20.02.2018 - 20:00 Uhr
Fuchsmühl

Einkehrnachmittag beim Frauen- und Mütterverein Mit Gott neu anfangen

Der "heiße Draht" zum Schöpfer und dessen Liebe zu den Menschen stehen im Mittelpunkt eines gut besuchten Einkehrnachmittags, zu dem der Frauen- und Mütterverein ins Jugendheim eingeladen hat. Ein Angebot, das nicht nur Fuchsmühler interessiert.

"Christ sein ist halt nicht einfach", betonte Pfarrer Anton Witt (links im Bild) beim gut besuchten Einkehrnachmittag des Frauen- und Müttervereins Fuchsmühl zum Thema Beichte. Bild: wro
von Werner RoblProfil

Bewusst hatte der Frauen- und Mütterverein die Veranstaltung für alle Interessierten offen gehalten, weshalb auch einige Männer den Ausführungen des Referenten, Pfarrer Anton Witt aus Mitterteich, folgten. Den Nachmittag nicht entgehen lassen wollten sich auch Pfarrer Joseph und Kaplan Pater Martin, die sich am Sonntagnachmittag unter das zahlreiche Publikum mischten, um selbst etwas vom richtigen Beichten und den Hintergründen der Buße zu erfahren. Als Belohnung fürs Zuhören standen Erfrischungsgetränke und danach Kaffee und Kuchen bereit. Pfarrer Witts Anmerkungen zum Thema Beichte waren nicht nur "wit(t)zig", sondern die "Mühe" wert, durchaus etwas genauer hinzuhören. "Wir kennen die Argumente, die gegen eine Beichte sprechen, doch nur allzu gut", erinnerte Pfarrer Witt an die üblichen Floskeln, die lauten: Ich habe nichts zu beichten, ich habe nichts angestellt, mein Schöpfer kennt mich doch. Im Beichtstuhl sei es viel zu eng und zu finster, könne man auch oft als Ausrede vernehmen, betonte der Mitterteicher Geistliche, der aber nicht gewillt war, seinen mahnenden Zeigefinger zu heben. Fest entschlossen wollte er seine Zuhörer überzeugen. Die Beichte befreie von einer Last, die einen bedrückt. "Das Wichtigste für Gott ist der Mensch", stellte der Seelsorger fest. Die Beichte sei ein Hilfsangebot, das wir annehmen sollten. "Gott verzeiht", versprach Witt an anderer Stelle. "Gott meint es gut mit uns, er zeigt uns den richtigen Weg." Pfarrer Witt scherzte: "Für manche ist das elfte Gebot am wichtigsten: Man darf sich halt nie erwischen lassen."

Über Sünden sprechen

Zentral sei das Bibelwort "Gott liebt die Menschen so sehr, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder der an ihn glaubt nicht verloren geht." Der Referent empfahl: "Sprechen Sie über ihre Sünden auch direkt mit Gott." Reue sei wichtig. Nicht alles, was man für eine Sünde halte, sei eine Sünde. Wichtig war dem Geistlichen: "Gott straft nicht!"

Pfarrer Witt, der beim Einkehrnachmittag auch mit den Tücken der Technik zu kämpfen hatte, suchte stets auch den Dialog: "Wie oft meinen Sie muss man beichten?" Weiter wollte er wissen: "Was ist regelmäßig? Ist alle zehn Jahre noch regelmäßig?" Witt berichtete: Selber gehe er mindestens zweimal im Jahr zur Beichte. "An Ostern und zu Weihnachten", wurde er konkreter und gestand: "Aber auch schon mal ein drittes Mal." Das komme halt darauf an, bekannte er mit einem kleinen Augenzwinkern. Wieder erinnerte er an ausweichende Argumente: "Der liebe Gott weiß doch eh alles, warum soll ich es ihm sagen?" Doch es sei eine Gnade Gottes, immer wieder neu anfangen zu dürfen. Witt empfahl: "Beichten Sie wenigstens einmal im Jahr." Im Oberpfälzer Dialekt fügte er hinzu: "Des wär scho a tolle Sach'." Kurz innehaltend gestand er leise seufzend: "Christ sein ist halt nicht einfach."

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