06.04.2018 - 14:54 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Konsequenzen nach den Opferstockdiebstählen am Ostersonntag Einige Kirchentüren bleiben zu

Opferstockdiebe haben am Ostersonntag in Fuchsmühl, Friedenfels, Thumsenreuth und Krummennaab ihr Unwesen getrieben. Die Konsequenzen, die die Pfarreien daraus ziehen, sind unterschiedlich.

Über das kleine Fenster verschafften sich die Diebe Zugang zur Sakristei. Dahinter steckte leider der Schlüssel, bedauern Pfarrer James, Rudolf Schneider von der Krummennaaber Kirchenverwaltung sowie die Mesner Margot Schneider und Günter Haderer (von links). Die Täter erbeuteten 40 Euro und den Tabernakelschlüssel. Bild: wro
von Werner RoblProfil

Fuchsmühl/Friedenfels/Thumsenreuth/Krummennaab. Die Zeiten, in denen die Opferstöcke ewig nicht geleert wurden, sind lange vorbei. "Sie werden täglich kontrolliert", bestätigt Pfarrer Joseph von der Fuchsmühler Wallfahrtspfarrei. Er sei sehr enttäuscht darüber, fügt der Seelsorger auch angesichts der Tatsache hinzu, dass man nicht zum ersten Mal unliebsamen Besuch hatte.

Fuchsmühl ist ein Wallfahrtsort. Die Kirche zuzusperren, sei für ihn daher kein Thema. "Wir wollen den Gläubigen, die 'Maria Hilf' besuchen möchten, den Zutritt nicht verwehren", schüttelt der Geistliche den Kopf und verneint damit auch die Frage nach geplanten Sicherheitsmaßnahmen. Er wolle keine Überwachungskameras installieren, fügt der Inder hinzu. "Es ist zwar bedauerlich, dass dies passiert ist. Man muss aber wohl damit leben."

Videoüberwachung fällt aus

Das gleiche Bild bietet sich in der von ihm seelsorgerisch betreuten Friedenfelser Pfarrkirche. Dort wurde ebenfalls ein Opferstock geöffnet, auch diesen würden die Verantwortlichen aber täglich leeren. Der geschätzte Schaden: deutlich unter 100 Euro. Ein Betrag, der es nicht wert sei, das Risiko, erwischt zu werden, auf sich zu nehmen, meint Pfarrer Joseph. "Die Friedenfelser Kirche bleibt tagsüber offen", verspricht der Geistliche den Gläubigen.

Anders dagegen in Thumsenreuth , der weiteren Station der Kirchendiebe. Der Krummennaaber Pfarrer James und Herbert Mattes, Mitglied der Thumsenreuther Kirchenverwaltung, beklagen einen Sachschaden, der deutlich höher liegt als "nur" das entwendete Geld. Die Verantwortlichen sind sich aber einig, dass die katholische Kirche vorerst verschlossen bleibt. Angedacht sei auch die vorhandene Videoüberwachung, die bedauerlicherweise außer Betrieb war, deutlich zu verbessern.

"Mit brachialer Gewalt wurden zwei Opferstöcke aufgebrochen", beschreibt Mattes den Hergang. Bei zwei weiteren blieben die Versuche erfolglos. Mattes, der mit Pfarrer James die Schäden Tage später nochmal in Augenschein nimmt, spricht von rund 150 Euro Sachschaden, die fehlende Geldsumme bleibt ungeklärt. Mehr wie 50 Euro würden aber nicht zusammengekommen sein, schätzt der Thumsenreuther.

Augenscheinlich wurde auch versucht, die Sakristeitüre gewaltsam zu öffnen, was aber scheiterte. Grund für die unliebsamen Osterbesuche war wohl die Annahme, dass am Feiertag mehr Geld in den Kirchen vorhanden sei, als an anderen Tagen.

Rund fünf Autominuten entfernt liegt die, ebenfalls von Pfarrer James betreute, katholische Pfarrkirche Krummennaab . Die letzte bekannte Station der dreisten Einbrecher. Der Schaden, der dort angerichtet wurde, ist weitaus höher als in den anderen Gotteshäusern.

Tabernakelschlüssel fehlt

Über ein kleines Fenster, das in der Altarraumtür angebracht ist, verschafften sich die Diebe gewaltsam Zugang in die Sakristei. Sie hatten die Glasöffnung aufgedrückt. "Der Schlüssel steckte von innen", erklärt Rudolf Schneider von der Kirchenverwaltung. Als Beute fielen rund 40 Euro, die in einem Schrank deponiert waren, in die Hände der Täter. Weitaus schlimmer aber ist, dass seitdem der Tabernakelschlüssel fehlt und offenbar mitgenommen wurde.

"Wir haben den Schrein abgebaut, um ihn einem Schreiner zu übergeben, der das Schloss auswechseln wird", erläutern die Mesner Margot Schneider und Günter Haderer mit Pfarrer James das weitere Vorgehen. Die Kosten für diese Arbeiten könnten aber noch nicht beziffert werden. Warum die Täter den Schlüssel eingesteckt haben, sei ein Rätsel. Wie im Nachbarort bleibt die Kirche vorerst geschlossen. Verstärkt werde auch die vorhandene Videoüberwachung, die ausgerechnet am Tattag ihren Dienst verweigerte.

Ohne Konsequenzen bleibt die Diebstahlserie in der nicht betroffenen Pfarrei Tirschenreuth , wie Pfarrer Georg Flierl am Telefon bestätigt. "Die Kirche bleibt für die Gläubigen offen." An eine Videoüberwachung denke man nicht. "Freilich wurden auch wir in der Vergangenheit von Räubern heimgesucht", blickt der Seelsorger zurück. Trotzdem werde man keinesfalls zusperren. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Wie die Kemnather Inspektion mitteilt, wolle man aufgrund des laufenden Verfahrens, noch keine Auskünfte erteilen.

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