13.08.2017 - 14:50 Uhr
GebenbachSport

3:3-Unentschieden nach 0:3-Rückstand gegen Ammerthal Gebenbachs gefühlter Sieg

Zur Pause scheint das Bayernligaderby schon entschieden. Die DJK Ammerthal führt klar - und bei der Heimelf werden Befürchtungen wach, dass es das nächste Debakel gibt. Doch es kommt ganz anders.

von Autor LIKProfil

Die großartige Moral der DJK Gebenbach wurde in einem interessanten, spannenden und in der Schlussphase hochdramatischen Derby in der Fußball-Bayernliga Nord mit dem 3:3-Ausgleich in der Nachspielzeit (90.+3) durch den eingewechselten Doppeltorschützen Marco Seifert doch noch belohnt. Dabei lag die Heimelf mit 0:3 zur Halbzeit schon scheinbar aussichtslos zurück. Es drohte ein ähnliches Debakel wie eine Woche zuvor beim 1:6 in Würzburg.

Vor 1224 Zuschauern - zugleich Besucherrekord für den Dorfverein - hatten die Gastgeber bereits in der 3. Minute die große Möglichkeit zur Führung. Nach einer Flanke von Timo Kohler wählte Nico Becker frei stehend am Elfmeterpunkt die falsche Variante. Statt den halbhohen Ball anzunehmen, nahm er ihn direkt und vergab. Pavel Novotny (7.) und Julian Ceesay (8.) mit einem Kopfball hatten weitere Chancen. "Bis zur Halbzeit waren wir eigentlich gut im Spiel. Leider nutzen wir unsere Tormöglichkeiten nicht so kaltschnäuzig wie das Mannschaften wie Ammerthal oder zuletzt auch Würzburg gemacht haben", sagte Gebenbachs Trainer Faruk Maloku. Gästecoach Jürgen Press lobte seine Mannschaft für die taktische Cleverness und den Spielwitz vor allem in der ersten Hälfte: "Wir waren eiskalt im Verwerten der Torchancen. So viele hatten wir nicht." Press konnte wieder auf den zuletzt fehlenden Thomas Schneider im zentralen defensiven Mittelfeld zurückgreifen. Damit standen alle entscheidenden Defensivstrategen bei Ammerthal auf dem Feld. Und wie schnell diese von Abwehr auf Angriff umschalten können, zeigten sie im ersten Durchgang einige Male. "Mit zwei, drei Kontakten können sie 40, 50 Meter überbrücken und haben ungemein viel Zug zum Tor", so Maloku über die Qualität des Gegners.

"Komplett gekränkt"

Michael Fischer in der 22. Minute und Tom Abadjiew in der 33. Minute brachten mit solch schnellen Gegenstößen die Gäste mit 2:0 in Front. Als dann auch noch Ralph Egeter praktisch mit dem Pausenpfiff (45.) nach einem Freistoß per Kopf das 0:3 gelang, glaubte kaum noch jemand, dass Gebenbach noch einmal zurückkommen würde. "Meine Mannschaft war in der Kabine komplett gekränkt. Wir wollten aber unbedingt die richtige Reaktion zeigen, uns gegenseitig hochziehen", verriet Maloku die Gefühlslage seiner Spieler in der Kabine. Und die Heimmannschaft zeigte gleich nach Wiederbeginn, dass sie sich noch nicht mit der drohenden Niederlage abgefunden hatte. Jonas Lindner riss mit einem klasse Pass die Gästeabwehr auf (55.), der stark spielende Johannes Böhm flankte in die Mitte, doch Pavel Novotny verfehlte knapp. Nach einer Stunde kam Marco Seifert für Novotny und der Druck auf das Gästetor nahm weiter zu. In der 62. Minute brachte Dominik Haller eine Ecke an den kurzen Pfosten - und Kai Hempel besorgte per Kopf den Anschlusstreffer. 20 Minuten vor Schluss hatte Michael Jonczy nach einem Konter die Entscheidung auf dem Fuß. Der Ammerthaler Torjäger schoss aber aus spitzem Winkel über das leere Tor. Drei Minuten später schlug Marco Seifert nach Zuspiel von Nico Becker zu und verkürzte auf 2:3. Damit war richtig Feuer drin für die letzte Viertelstunde. Faruk Maloku setzte jetzt alles auf eine Karte und brachte in der 82. Minute mit Martin Kopac und Dominik Siebert zwei zusätzliche Offensivspieler.

Seifert in der Nachspielzeit

In der 87. Minute hatten die Gebenbacher Fans schon den Torschrei auf den Lippen, als Oliver Gorgiev aus zehn Metern abzog, aber Torhüter Marcel Schumacher anvisierte. Doch in der Nachspielzeit war es soweit und die Derbyniederlage konnte verhindert werden: Dominik Haller brachte den Ball hoch in den Strafraum und der agile Seifert löste mit seinem Kopfballtor in der 93. Minute einen Jubelsturm bei den Gastgebern aus, der bei einem Siegtreffer nicht hätte größer sein können. "Dass in der zweiten Halbzeit der Druck größer wird, war klar", sagte Ammerthals Jürgen Press. "Wir haben alles reingeschmissen, was wir haben. Den Punkt nehmen wir gerne mit."DJK Gebenbach: Nitzbon - Jonas Lindner (83. Siebert), Ceesay, Biermeier, Gorgiev - Haller, Böhm (83. Kopac), Kohler, Hempel - Novotny (60. Seifert), Becker

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