15.01.2018 - 20:00 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Positive Stimmung beim Neujahrsempfang Einsatz mit Herz und Verstand

Groß ist das Interesse auch heuer wieder am Neujahrsempfang in der Fuchsmühler Mehrzweckhalle. Bürgermeister Wolfgang Braun spricht im Rückblick von einem positiven Jahr 2017 für die Gemeinde und richtet klare Forderungen an die große Politik.

Musikalisch umrahmt wurde das Neujahrstreffen durch Selina Gleißner (vorne links) und Christa Polata, die ihre Orchesterprobe opferten, um dem Anlass einen würdigen Rahmen zu verleihen. Bild: wro
von Werner RoblProfil

"Der Neujahrsempfang soll ein Ansporn sein, sich auch im neuen Jahr mit Herz und Verstand für unsere Marktgemeinde einzusetzen", betonte Bürgermeister Wolfgang Braun bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste. Brauns Neujahrsgrüße waren auch der Partnergemeinde Sankt Leonhard im Südtiroler Passeiertal mit Bürgermeister Dr. Konrad Pfitscher und dem dortigen Gemeindeausschuss gewidmet. Musikalisch wurde der Abend von Selina Gleißner und Christa Polata vom Musikverein umrahmt.

"Der heutige Neujahrsempfang zeigt eindrucksvoll, welche Vielfalt, welche Kraft und welches Engagement in unserer Heimatgemeinde vorherrschen", setzte Braun seine 16-seitige Neujahrsrede fort und empfahl mit Blick auf den folgenden Abend: "Nutzen Sie das persönliche Gespräch." Nur so ergäben sich Synergien. "Neue Themen öffnen sich", fügte er hinzu. Man brauche die Offenheit, ebenso auch eine Orientierung an der Zukunft. Braun fasste zusammen: Damit könne man nicht nur Probleme bewältigen. Auf Fuchsmühl eingehend folgerte der Bürgermeister: Man könne dadurch den Ort weiter voran bringen.

Der Gemeindechef ging auch auf die große Politik ein. Von der neuen Bundesregierung erhoffe er sich eine Stärkung des ländlichen Raumes. "Die Schaffung gleichwertiger Lebens- und Arbeitsbedingungen darf nicht zu einer Floskel verkommen." Die Stärkung des flachen Landes bezeichnete Braun auch als eine Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Gemeinwesen. Der Sprecher stellte fest: Deshalb müsse die künftige Bundesregierung dafür sorgen, dass den Versprechen endlich Taten folgen.

Ausgleich gefordert

"Die Steuerquellen sprudeln wie noch nie", so Wolfgang Braun weiter. Angesichts der florierenden Wirtschaft habe man - und das mit Recht, wie er betonte - das Gefühl, dass es einem materiell gut geht. "Aber es gibt Baustellen, die mir Sorgen machen." Deutlich warnte Braun davor, die Straßenausbaubeiträge abzuschaffen, ohne dafür einen finanziellen Ausgleich zur Verfügung zu stellen. Vorausblickend zog er den Schluss: "Der Freistaat wird frisches Geld für die Sanierung kaputter Gemeindestraßen zur Verfügung stellen müssen."

Weiter warnte der Bürgermeister vor weiteren Zugeständnissen. "Von einer soliden und verantwortungsvollen Politik erwarten wir belastbare, vor allem aber taugliche Lösungsvorschläge und keine blassen Parolen." Keinesfalls dürfe es zu einem Verlust kommunaler Einnahmen kommen. Kostenfreie Kindergartenplätze, verbindliche Ganztagsbeschulbesuche oder weitere Versprechen dieser Art würden die Städte und Gemeinden weiter spürbar belasten. "Wenn die Wirtschaft blühen soll, müssen die einen oder anderen Standorte ausgebaut werden, um die Arbeitsplätze vor Ort sichern zu können." Eine klare Absage erteilte Braun jenen, die dem "angeblichen Flächenfraß" Einhalt gebieten wollen. "Verschwinden tatsächlich riesige Naturflächen unter Beton, wie behauptet wird? "Ich habe da große Zweifel."

Positive Stimmung

Auf die vergangenen Monate zurückblickend bilanzierte Wolfgang Braun: "Das Jahr 2017 war für unsere Gemeinde ein gutes Jahr." Verschiedene Handlungsfelder und damit verbundene Herausforderungen seien angegangen worden. Der Bürgermeister nannte hier den Dorfladen, das Projekt "Craftwerk Baum" und die weitere Verbesserung der Breitbandversorgung. Zudem erinnerte er an verschiedene Sanierungsmaßnahmen. "Regionale Projekte wie das E-Dorf können umgesetzt werden." Braun ließ durchblicken, dass sich an der positiven Stimmung mit Blick auch auf die kommenden Monate wenig ändern werde. "Ich schließe daraus: Der ländliche Raum hat eine Zukunft." Hierbei handele es sich nicht um Träumereien. "Das sind unsere Aufgaben", fügte er hinzu. Man müsse mit Optimismus nach vorne blicken, betonte Braun und zitierte Konrad Adenauer: "Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, dann muss es erst richtig anfangen." Er werde sein Bestes geben, versprach der Bürgermeister. Wohlwissend ergänzte er: Ihm sei bewusst, dass es in Fuchsmühl viele Menschen gebe, die das genauso tun.

"Im nächsten Jahr wird Pfarrer Martin Schlenk die Grüße der Pfarrgemeinden überbringen", informierte Bürgermeister Braun und übergab dann das Wort an den Vertreter der katholischen Pfarrei, Pfarrer Joseph. Dieser versprach: "Eine Predigt werde ich heute nicht halten." Bedanken wolle er sich aber für die gute Zusammenarbeit. "Das ist nicht selbstverständlich", sagte der Pfarrer voller Anerkennung. Weiter empfahl er, ruhig einmal kleine Schritte zu wagen, denn auch diese seien wichtig. Der Geistliche gab zu bedenken, dass der Start einer jeden Reise der erste Schritt sei. "Es liegt an dir", fuhr Pfarrer Joseph fort und ergänzte: "Ein einziger Stern kann ein Schiff durch die Weltmeere leiten. Ein einziger Baum steht am Anfang eines jeden Waldes."

Die Schaffung gleichwertiger Lebens- und Arbeitsbedingungen darf nicht zu einer Floskel verkommen.Bürgermeister Wolfgang Braun

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