"Gelobte Prozession" durch Fuchsmühl: Gläubige erinnern an das Jahr 1945
Einnahme ohne Gewalt

Die „Gelobte Prozession“ findet in Fuchsmühl seit dem Kriegsende statt. Damals drohten die Amerikaner den Ort zu beschießen. Das Unglück konnte dank inniger Gebete abgewendet werden. Bild: wro
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Fuchsmühl
03.07.2017
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Der erste Sonntag im Juli ist kein Feiertag, doch in Fuchsmühl wird er seit mehr als 70 Jahren in besonderer Weise begangen. Eine Prozession mit Himmel und Monstranz setzte sich nach dem Vormittagsgottesdienst wieder in Bewegung. Von der Wallfahrtskirche aus zogen die Gläubigen betend und singend über die Sonnenstraße und wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Die sogenannte "Gelobte Prozession" geht auf ein Versprechen kurz vor dem Kriegsende vor 72 Jahren zurück. Am Abend des 20. April 1945 hatten amerikanische Truppen, vom nahen Oberfranken aus heranrückend, die Höhenzüge Fuchsmühls erreicht. Die Gemeinde sollte eingenommen werden. Mit Artillerie drohte man den Ort unter schweren Beschuss zu nehmen. Die Gläubigen beteten für eine friedliche Wendung und tatsächlich blieb das drohende Geschützfeuer aus. Ohne dass auch nur ein einziger Schuss abgegeben wurde, nahmen die amerikanischen Soldaten Fuchsmühl ein. Aus Dankbarkeit über das damalige Ausbleiben von Gewalt ziehen die Fuchsmühler Gläubigen seither jährlich am ersten Sonntag im Juli durch die Straßen.

Mit Pater Martin erinnerten die Fuchsmühler jetzt wieder an das Gelübde der Fuchsmühler. Seinen Abschluss fand der besondere Feiertag am Nachmittag wieder mit einer gemeinsamen Anbetungsstunde in der Wallfahrtskirche.
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