12.01.2018 - 17:18 Uhr
GebenbachOberpfalz

Neujahrsempfang der Gemeinde Gebenbach Breitband als größte Baustelle

Kräftig rumst es am Donnerstagabend in Gebenbach, denn mächtige Böllerschüsse der Krieger- und Soldatenkameradschaft künden vom Neujahrsempfang der Gemeinde. Und die Bürgermeister kommen mit dem Händeschütteln kaum mehr nach.

Alles was in Gebenbach Rang und Namen hat und mit der Gemeinde wirtschaftlich oder gesellschaftlich verbunden ist, hat Bürgermeister Peter Dotzler (rechts) zum Neujahrsempfang in den Gasthof Obermeier eingeladen. Bild: gf
von Autor GFRProfil

Groß war die Zahl der Gäste, denen die Gemeindeoberhäupter Peter Dotzler, Cajetan Kredler und Dominik Obermeier bei der Veranstaltung im Gasthof Obermeier ein gutes neues Jahr wünschten. Peter Dotzler begrüßte sie alle namentlich, etwa die Vertreter des öffentlichen Lebens, der Vereine und Verbände, die in Gebenbach ansässig oder mit der Gemeinde wirtschaftlich verbunden sind.

Mit guten Vorsätzen beginne jedes neue Jahr, sagte Dotzler, dem der Schalk im Nacken saß, als er auf das Dauerthema Wohlstandsgesellschaft anspielte. Er habe für sich überlegt: "Neuer Anzug oder Abnehmen? Letzteres wäre billiger, macht aber weniger Spaß." Der Bürgermeister machte einen Schwenk über die globale Politik und deren ungute Auswüchse. Das vergangene Jahr hatte laut Dotzler aber auch seine angenehmen Ereignisse, etwa den Aufstieg des DJK Gebenbach in die Bayernliga Nord. Die Euphorie des Gebenbacher Bürgermeisters schoss leicht über die Realität hinaus, als er meinte: "Noch vier Aufstiege und wir müssen gegen die Bayern antreten."

In Gebenbach seien auch internationale Themen im Gespräch, so das internationale Wertungsspiel im März 2018 in Riva del Garda, an dem sich die Blaskapelle beteiligt, oder die Ministrantenwallfahrt Ende Juli nach Rom, an der die Gebenbacher Ministranten teilnehmen. Dotzler wies auf die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage am östlichen Gemeinderand hin. Er unterstrich, dass die größte Baustelle in Gebenbach der Breitbandausbau sei, auch müssten die letzten Mobilfunklöcher im Gemeindebereich beseitigt werden.

Dotzler kritisierte die Zwei-Klassen-Gesellschaft mit Profiteuren auf der einen Seite und den Kommunen auf der anderen: "Die sind für alles zuständig, was keinen Profit abwirft, aber was jeder zum Leben braucht. Wir Kommunen dürfen alles machen, nur keinen Gewinn", kritisierte der Bürgermeister. Herausforderungen für Gebenbach im Jahr 2018 seien das neue Fahrzeug für die Feuerwehr Gebenbach-Kainsricht, die Dorferneuerung Kainsricht, das Gewerbegebiet West und die Innenentwicklung von Gebenbach mit Sanierung des Pfarrhofs. "Neue Baugebiete sind notwendig, um die Zukunft der Gemeinde zu sichern", sagte Dotzler.

Er betonte, dass er erstmals auch Vollerwerbslandwirte zum Neujahrsempfang eingeladen habe: "Denn Gebenbach ist landwirtschaftlich geprägt, hat die höchste Dichte an Vollerwerbslandwirten im Landkreis und zahlenmäßig mehr Rinder und Schweine als Einwohner." Die Landwirte müssten permanent investieren, um sich zukunftssicher aufstellen zu können. Sie würden aber von überzogener Bürokratie getrieben, wie der Aufstellung eines Düngeplans, "der für die Katz ist, wenn das Wetter nicht mitspielt".

Die Gemeinde werde die digitale Ausstattung in der Schule verbessern, kündigte Dotzler an, aber lesen, schreiben und rechnen müssten die Kinder in der Grundschule lernen. Der Bürgermeister unterstrich die hervorragende Zusammenarbeit der örtlichen Vereine und Verbände und lobte die Gewerbetreibenden, für deren Steuer danke er herzlich.

Für die musikalische Unterhaltung sorgten Rita Butz sowie Theresa und Michaela Stauber, die in ihrem ersten Beitrag eine lustige Zusammenfassung dessen brachten, was Bürgermeister Peter Dotzler umfangreich ausführte. "Hoffentlich passt auch 2018 alles", meinte Landrat Richard Reisinger. Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl zeigte sich sicher, "dass uns Politikern die Arbeit nicht ausgeht. Aber weltweit müssen wir aufpassen, dass nicht ein Verrückter auf den roten Knopf drückt."

und sein Bürgermeister Peter Dotzler hätten die Arbeitsgemeinschaft Obere Vils/Ehenbach (AOVE) mit gegründet, sagte deren Sprecher Hans-Martin Schertl. Gebenbach sei nach wie vor ein Aktivposten der AOVE. "Wir arbeiten als Verwaltungsgemeinschaft hervorragend zusammen", betonte Hahnbachs 2. Bürgermeister Georg Götz. Das Schulwesen funktioniere, aber beim Fußball schauten die Hahnbacher mit einem weinenden Auge Richtung Gebenbach.

Neuer Anzug oder Abnehmen? Letzteres wäre billiger, macht aber weniger Spaß.Bürgermeister Peter Dotzler zu seinen Vorsätzen fürs neue Jahr

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