"Gestrandeter" Konvoi sorgt in sozialen Medien für allerlei Spekulationen
Transporter-Havarie: Polizei verlässt sich auf Firma

Inwieweit die kleine Brücke über den Wiesaubach in Mitleidenschaft gezogen wurde, bleibt offen. Bei einem Ortstermin machten sich Bürgermeister Wolfgang Braun (rechts) und stellvertretender Bauhofleiter Rainer Kellner (links) auf jeden Fall ein genaues Bild vom Ort, wo vor Wochenfrist zwei Schwertransporter feststeckten. Bild: wro
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Fuchsmühl
17.07.2017
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(fph/wro) Die beiden Schwerlasttransporter, die tagelang den Pechbrunner Weg blockiert haben, sind seit ein paar Tagen weg. Auch über eine Woche nach der Havarie gibt es auf viele Fragen jedoch noch keine Antworten. Der seltsame Vorgang, mit solch schweren, übergroßen Fahrzeugen eine kleine Nebenstraße zu wählen, wird in sozialen Medien eifrig diskutiert.

Aufgabe der Polizei

Immer wieder taucht dabei die Frage auf, ob die Polizei diese Havarie nicht hätte verhindern können oder sogar müssen. Schwertransporte müssen in Deutschland von Polizeifahrzeugen begleitet werden - so auch der ominöse Transport, der in Fuchsmühl hängen geblieben ist.

Bernd Heidler, Sprecher der Verkehrsinspektion Weiden erklärt, dass seine Kollegen keine Möglichkeiten gehabt hätten, die Kolosse auf ihrem Irrweg in Fuchsmühl zu stoppen. Hauptgrund dafür: Speditionen müssen sich Schwertransporte von der Straßenverkehrsbehörde genehmigen lassen, im vorliegenden Fall von der im württembergischen Friedrichshafen am Bodensee, die für die Spedition aus Kirchdorf an der Iller zuständig ist. "Wir bekommen von dieser Behörde einen Bescheid", berichtet Heidler. Der enthalte auch die präzise Beschreibung der Fahrtstrecke. Diese hätten die Beamten der PI Weiden geprüft, bei der Firma rückgefragt und sich auf deren Angaben verlassen. Ihnen sei explizit gesagt worden: "Das ist kein Problem." Im Transportpapier stehe, dass die gewählte Strecke befahren werden könne. "Damit haben wir unsere Schuldigkeit getan."

Selbst, wenn Polizisten Zweifel hätten, ob sich Spezialfahrzeuge noch auf einer für sie geeigneten Strecke bewegten, würden sie wohl kaum einschreiten. Heidel: "Sagen Sie mal einem Fahrer: Du bleibst jetzt stehen. Wissen Sie, was die Firma da an Schadensersatz fordern könnte?"

Mittlerweile hat die Gemeinde Fuchsmühl die Straße hinüber nach Triebendorf, auf der tagelang gar nichts mehr ging, in Augenschein genommen, um eventuelle kaputte Stellen zu dokumentieren. Sichtbare Beschädigungen seien nicht feststellbar gewesen, bilanziert Fuchsmühls Bürgermeister Wolfgang Braun.

Im August Bauarbeiten

Keine konkrete Aussage möchte er aber über den Zustand der kleinen Brücke unweit der Mühle treffen. "Wir kennen den Zustand des Pechbrunner Weges, ebenso den der Brücke, bevor die Lkw kamen", so Braun. Denn bereits vor einigen Monaten habe der Gemeinderat eine Sanierung auf den Weg gebracht." Als aktuell geplante Arbeiten nennt er Oberbauarbeiten und den Rück- bzw. Neubau der alten Brücke. Die Maßnahme sei für August geplant.

Die Gemeinde nehme sich freilich schon das Recht heraus, die Kosten für den Einsatz der Feuerwehr dem Unternehmen in Rechnung zu stellen. Braun verweist auch auf die Lohnkosten für den Wochenend-Einsatz seiner Mitarbeiter. Geradestehen müsse die Spedition auch für die Rechnung des gemeindlichen Bauhofs, der für die Einrichtung einer Umleitung und für die Straßenabsperrung sorgte.

Stimmen aus dem NetzHerbert Storek: "Das Ganze lässt darauf schließen, dass nicht das transportiert wurde, was im Genehmigungsbescheid stand. Ein anderer Grund für ein solches Verhalten ist für mich nicht erkennbar."

Chris Von Reißer: "Hmm... Nachdem ich den Bericht gelesen habe, klingt das nach ,Mafia-Methoden' ... Keiner weiß was, wie, wohin transportiert wurde. Es hätten auch Interkontinentalraketen sein können ..."

Walter Widmann: "Das ist schlecht fürs Image der Transportfirma. Auf ihrer Internetseite präsentieren sie sich als absolute Spezialisten in punkto Schwertransporte und dann kennen sie weder den Weg noch Verkehrszeichen ... echte Spezialisten halt ..."

Ditmar Kern: "Irgendwie komme ich mit dem Bericht nicht klar. Da fährt ein (zwei) 200-Tonner !!!!!!!! über eine Brücke mit 7,5 to. Blockiert einige Tage eine Straße und nirgends taucht Polizei auf? Die Feuerwehr sichert nach Stunden die Stelle ..."

Stefan Ide: " Normalerweise sollte es einen Frachtbrief zu diesem Transport geben, da steht drauf, was wohin transportiert werden soll ... - Warum schaut die Polizei da nicht mal drauf? Wo waren denn die Begleitfahrzeuge eigentlich???"

Sonja Manzano: " Keiner hat eine Ahnung und niemand ist Schuld. Na dann passt doch alles."

Mary König: "... warum wurde das nicht überprüft? Seltsamer Vorgang!"

Michael Zuber: "Also ohne Navi findet den Weg kein Auswärtiger."

Peter Bayer: "Die größte Angst eines Oberfranken:

1. Falsch abgebogen, verfahren... und noch schlimmer ... 2. Nach dem Weg fragen und dann nichts verstehen."

Roland Klose: "Mich wundert so etwas nicht. Jeder, der mit einem Navi unterwegs ist, bekommt die Meldung, dass ab dem Finkenstich die Straße Richtung Mitterteich gesperrt ist. Ebenso schaut es in Tirschenreuth aus. Da werden irre Sperrungen gemeldet."

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