28.08.2014 - 00:00 Uhr
GebenbachOberpfalz

Dr. Joseph Madathiparampil verabschiedet sich von "seiner" Pfarrei Gebenbach Essacher Luft und viel Anerkennung

Nach fast 25 Jahren galt es Abschied zu nehmen, vom langjährigen und beliebten Pfarrer und Ehrenbürger der Pfarrei Gebenbach, Bischöflich Geistlichen Rat Dr. Joseph Madathiparampil. Dazu bereitete ihm die Pfarrei eine eindrucksvolle Feier.

Prodekan Pfarrer Josef Irlbacher (rechts) überreichte dem scheidenden Dr. Joseph Madathiparampil zum Abschied ein Dankschreiben und eine Medaille des Bischofs.
von Autor SWOProfil

Nach dem Kirchenzug, angeführt von der Blasmusik, hatte sich die Pfarrkirche zum Festgottesdienst komplett gefüllt. Der Kirchenchor gestaltete unter der Leitung von Maria Birner die Feier mit der Turmbläsermesse, unterstützt von Bläsern und Sonja Binder an der Orgel. Als Konzelebranten wirkten die künftig für die Pfarrei zuständigen Pfarrer Dr. Christian Schulz und Pfarrvikar Christian Preitschaft sowie als Gäste Prodekan Josef Irlbacher aus Schnaittenbach und der gebürtige Kainsrichter Salesianer Alfred Lindner.

Nicht ausgewechselt

Die Festpredigt hielt Madathiparampil selbst. Er verglich die Apostel Jesu mit einer Fußballmannschaft. Auch diese sei nur so stark wie ihr schwächster Spieler. Allerdings habe Jesus, im Gegensatz zur Fußballmannschaft, die "Spieler" (Apostel) nicht gleich ausgewechselt, wenn sie ihre Leistung nicht gebracht hätten. Auch Petrus habe als "Führungsspieler" seine schwachen Tage gehabt, etwa als er Jesus verleugnete. In der heutigen Zeit, in der immer mehr Orden verschwinden, kirchliche Einrichtungen schließen müssen und wegen Priestermangels Pfarreien, wie auch Gebenbach, zu Gemeinschaften zusammengeschlossen werden, sage uns Gott, dass er uns braucht.

Am Ende überraschte das Schülermessen- und Familiengottesdienst-Team den Pfarrer mit einem Lied und einem Strauß Sonnenblumen. Prodekan Josef Irlbacher verlas und überreichte ein Dankschreiben von Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer und überreichte eine Medaille des Bischofs.

Danach hatte die Pfarrgemeinde in die Turnhalle eingeladen, die von Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins geschmückt worden war. Dabei geriet die Halle schnell an ihre Kapazitätsgrenze. Zahlreiche Gäste konnten gerade noch mit der Zusatzbestuhlung untergebracht werden. Den abwechslungsreichen Abend begannen Männergesangverein und Landfrauensingkreis Gebenbach mit zwei Abschiedsliedern. Die Ministrantengruppe unter Leitung von Theresa Schöpf und die Grundschulkinder, mit Lehrerin Maria Schächner überraschten den Pfarrer mit Gedichten, Blumen und einer Bildercollage.

Reise ermöglicht

Um 77 Jahre drehte die Theatergruppe die Zeit zurück, als sie in einem Sketch verdeutlichte, wie es denn gewesen sein könnte, als der Pfarrer vor seiner Geburt im Himmel geplant wurde, und mit welchen Eigenschaften und Charismen er ausgestattet worden sein müsste. Salesianerpater Alfred Lindner dankte Pfarrer Joseph, der ihm vor über 20 Jahren eine Indienreise ermöglicht hatte. Mit einem Lied auf dem Akkordeon sorgte er für Erheiterung.

Für die Vereine überbrachten Ludwig Birner und Manuel Kohl den Dank für Unterstützung und gegenseitige Wertschätzung. Sie überreichten dem Pfarrer eine Collage mit den Kirchen und Kapellen im Ort und übergaben einen Geldbetrag. Bürgermeister Peter Dotzler meinte, dass Gebenbach nicht nur seinen Pfarrherren verliere, sondern auch einen warmherzigen, fürsorglichen, vorbildlichen und kameradschaftlichen Einwohner. Er wünsche dem Träger der Bürgermedaille in Silber und Ehrenbürger Pfarrer Joseph für seinen Ruhestand viel Gesundheit und Gottes Segen. Neben Geld, das er ihm im Namen der Gemeinde überreichte, hatte er eine Überraschung parat: eine Flasche Essacher Luft. Mit diesem zwar nicht allzu hochprozentigen, aber bitterscharfen Schnaps, hatte der Pfarrer vor etlichen Jahren, anlässlich seines 60. Geburtstages viele Gäste überrascht.

Kirchenpflegerin Susanne Lindner und Pfarrgemeinderatssprecher Wolfgang Schöpf blickten zurück auf die fast 25 Jahre der Amtszeit von Pfarrer Joseph. Sie stellten wichtige Ereignisse und Tätigkeiten in der Pfarrei heraus. Die dazugehörigen Jahreszahlen wurden von Ministrantinnen auf Tafeln hochgehalten. Schöpf überreichte danach an den Ausscheidenden als Erinnerung ein Fotobuch, in dem er Bilder und Ereignisse in der Pfarrei aus den vergangenen 25 Jahren zusammengestellt hatte. Lindner übergab die Kollekte von mehr als 1500 Euro und teilte mit, dass die Pfarrei dem Geistlichen eine Sitzgruppe für sein neues Esszimmer zum Abschied geschenkt habe.

Jederzeit willkommen

Wie vom Pfarrer bereits angedeutet sagte sie, er solle das Geld für die Priesterausbildung in Indien verwenden, damit vielleicht irgendwann wieder ein indischer Spieler in der Mannschaft Gottes in Gebenbach auf dem Platz in der Kirche steht. Alle Redner betonten die angenehme Zusammenarbeit, bedauerten seinen wohlverdienten Ruhestandsantritt und fügten an, dass er jederzeit in Gebenbach willkommen sei.

Die Blasmusik beendete den offiziellen Teil mit einem Abschiedsständchen, das der geehrte Pfarrer selbst dirigieren durfte. Pfarrer Joseph zeigte sich beeindruckt von der großen Anerkennung und Wertschätzung und bedankte sich bei den meisten Anwesenden persönlich. Mit einer Bildershow aus der Pfarrei, zusammengestellt von Wolfgang Schöpf, über die vergangenen 25 Jahre klang der Abend später aus.

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