24.05.2017 - 20:00 Uhr
GebenbachOberpfalz

Frühjahrskonzert der Blasmusik Gebenbach: Dotzlers Feeling: Immer besser

Auf hohem Niveau präsentierte sich die Blasmusik Gebenbach bei ihrem Frühjahrskonzert. Unter der Gesamtleitung von Gerhard Böller reichte die musikalische Spannweite von Richard Wagners Tannhäuser bis zu einem Schlager-Medley aus den 1960er-Jahren.

Ein breites Spektrum bot das Hauptorchester der Gebenbacher Blasmusik bei seinem Frühjahrskonzert. Bilder: mma (2)
von Autor MMAProfil

Charmante Moderatorin war Theresa Schöpf. Vorsitzender (und Saxofonist) Simon Lösch eröffnete die Veranstaltung. "Wir geben den Ton an", verkündete selbstsicher die rote Aufschrift auf den schwarzen T-Shirts des Nachwuchsorchesters.

Mit dem Bozener Bergsteigermarsch eröffneten die 27 Musiker das Konzert flott und zum Mitwippen animierend. Unter ihrer Dirigentin Angelika Schöpf nahmen sie ihr Publikum in die faszinierenden, sensibel und genau gespielten Geheimnisse von "Sahara" mit.

Zugabe erklatscht

Die volle Halle erklatschte sich beharrlich eine Zugabe und wurde mit der pointiert interpretierten "Party Rock Anthem" belohnt. Bürgermeister Peter Dotzler überbrachte die Grüße der Gemeinde. Nicht nur er habe "das Feeling, dass die Gebenbacher Blasmusik unter Gerhard Böller immer besser wird". Applaus signalisierte ihm Zustimmung.

Gänsehaut erzeugt

Das Hauptorchester bewies mit dem "Tannhäuser Festival", einem Arrangement von Alfred Bösendorfer nach Richard Wagners Oper, raumfüllend, mächtig und doch sensibel interpretiert, dass dieses anspruchsvolle Werk Gänsehaut bewirken kann. Ins London vor 222 Jahren versetzte das "Allegretto" aus der Symphonie Nr. 100, der sogenannten Militärsymphonie von Joseph Haydn. Von melodiös bis dramatisch-zackig und mit perfekten instrumentalen Dialogen gefiel auch dieses Orchester-Arrangement von Albert Loritz.

Der Sprung ins 20. Jahrhundert gelang mit der "Bohemian Rhapsody" nach der Band Queen. Unkonventionelle, facettenreiche, faszinierend jazzige Klänge trotzten dem allgemeinen Standard und umgarnten zugleich die Zuhörer. Die Scherzpolka von Thomas Doss entließ die Zuhörer mit witzig-spritzigen Bierzeltinterpretationen fröhlich in die Pause.

Eher traditionell und in bester Spielmannszug-Manier ging es weiter mit dem sommerlich-leichten "Florentiner Marsch". "Harry Potter and the Goblet of Fire" von Patrick Doyle steigerte dramatisch die Spannung. Rauchschwaden aus einer Nebelmaschine sollte die Magie des Moments unterstützen.

Spritzige Lebensfreude lieferte dagegen der "Mambo Jambo" von Perez Prado, der ein swingendes, tanzendes und singendes Kuba in die Mehrzweckhalle zauberte. John Wasson hatte die Orchesterversion von "Pirates of the Caribbean" von Klaus Badelt geschrieben - von martialisch-kämpferisch bis leise verklingend wurden die Besucher akustische Zeugen der großen Piratenschlacht. Dreimal verdüsterten jedoch muffige Rauchschwaden der Nebelmaschine diesen Hörgenuss.

Mit Klatscheinlagen

Vorsitzender Simon Lösch zeigte sich als Blumenkavalier gegenüber der Nachwuchsorchester-Dirigentin Angelika Schöpf und der Moderatorin Theresa Schöpf. Für monatelange Arbeit mit der Blasmusik Gebenbach durfte sich Gerhard Böller über ein sehr individuelles Quartett mit den Mitgliedern des Chors und deren "Werten" und auch über einen schokoladigen Notenschlüssel freuen.

Der Bon-Jovi-Rock-Mix präsentierte sich schwungvoll, abwechslungsreich und in perfektem Rhythmus mit Klatscheinlagen. Die Polka "Beim Schachtl-Wirt" als Zugabe ließ Kirwa-Vorfreude aufkommen. Ein Potpourri aus Schlagern der 1960er-Jahre beendete beschwingt den langen Abend, für den sich Böller bei den Musikern mit Rosen und das Publikum mit langen Ovationen bedankte.

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