12.10.2017 - 13:16 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

KAB Fuchsmühl feiert 125-jähriges Bestehen mit Gottesdienst und Festakt Kampf für ein besseres Leben

Geburtstage sind stets ein guter Grund für eine Feier. Wenn es sich dabei um den 125. handelt, wie bei der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Fuchsmühl, dann umso mehr.

Angeführt von den beiden Vorsitzenden Christa Müller und Willi Greger (links) sowie Fahnenträger Willi Staufer erreichte der Kirchenzug die Wallfahrtskirche "Maria Hilf". Die Messe gestalteten Monsignore Thomas Schmid und Pater Martin. Bild: wro
von Werner RoblProfil

Mit einem Festzug, einem feierlichen Gottesdienst in der Wallfahrtskirche und einem anschließenden Festakt im Jugendheim, zusammen mit Gästen aus KAB-Ortsverbänden und anderen Vereinen, erinnerte man an die Gründung im Jahr 1892. Erhalten ist die Fahne von damals; gemeinsam mit dem neuen Banner schmückte sie den Festsaal. Die Ansprache im Jugendheim hielt Hannes Kreller (Mitglied des KAB-Bundesvorstands). Musikalisch umrahmt hat den Gottesdienst und den Festabend der Kirchenchor Fuchsmühl unter der Leitung von Werner Fritsch.

Die Festmesse in der Wallfahrtskirche "Maria Hilf" zelebrierte der Regensburger Sozialpfarrer und Diözesanpräses Monsignore Thomas Schmid. Zusammen mit ihm am Altar stand der Ortspräses des Jubelvereins, Pater Martin. "Beachtlich hoch werden die Geburtstage unserer Ortsgruppen", stellte Festprediger Schmid fest und fügte hinzu: "Männer und Frauen haben zum Wohl ihrer Mitmenschen und für eine gute Sache gekämpft. Gemeinsames Ziel war es, gut leben zu können." Leider habe man heute den Eindruck, dass viele müde geworden seien. Schmid fragte: "Seid ihr wirklich müde?" Man habe doch keinen Grund dazu. "Schon gar nicht an solch einem Geburtstag wie heute." Schmid ergänzte: Man brauche die KAB. Und weiter: "Man braucht euch!" Ausdauer sei gefragt. Monsignore Schmid: "Unser Tun bringt die Welt voran."

Die KAB wurde in einer Zeit gegründet, die heute gerne als gute alte Zeit bezeichnet werde. Beim Festakt im Jugendheim blickte Vorsitzende Christa Müller auf die Gründung im Jahr 1892 und auf die Folgejahre zurück. "Aber so waren die Zeiten nicht", sagte die Sprecherin, die aus der KAB-Chronik zitierte. Die Menschen im Steinwaldort lebten von der Siebmacherei, flochten Körbe oder betätigten sich als schlecht bezahlte Taglöhner. "Wie sollte man in den ärmlichen Behausungen, mit einem kargen Einkommen und ohne spätere Rente sein Leben meistern?" Die Chronik wurde von der ehemaligen KAB-Vorsitzenden Christa Panzer verfasst. Anlass dafür war das Jubiläum im Jahr 1992. "Leider ist das Werk lückenhaft, frühere Aufzeichnungen fehlen", bedauerte Christa Müller. Begrüßt hatte die Gäste Willi Greger.

"Wohl in kaum einer anderen Gegend unseres Vaterlandes findet man so viel Not und Elend wie in der nördlichen Oberpfalz", zitierte Diplom-Sozialpädagoge und Festredner Hannes Kreller einen früheren Chronisten. "Die KAB-Gründerväter haben Strukturen geschaffen, um den kommenden Generationen ein besseres Leben zu ermöglichen", sagte Kreller an anderer Stelle. Dabei müsse man sich in die Zeit der Gründung hineinversetzten, fuhr er fort. "Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten", so der Redner, der in seinem Referat auch aktuelle Probleme anzuschneiden versuchte. Auch ging er der Frage nach: Wem gehört die Arbeitszeit? "Der Sonntag muss ein arbeitsfreier Tag bleiben", forderte er. Erfolgreich habe man dafür gekämpft. Kreller schloss mit den Worten: "Wer in Not geraten ist, braucht auch die KAB. Herzlichen Glückwunsch Fuchsmühl für 125 Jahre."

Mit Grußworten und Geschenken wandten sich stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler, Fuchsmühls Bürgermeister Wolfgang Braun und Feuerwehrvorsitzender Edwin Ulrich an den Jubelverein. Einen humorvollen Schlusspunkt setzte Präses Pater Martin, der seine Gedanken eindrucksvoll in Worte und Reime gefasst hatte.

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