angenommen hat.

Kurz zusammengefasst: Die knackig-frechen Dialoge machten es einem leicht, im ausverkauften Jugendheim rund 180 Minuten lang entspannt und gut aufgelegt zu sein. Immer wieder ertappte man die teils weit angereisten Zuschauer - unter ihnen auch der Berchinger Theaterbund-Bezirksvorsitzende Guido Rindt -, wie sie sich Lachtränen fortwischten. Die Frühjahrs- und Herbststücke der Fuchsmühler haben sich längst vom Geheimtipp zum echten "Pflichttermin" für Theaterbegeisterte entwickelt.

Dass dies so ist, verdankt man nicht nur den kecken Bühnenstücken und den Akteuren. "Schuld" ist auch die Pausenbrotzeit, die Manfred Beer zusammen mit seinem Team bereithält. Besonderes Flair verbreitet auch die einfallsreiche Saaldekoration, um die sich Marina Beer und Christina Dostler gemeinsam kümmern. Für die Musik sind die Pechlatt'nfixner Dorfmusikanten zuständig. Vor Ort erarbeitet Markus Böx die passenden G'stanzl.

Zurück zu "Cola, Cash und Kaugummi", das nach einer langen Probenphase am Wochenende Premiere feierte. Den Hauptpart in dem vom Sternenbanner geschmückten Vergnügen (Schlusszitat: "Fuchsmühl und auch Wiesau first") übernehmen zwei Nachbarorte. Sticheleien gehören hier zum Alltag. Der eine Ort rühmt sich Nordgautag-Gemeinde zu sein, den anderen schätzen die Wallfahrer. Erwähnenswert ist auch, dass der Rathauschef und dessen Stellvertreter die Amtsgeschäfte im Biergartenidyll tätigen. Von hier aus lenken sie die Geschicke im hochgelegenen Steinwaldort. Das "Büroleben" unter blauem Himmel, bei Gratisweißbier und Weißwurstfrühstück, droht jedoch in Gefahr zu geraten. Dabei ließen Martin Betz und Werner Robl in den folgenden Akten kaum eine Gelegenheit aus, alle Register ihres Bühnenkönnens zu ziehen. Für den verdienten Applaus bedankte sich auch das dreiköpfige Kleeblatt vom "Sittlichkeitsverein", das ein waches Auge auf die beiden geworfen hatte. Keine Spur von Lampenfieber zeigte Angela Kraus, die ihren Bühneneinstand gab.

Stressfrei

Herzerfrischend arbeitete auch der Rest des weiblichen Sittengespanns: Johanna Thoma, freilich auch Daniela Seidel, die im Cola-Stück keine Gelegenheit auslässt, um auf Männerfang zu gehen. Ergänzt wird das Ensemble vom stressfreien Gemeindearbeiter Riedl (köstlich: Michael Bäumler). "Ausgerechnet Wiesauer", hört man das Rathausduo stöhnen, als genau diese "Wiesauer" Christina Hößl, Thomas Beer und Alexander Derwart ankündigen, dass sie das Nachbar-Nest auf Vordermann bringen möchten. Nicht fehlen durfte auch ein humorvoller Seitenhieb auf einen Rathaus-Oberen, der sich um ein Nordgautag-Ereignis sorgt. Zu nennen sind auch Alexander Schön, der den Ton regelte, und Mirijam Drews, die das Aussehen der Darsteller im Auge behielt. Jungen fleißigen Handwerkern war es zu verdanken, dass eine Bühnen-Freizeitlandschaft entstand, in der sich alle wohl fühlten. "Cola, Cash und Kaugummi" wird am kommenden Samstag, 28. April, und zum letzten Mal am darauffolgenden Sonntag wiederholt. Am Samstag öffnet sich der Vorhang um 19.30 Uhr, am Sonntag bereits um 18.30 Uhr. Karten sind noch bei den Vorverkaufsstellen zum Preis von sieben Euro in der Gemeindeverwaltung Fuchsmühl, in der Raiffeisenbank, aber auch bei der AWO in Mitterteich sowie bei der Stadt Waldershof erhältlich. An der Abendkasse werden acht Euro verlangt.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.