03.07.2015 - 00:00 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Episoden aus bewegter Kindheit

Nahezu unbemerkt hat ein ehemaliger Fuchsmühler Lebenserinnerungen aus seiner Kindheit herausgegeben: Hans Fuchs, geboren 1935, ein Beamter im "Unruhestand", der nun in einem Dorf bei Hilpoltstein lebt.

von Autor FAEProfil

"Dahoam in Fuchsmühl. Kindheitserinnerungen von Hans Fuchs, von 1938 bis 1946", so der Titel des 60-seitigen Büchleins. Herzhaft, besinnlich und liebevoll erzählt Hans Fuchs Episoden aus seiner bewegten Kindheit. Das Leben war damals karg und teilweise schlimm, erinnert sich der gebürtige Fuchsmühler. Trotz allem gerät man beim Lesen des Buches ins Schmunzeln, manchmal sogar in helles Mitlachen. Hans Fuchs wuchs auf in familiärer Geborgenheit und "eroberte" sich den Lebens- und Naturraum seines Heimatortes.

Sechs Kapitel sind es geworden, nüchtern und humorvoll, nichts als die Wahrheit: Frühe Kindheit - Vorschulzeit - Schulzeit mit Kriegseinwirkungen - Der Krieg geht zu Ende - Nachkriegszeit (1945/46) - Damalige Landwirtschaft. Für eine zweite Auflage wäre ein Ausdehnen der Erinnerungen auf die Nachkriegszeit ab 1946 wünschenswert. Vom Kleinkind Hansi erzählt der große Hans teilweise in der breiten Mundart der Fuchsmühler. Leicht zu lesen von jedem Mundartsprecher. Nie hat er sie verleugnet oder gar verlernt. Er ist sich deshalb sicher: Es heißt ursprünglich "dahoam" und nicht wie heute "dahamm".

Köstlich sind die familiären Einblicke. Mit der Neugierde eines naiven Kindes erzählt er von dem "Niklas", der "Spächt" und dem "Christkindl". Das Leben mit anderen Kindern - draußen - war selbstverständlich. Sie trieben Schabernack und Dummheiten - wie das grobe Frösche-Prellen. Und dann stranguliert das brutale NS-System für einen Moment seine heitere Kinderseele: Der Zehnjährige wird Augenzeuge eines Mordes an einem KZ-Opfer. Erster Verlust der kindlichen Unbeschwertheit.

Privates für die Enkel

Es haben sich heimatliche Kontakte gebildet, die Hans Fuchs bis heute pflegt; Zweitsitz im nahen Heimatdorf seiner Frau. Seine literarische Ader entdeckte er erst 2010: Es begann mit der Familienchronik für seine beiden Töchter. Für seine drei Enkel folgte ein eher privates Büchlein über seine Heimat.

Sein "Dahoam..." wird vorerst als Kleinauflage durch die Buchhandlung St. Peter in Tirschenreuth verlegt und ist auch bei anderen Buchhändlern zu beziehen.

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