04.05.2018 - 14:42 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Frühjahrstreffen der Familienbeauftragten Kleine Geschenke für junge Familien

In vielen Landkreisgemeinden heißen Familienbeauftragte die neuen Erdenbürger willkommen. "Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft" ist bei den unentgeltlich tätigen Mitarbeitern alles andere als nur ein Sprichwort.

Beim Treffen der Familienbeauftragten referieren Marianne Fütterer und Sabine Frank (Fünfte und Sechste von links). Gastgeber ist die Gemeinde Fuchsmühl mit Familienbeauftragter Anita Thoma und Bürgermeister Wolfgang Braun (von rechts) sowie der stellvertretenden Familienansprechpartnerin Nicole Fürst (links). Bild: wro
von Werner RoblProfil

Neben den Willkommenspäckchen haben die Ehrenamtlichen beispielsweise bunte Kindersöckchen dabei. Die Familienbeauftragten treffen sich im Frühjahr und Herbst abwechselnd in den jeweiligen Orten, um sich auszutauschen, zugleich aber auch um Anregungen aufzugreifen.

Für die Betreuung junger Eltern sind in Fuchsmühl Anita Thoma und Nicole Fürst zuständig. Sie hatten diesmal die Gesprächsrunde vorbereitet. Neben rund einem Dutzend Ehrenamtlicher waren auch die "Koki"-Mitarbeiterin Marianne Fütterer und Sabine Frank vom Kreisjugendamt ins Rathausfoyer gekommen. Bürgermeister Wolfgang Braun würdigte diese wichtige Arbeit. Seitens der Gemeinde könne man leider nicht alle Freizeitwünsche erfüllen. Er versprach aber, für Anliegen ein offenes Ohr zu haben.

Positive Erfahrungen

Während der folgenden gut zwei Stunden plauderte Fütterer aus dem Nähkästchen ihres Betreuungslebens bei "Koki"-Hilfefällen. Sie schilderte dabei auch ihre persönlichen Eindrücke bei den Familien. "KoKi" - von ihr und Pia Kürschner gemeinsam betreut - sei eine Einrichtung, die sich auch "Netzwerk frühe Kindheit" oder "Koordinierungsstelle frühe Hilfen" nennt. Zielgruppe sind Schwangere, Eltern und Alleinerziehende mit Kindern im Alter bis zu 3 Jahren, die sich hilfesuchend an die Mitarbeiterinnen wenden.

Fütterer erklärte, dass man auch in die Wohnungen gehe. "Das unterscheidet uns von anderen Beratungsstellen." Stolz sei man auf die Familienbeauftragen, die in dieser Form - außer in Neumarkt - so nirgends in der Oberpfalz zu finden seien. "Man beneidet uns dafür."

Im Verbund könne man mehr erreichen, rückte sie auch die "KoKi"-Nordoberpfalz ins Blickfeld, die aus entsprechenden Einrichtungen in den Landkreisen Neustadt/WN, Tirschenreuth und Weiden gebildet wurden. Das Netzwerk mache Sinn, um beispielsweise Veranstaltungen gemeinsam zu planen.

"Mitbringsel öffnen Türen", bestätigte Anita Thoma, die sich mit Nicole Fürst der Familienarbeit im Ort verschrieben hat. Von ihren Erfahrungen und überwiegend positiven Begegnungen berichteten zudem die Unterstützer aus den anderen Gemeinden. Fütterer stellte aber auch klar: "Keinesfalls verstehen wir uns als Konkurrenz zu anderen Beratungsstellen. Wir arbeiten kooperativ zusammen."

2017 habe man 65 Familien besucht, erläuterte sie die Koki-Zahlen. 2018 sind es bereits 30. Fütterer freute sich über die steigende Geburtenrate, auch darüber, dass in 11 Fällen während der Schwangerschaft bereits Begegnungen stattfanden.

"Plötzlich wird man gefordert", erzählte sie von Hilferufen in schweren Fällen. "Vieles braucht Zeit." Über Arbeitsmangel könne man sich nicht beklagen. "Oft würde ich mir gerne mehr Zeit für die Eltern nehmen", bedauerte Fütterer.

Mit Blick auf die Geschenke, die mit dem Hinweis auf "Koki" weitergereicht werden, stellte sie fest: "Der Kontakt und weitere Begegnungen werden erleichtert. Hemmschwellen werden abgebaut." Sie dankte den Strickerinnen, die sich selber weniger von der Sache betroffen, in dieser Form aber auch mit "Koki" befassen.

Sabine Frank gab einen Überblick über ihr Aufgabenfeld (Zielgruppe: Eltern bis 27 Jahre). Zudem verwies sie auf die Suchtprävention. Frank, die auch den "Familientag" organisiert, lege Wert auf ein breites Angebot, das viele anspricht. "Ziel ist es mit 'Koja' (kommunale Jugendarbeit), einen familienfreundlichen Landkreis zu schaffen."

Was ist "Koki"?

Das Landesförderprogramm Koordinierende Kinderschutzstellen (KoKi - Netzwerk frühe Kindheit) des Bayerischen Familienministeriums existiert seit neun Jahren. Im Landkreis Tirschenreuth wird die Beratungsstelle am Landratsamt von Marianne Fütterer, Telefon 09631/ 88279, und Pia Kürschner, Telefon 09631/ 88365, gemeinsam betreut. "KoKi" unterstützt potenziell oder akut belastete Familien durch den Aufbau von Netzwerken der am Kinderschutz beteiligten Akteure. Zielgruppe sind Familien mit Säuglingen und Kleinkindern, deren soziale und ökonomische Lebensverhältnisse auf Benachteiligung und Belastung hinweisen und eine gezielten und qualifizierten Unterstützung bedürfen. (wro)

Mitbringsel öffnen Türen.Anita Thoma, Familienbeauftragte in Fuchsmühl

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