17.08.2017 - 16:24 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Beeindruckendes Patrozinium in Fuchsmühl Vielstimmiger Lobpreis Mariens

Gläubige aus Fuchsmühl, aus dem Landkreis und weit darüber hinaus haben an Mariä Himmelfahrt ein Ziel: die Wallfahrtskirche "Maria Hilf". Sie feiern das Patrozinium und genießen beim Pfarrfest ein Programm, bei dem einige ganz schön ins Schwitzen kommen.

Premiere in der Fuchsmühler Wallfahrtskirche: Nico Dick (rechts) leitete die eigens für den Festtag gebildete Chor-und Orchestergemeinschaft. Bild: wro
von Werner RoblProfil

Musikalisch gestalteten den Festgottesdienst der Wallfahrtskirchenchor Fuchsmühl und das Salonorchesters aus Neustadt, das nach Heribert Bauers Tod mit Nico Dick inzwischen einen neuen Leiter gefunden hat. Dick hatte sich vor wenigen Wochen bereit erklärt, Joseph Haydns "Missa brevis Sancti Joannis de Deo" für Chor, Soli und Orchester gemeinsam mit den Fuchsmühlern einzustudieren. Beeindruckende Zugaben versprachen das von Johannes Menskes neu vertonte "Ave Maria", ebenso Mozarts "Sub tuum praesidium" für zwei Solo-Singstimmen und Orchester.

Bewegend

Ein glückliches Händchen zeigte der Dirigent auch bei seinem Entschluss, das Orchester zu verkleinern und diesmal nur mit Streichern zu besetzen. Schon zu Beginn beim Kyrie, anschließend auch beim Gloria wurde hör- und spürbar, dass er den Gesangsstimmen einen besonderen Part, ja die eigentliche Hauptrolle zukommen lassen wollte. Kyrie und Gloria beeindruckten die Besucher des Gottesdienstes sichtlich. Zu einem ganz besonderen Hör-Moment aber wurde das fein- und vielstimmige, besonders von hellen Sopranstimmen getragene, später vom gesamten Chor umrahmte "Benedictus" in der Haydn-Messe. Mitgestaltet wurde die Messe von Hubert Köhler an der Orgel. "Auf bildlichen Darstellungen sehen wir das, was wir glauben wollen", beschrieb Pfarrer Joseph das Volksverständnis von der Auffahrt Mariens in den Himmel. Nach einer Antwort suchend fragte er in seiner Predigt: "Wie aber konnte so etwas geschehen?" Antwort darauf fand er beim Erzengel Gabriel, der Maria auf die gleiche Frage antwortete: "Bei Gott ist nichts unmöglich." Bei ausweglosen Situationen empfahl Pfarrer Joseph, der auch aus eigener Erfahrung sprach: "Vertrauen wir auf den Heiligen Geist."

Kräutersegnung

Der Weg Mariens fand seinen Anfang bei Gott und findet dort auch seine Vollendung, so der Seelsorger. "Mit Maria preisen wir die großen Taten ihres Sohnes Jesus." Auf ihren Beistand dürfe man stets vertrauen. "Sie hat für uns alle einen Platz in ihrem Herzen." Lächelnd schloss Pfarrer Joseph mit einem Liedzitat: "Dass Maria eine Bitte nicht gewährt, ist unerhört in Ewigkeit." Gesegnet wurden am Ende des mehr als einstündigen Gottesdienstes auch die vor der Kirchentür erworbenen oder von zu Hause mitgebrachten Kräuterbündel.

Lichterprozession

Wie bereits im Vorjahr hatte die Pfarrei ein kleines Kinder- und Rahmenprogramm zum Pfarrfest vorbereitet. Für Spiel und Spaß sorgte das "Menschenkicker-Turnier", aus dem die Ministranten als verdiente Sieger und die Mannschaft aus dem Jahnweg als Vizemeister hervorgingen. Turnier-Dritter wurde der Kirchenchor. Nach Einbruch der Dunkelheit versammelten sich zahlreiche Gläubige zum abschließenden Höhepunkt an der Steinwald-Kapelle "Maria Frieden". Der besinnlichen Andacht oben am Berg folgte ein Lichterzug hinunter zur Gnadenkapelle.

Betend und singend

An den am Patroziniumstag stattfindenden Fußwallfahrten beteiligten sich auch heuer wieder rund 150 Pilger aus Mitterteich sowie ungezählte Gläubige aus der Nachbargemeinde Friedenfels, die während des Nachmittags betend und singend das Gnadenbild der Muttergottes erreichten. Gemeinsam wurde Eucharistie gefeiert, an der Gnadenkapelle still gebetet. Die Festpredigt hielt Pfarrer Joseph. Mit einer Brotzeit gestärkt machte man sich wieder auf den Heimweg. Für das leibliche Wohl war nämlich während des ganzen Tages wieder bestens gesorgt. Denn seit einigen Jahren findet zum Patrozinium das Fuchsmühler Pfarrfest statt. Bratwürste und Steaks, dazu eine gut gekühlte Halbe vom Fass: Die Wallfahrer schätzen auch das gemütliche Beisammensein. Zum Kaffeeplausch lud der Frauen- und Mütterverein ins Jugendheim ein. (wro)

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