11.10.2017 - 20:00 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Wolfgang Krebs tritt in Güttern auf Watschenbaum im "Gwäxhaus"

Im Gewächshaus der Firma Schinner richtet sich der Blick normalerweise auf Geranien, Rosen und andere Blumen. Doch am Samstag, 14. Oktober, dreht sich alles um einen "Watschenbaum". Diesen bringt Kabarettist Wolfgang Krebs mit. Wir haben ihn befragt, was es damit auf sich hat.

Wolfgang Krebs mal ganz er selbst. Beim Auftritt im "Gwäxhaus" in Güttern schlüpft er in 20 verschiedene Rollen. Bild: exb/Rosenheimer
von Julia BenkhardtProfil

Von Julia Benkhardt

Wenn man die Auftrittsorte des neuen Programms liest, stolpert man zwischen Städten wie München, Würzburg oder Kempten schon fast über Güttern.

Deswegen einmal Hand aufs Herz, Herr Krebs: Haben Sie zuvor schon einmal von Güttern gehört oder waren Sie selbst schon einmal dort?

Wolfgang Krebs: Ich war noch nie in Güttern und freue mich darauf, den Ort kennen zu lernen. Es ist vielleicht gerade momentan so, dass ich in großen Orten spiele, aber ich bin überwiegend auf dem Land und auch in kleinen Gasthäusern zu finden, weil ich große Städte nicht mag. Viele Veranstalter schätzen es, dass ich einer bin, der auch noch in den kleinen Orten spielt.

Ihr Auftritt in Güttern findet ja im Gewächshaus einer Gärtnerei statt. Sind Sie bereits einmal in einem Gewächshaus aufgetreten? Oder ist das für Sie eine Premiere?

Ich war tatsächlich schon einmal in einem Gewächshaus, und zwar zur 20-Jahr-Feier einer großen Gärtnerei. Das gehört einem Freund von mir und der hat mich gebeten, bei ihm eine Festrede zu halten.

Nach der Bundestagswahl steht nun eine "Jamaika-Koalition" im Raum. Arbeiten Sie bereits an neuen Figuren, denen Sie Ihre Stimme verleihen möchten?

Ich bin für alles offen. Aber jetzt müssen wir ja erst mal sehen, ob die Koalition überhaupt zu arbeiten beginnt. Momentan streiten sich die Abgeordneten ja medienwirksam, wo sie sitzen wollen. Als hätte man nichts Wichtigeres zu tun.

Man sagt den Oberpfälzern ja nach, dass es länger dauert, bis man sie für sich gewinnen kann. Haben Sie als Allgäuer sich diesbezüglich schon Gedanken für Ihre Show gemacht?

Ich habe die Oberpfälzer immer als ein sehr fröhliches Volk kennengelernt, die gerne in meinem Programm auch lachen. Darum geht es nämlich. Es wird sehr viel gelacht. Wer es schafft, im Allgäu Menschen zum Lachen zu bringen, der kann das überall, sagen meine Kollegen aus den anderen Regionen immer. Aber ich bin ja auch kein gebürtiger Allgäuer, ich lebe nur da. Vielleicht ist es auch der Grund, warum ich so oft unterwegs bin.

Herr Krebs, in Ihrem neuen Programm wird im Rahmen einer Gala ein neugeschaffener Preis verliehen, der "Watschenbaum". Der Name klingt so, als ob man sich nicht darum reißen würde.

In der Tat. Wir drehen die Oscar-Verleihung um und präsentieren Kandidaten, die in der Vergangenheit etwas besonders Dummes getan oder gesagt haben. Das müssen nicht unbedingt Politiker sein, das kann auch andere Menschen betreffen, die geistig arbeiten. Oder Fußballer, Showstars, Würdenträger und andere Bedeutungshuber.

Zum wievielten Mal wird denn nun bereits der "Watschenbaum" verliehen?

Ich trete im Jahr circa 150 Mal mit der "Watschenbaum"-Gala auf und letztes Jahr im November war die Premiere. Also circa zum 150. Mal wird er verliehen. Aber mein Programm hat sich in der Zwischenzeit mindestens genauso oft geändert, weil ja ständig etwas Neues passiert.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Jeden Tag liest man in der Zeitung Äußerungen von Menschen, die damit ungeschoren davonkommen. Ich meine damit nicht nur die offenkundigen Übertreibungen oder Lügen, sondern Sätze voller Halbwissen und Geltungssucht. Das wird vielleicht einmal kurz aufgespießt, versinkt aber sofort in der Versenkung. Das ärgert mich. Ich finde, Dummheit, Hetze und Demagogie müssen an den Pranger. Und mit einem Preis ausgezeichnet werden. Freilich mit einem, den keiner haben will.

Wer sind die möglichen Preisträger, und wer schlägt sie vor?

Wer sie sind - das entscheidet die Realität. An Nachschub gibt es keinen Mangel, Dummheit wird jeden Tag in beachtlichen Mengen erzeugt. Und vorgeschlagen werden sie von den Typen und Figuren aus meinem Universum - wobei für dieses Programm etliche neue Teilnehmer dazugekommen sind.

Und mit welchen Teilnehmern können die Besucher der "Watschenbaum"-Gala rechnen?

Natürlich Seehofer, Söder und Stoiber. Dazu Innenminister Herrmann und Angela Merkel. Günther Beckstein spielt zwar in der Politik keine Rolle mehr, darf sich bei mir aber drei Minuten zu Wort melden. Dann haben wir natürlich den schlechtesten Schlagersänger der Welt, Meggy Montana aus dem Allgäu. Schorsch Scheberl aus Untergamskornzeisgrubengernhaferlverdimmering schaut vorbei, ebenso wie Waldemarie Wammerl, die Vorsitzende des Interessenverbands für Verbandsinteressen von Interessensverbänden.

Wem würden Sie selbst einen "Watschenbaum" verleihen?

Das Schöne ist, dass ich mich immer hinter meinen Figuren verstecken kann! Nicht alles, was der Seehofer sagt, würde ich unterschreiben. Vom Söder ganz zu schweigen. Aber natürlich haben all ihre Äußerungen etwas mit mir zu tun - mehr oder weniger.

Mit wem spreche ich denn gerade?

Mit wem Sie wollen. Aber am besten natürlich mit dem Dings, dem Ministerpräsidenten des ehemaligen Bayern, mit Stoibmund Eder, erfahren auf dem internationalen Laminat, der Ihnen die Welt erklärt. Wenn Sie am Hauptbahnhof in München...

Tickets

Eintrittskarten zu Wolfgang Krebs und zum "Watschenbaum" gibt es für 25 Euro bei Oberpfalz-Medien, bei Gartenbau und Floristik Schinner, im Internet unter www.nt-ticket.de und bei weiteren Vorverkaufsstellen. An der Abendkasse kosten die Tickets 27 Euro. Beginn der Veranstaltung ist um 20 Uhr, Einlass bereits ab 19 Uhr (freie Platzwahl). (jbe)

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