10.07.2017 - 19:10 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Schwertransporter aus Nebenstraße geborgen Straßensperrung wirft viele Fragen auf [Aktualisiert]

Ein Unglück kommt selten allein. In diesem Fall hat es ein Unternehmen aus Baden-Württemberg doppelt erwischt. Zwei Schwertransporter der Firma stecken bei Fuchsmühl fest. Warum die Fahrer in die kleine Nebenstraße eingebogen sind, ist nicht die einzige Frage, die am Montag unbeantwortet bleibt.

Die Feuerwehr aus Fuchsmühl konnte nicht helfen. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Fuchsmühler Bauhofes sicherten die Aktiven jedoch wenigstens die Gefahrenstelle ab. Bilder: wro (2)
von Redaktion OnetzProfil

Die zwei überbreiten schweren Sattel-Tieflader haben Betonteile geladen. Der Zielort liegt nach Unternehmensangaben in Tschechien. Die Fahrer sind mit ihrer Fracht in der Nacht zum Samstag gegen Mitternacht nahe Fuchsmühl im Pechbrunner Weg gestrandet. Weder vorwärts noch rückwärts konnten die Lenker weiter.

Feuerwehr mit Blaulicht

Dort standen die Fahrzeuge am Samstag, am Sonntag und auch noch am Montag und blockierten den Verkehr. Am Sonntag gegen 15 Uhr rückte dann die Feuerwehr aus Fuchsmühl mit Blaulicht an und sperrte gemeinsam mit Mitarbeitern des Bauhofs die unpassierbar gewordene Verbindungsstraße für den Durchgangsverkehr und sicherte den Pechbrunner Weg ab. Eine gut beschilderte Umleitung über Fürstenhof nach Triebendorf wurde eingerichtet.

Schnell machte in Fuchsmühl und auch auf sozialen Medien das Gerücht die Runde, dass die Fahrer von einem Navi fehlgeleitet worden seien. Dies allerdings weist ein Unternehmenssprecher in aller Deutlichkeit zurück. Er betont, dass der Schwertransport mit Polizeibegleitung auf genehmigter Route unterwegs gewesen sei und tippt auf einen Fehler bei der Genehmigung. Davon geht auch das Polizeipräsidium der Oberpfalz in Regensburg aus, das bestätigt, dass die Transporter grundsätzlich von Ordnungshütern begleitet worden seien. Ob dies auch in Fuchsmühl der Fall war, ließ sich am Montag nicht klären.

Da von der Transportgenehmigung im Landkreis nur übergeordnete Straßen - also Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen betroffen waren, war das Tirschenreuther Landratsamt nicht in das Genehmigungsverfahren eingebunden. Wegen der festsitzenden "Brummis" musste sich die Kreisbehörde am Montag trotzdem mit dem Transport beschäftigen. Das Amt für Öffentliche Sicherheit und Ordnung geht davon aus, dass die "schweren Brummis" schlicht falsch abgebogen sind.

Die beiden Fahrzeuge - laut Genehmigung jeweils 5,20 Meter breit und 34,5 Meter lang und etwa 200 Tonnen schwer - kamen nach den Unterlagen im Landratsamt aus Richtung Marktredwitz auf der A 93. Aus Gründen, die in der Akte nicht nachvollziehbar sind (vermutlich irgendeine "Brücken-Schwachstelle" auf der Autobahn) verließ der kleine Konvoi bei der Ausfahrt Pechbrunn die A 93, um auf der Staatsstraße über Lengenfeld und Fuchsmühl bis nach Wiesau zu fahren. Dort sollten die Fahrzeuge auf die Autobahn zurückkehren.

Stattdessen bogen beide Schwerlastfahrzeuge bei Fuchsmühl in die kleine Nebenstraße nach Triebendorf ab. Schon ein paar hundert Meter nach der Abzweigung ging auf Höhe der Mitterharloher Mühle (auch Bächermühle) gar nichts mehr. Bereits die erste eng geschnittene Kurve am Mühlenanwesen stoppte die schweren "Brummis". Ausgerechnet dort gibt es eine kleine Brücke über die Wiesau, die schon unter der Last von Traktoren schwingt und ächzt.

Bergetrupp unterwegs

Die Fahrer waren weder am Sonntag bei der Straßensperrung noch am Montag bei den Fahrzeugen anzutreffen. Aus der Unternehmenszentrale in Baden-Württemberg war zu erfahren, dass ein Bergetrupp unterwegs sei. Es war davon die Rede, dass die Transporter in der Nacht zum Dienstag wieder flott gemacht und auf den rechten Weg zurückgebracht werden sollen.

Aktualisierung: Ein Bergefahrzeug hat die Sattelschlepper mittlerweile den Berg heraufgezogen. Die Bergung fand zwischen 17 Uhr und 18.30 Uhr am Dienstagabend statt.

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