06.07.2017 - 20:00 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Oberpfälzer Bewertungskommission bewertet den Steinwaldort Herzogöd möchte schönstes Dorf der Oberpfalz werden

Den Titel "Schönstes Dorf im Landkreis Tirschenreuth" hat Herzogöd bereits. Jetzt möchte es auch noch das schönste in der Oberpfalz werden. Brigitte Traeger und der heilige Antonius helfen, dass dies klappt.

Brigitte Traeger (Zweite von rechts) leitete den "Antoniuschor". Die anschließende Exkursion durch das Landkreis-Gold-Dorf begann mit einer kleinen Andacht an der Dorfkapelle. Pfarrer Joseph (rechts) erbat dort den Segen für die eigens gebackenen Antonius-Brote. Bilder: wro (3)
von Werner RoblProfil

Herzogöd. (wro) Am Mittwochabend war die Bewertungskommission unterwegs, um sich ein Bild vom Golddorf zu machen. Dass sich der Fuchsmühler Gemeindeteil extra für die von Josef Hofbauer, Direktor im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth, geleitete Oberpfälzer Bewertungskommission hübsch gemacht hatte, wiesen die Herzogöder strikt von sich: "Bei uns ist es immer schön."

Um dies zu untermauern, organisierte man eine Neuauflage des Antoniusfestes. Die am Dorfweiher gelegene Kapelle zu Ehren des beliebten Volksheiligen, vor 20 Jahren von der Familie Köllner errichtet, diente auch als Ausgangspunkt der anschließenden Ortsbegehung. Eigens dafür hatte man in einer hiesigen Bäckerei Gastgeschenke - kleine Antoniusbrote (eine Herzogöder Erfindung) - backen und von Pfarrer Joseph segnen lassen. Für den besonderen Anlass wurde zudem ein "Antonius-Frauenchor" auf die Beine gestellt, den die bekannten Sängerin Brigitte Traeger, die freundschaftliche Verbindungen in die und einen Fanclub in der Gemeinde hat, leitete. Das Ensemble sang das Antoniuslied vor.

Auch wenn der Bus mit der Delegation rund eine Stunde später als angekündigt den Berg heraufkam, klappte danach alles hervorragend. Der ganze Ort war auf den Beinen. Wer ein Dirndl oder eine Lederhose daheim hatte, warf sich damit in Schale. Zur Begrüßung der 17-köpfigen Jury hatte man Sandro Schönfelder aus Neusorg engagiert, der ein Trompeten-Solo intonierte.

Den schmucken Ort vorstellen durfte Alexandra Stöckert, gemeinsam mit Sarah Brosch, Stephanie Eiglmeier und Melanie Greger, unterstützt von der gesamten Dorfgemeinschaft. Was die Kommission dann zu sehen bekam, waren Hainbuchen statt Thujen, wassergebundene Hofräume statt Teerflächen und ein Dorfanger mit Streuobstwiese statt Beton. Pünktlich mahnte die Dorfglocke am Anwesen Weber zum Gebet. Gefallen fanden nicht nur die bunt geschmückten Gärten, auch das Angebot an Arbeitsplätzen im Dorf beeindruckte die Juroren. Die Siedlung an der Wasserscheide von Elbe und Donau versteht sich nicht nur als Urlaubs-, sondern auch als Wohlfühl-Wohn- und Arbeitsort für alle.

Vorsitzender Hofbauer von der Jury ließ sich bei der Abschlussbesprechung zu keiner eindeutigen Wertung hinreißen. Aber es klang an: Herzogöd sei ein Ort, wo man wohnen und sich wohlfühlen könne. Juror Thomas Dengler, gleichzeitig Bürgermeister von Falkenstein, lobte die Dorfgemeinschaft und stellte fest: "Der Ort hat sich positiv entwickelt." Wie Dengler machte auch der Rest der Jury keinen Hehl daraus, dass es ihnen im Steinwald gut gefallen hat.

Ob es letztlich zum schönsten Dorf der Oberpfalz reicht, blieb am Ende freilich offen. 13 Oberpfälzer Orte müssen besucht und bewertet werden. Die Entscheidung soll dem Vernehmen nach nächste Woche fallen.

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