30.08.2017 - 18:08 Uhr
GebenbachOberpfalz

Am Wochenende beginnt das Mausbergfest in Gebenbach Das kleine, feine Bergfest

Die Festwoche auf dem Mausberg beginnt am Sonntag. Sie steht wieder unter einem Thema. Federführend verantwortlich dafür ist Pfarrvikar Christian Preitschaft. Er sprach mit der AZ über das Fest, seinen roten Faden - und seine Besonderheiten.

Pfarrvikar Christian Preitschaft an einem seiner Lieblingsplätze, am Altar in der Mausbergkirche bei der Messfeier. Bild: swo
von Autor SWOProfil

Seit Amtsantritt von Pfarrer Christian Schulz und Pfarrvikar Christian Preitschaft gibt es ein Thema, das die ganze Festwoche überspannt. Diesmal heißt es: "Mit Maria auf dem Weg zu Jesus".

Wie ist dieses Thema entstanden?

Christian Preitschaft: Pfarrer Christian Schulz überlässt mir die Auswahl. Ich habe lange darüber nachgedacht und auch in meiner Gemeinde immer wieder mal gefragt. Klar war nur, dass ich in diesem Jahr wieder ein marianisches Thema wählen wollte - auch, weil der Mausberg ein Marienwallfahrtsort ist. Außerdem feiern wir in diesem Jahr ja 100 Jahre Patrona Bavariae.

Und was ist der Hintergrund?

Ich habe mich entschlossen, in diesem Jahr zwei Bereiche zusammenzuführen. Zum einen ist jedem Tag ein Marienwallfahrtsort zugeordnet. Von Altötting bis Guadalupe wurde hier ein Bogen gespannt. Dazu fügte ich auch einen Marientitel hinzu, um dem Tag ein näheres Thema zu geben. So ist beispielsweise am Samstag, 9. September, dem Wallfahrtsort Unserer Lieben Frau von Altötting der Marientitel "Maria, Mutter der göttlichen Vorsehung" beigeordnet.

Wäre es bei einem Wochenthema nicht sinnvoller, nur einen Prediger einzusetzen?

Der rote Faden ist dadurch gegeben, dass ich jedem Tag ein Thema vorgebe: Da macht es nichts aus, wenn dieses jeweils ein anderer Prediger bearbeitet. Außerdem habe ich dies von meinem Vorgänger übernommen und führe das auch gerne weiter: Von vielen Menschen aus der Pfarrei und darüber hinaus habe ich schon gehört, dass es schön ist, wenn verschiedene Prediger kommen.

Wallfahrten ist seit einigen Jahren wieder in - nicht nur auf dem Jakobsweg. Warum ist das so?

Die Menschen unserer Zeit laufen Gefahr, dass durch Stress in der Arbeitswelt das geistliche Leben - oder anders gesagt, das Besinnliche, Ruhige in ihrem Alltag - zu kurz kommt. Von Zeit zu Zeit braucht es dann schon mal eine Auszeit, in der ich mich besinnen kann auf wichtige Fragen wie: Was ist mir wichtig im Leben? Wie viel Platz gebe ich anderen Menschen in meinem Leben? Wie wichtig ist Gott für mein Glaubensleben? Dafür sind Wallfahrten in besonderer Weise geeignet.

Das Mausbergfest ist eines der kleineren Bergfeste. Was ist hier der Vorteil gegenüber einem großen Wallfahrtsort?

Zum einen ist alles etwas übersichtlicher, ja vielleicht sogar schon familiär. Viele, die kommen, kennen sich. Man trifft sich vielleicht nach einem Jahr mal wieder und verbringt eine schöne Zeit miteinander. Es werden aber auch immer wieder neue Bekanntschaften gemacht. Aber auch größere Wallfahrtsorte haben ihren eigenen Reiz.

Was macht das Mausbergfest besonders?

Für mich persönlich ist besonders, dass ich die Liturgie organisieren darf. Ich suche das Thema und die Prediger aus, ich bereite meine Teile der Liturgie vor und schaue auch, dass alles möglichst reibungslos verläuft. Das andere Besondere des Mausbergfestes ist bestimmt die eigene Atmosphäre: die schöne Natur, das Drumherum, die Ruhe und das Gemütliche. Und die Tatsache, dass eines der beiden Zelte von ehrenamtlichen Helfern aus der Pfarrei verantwortet wird. Der Erlös wird für den Erhalt der Mausbergkirche verwendet. Das ist ein enormer Kraft- und Zeitaufwand, der hier von vielen Menschen (in der Bergfestwoche rund 200 Helfer) betrieben wird, der aber nicht nur auf die Festwoche beschränkt, sondern oft auch über das Jahr verteilt erforderlich ist.

Viele kommen nicht wegen der Gottesdienste zum Bergfest, sondern wegen Bier und Bratwürsten. Gerät damit das eigentlich Wichtige in den Hintergrund?

Die Liturgie ist das Zentrum, das Herzstück des Bergfestes. Ich denke, dass auch diejenigen, die ohne einen Gottesdienst zu besuchen auf den Mausberg kommen, das im Hinterkopf haben und es respektieren. Ein Problem sehe ich darin nicht. Mir wäre es natürlich viel lieber, wenn jeder die Gottesdienste besuchen käme: Es wäre ein schöner Beginn für das anschließende Zusammensitzen. Aber ich bin auch für diejenigen zu sprechen, die die Gottesdienste nicht besuchen.

Thematisieren Sie das auch?

Ich nehme mir manchmal schon heraus, darüber zu sprechen - aber immer in möglichst netter Weise. Jeder Mensch ist ja ein von Gott Geliebter und eingeladen, in seinen Gottesdiensten sein Wort zu hören und die heilige Gabe zu empfangen.

Macht es Ihnen Freude, ein solches Bergfest zu organisieren, oder ist das eine zusätzliche Belastung?

Ich mache die Arbeit sehr gerne. Es ist zwar nicht immer einfach, für die Woche Prediger zu finden, da noch Urlaubszeit ist. Doch letztlich findet sich doch für jeden Tag ein Geistlicher, der die Liturgie feiern möchte. Es stimmt schon, dass es viel Zeit kostet. Aber wenn man sich so intensiv mit den Themen und der ganzen Woche befasst, dann feiert man die Gottesdienste ganz anders mit. Und wenn dann alles einigermaßen glatt über die Bühne geht, und die Menschen zufrieden sind, ist man umso froher über das Erarbeitete.

Kann das auch stressig sein? Andere machen um diese Zeit Urlaub.

Gestresst fühle ich mich nur, wenn ich die Zeit knapper werden sehe. Aber auch das hält sich in Grenzen. Was den Urlaub angeht, ist der zwar in dieser Zeit reduzierter als bei anderen, aber wenn man etwas gern macht, macht das nichts aus.

Was würden Sie am Mausbergfest ändern, wenn Sie es könnten?

Das Mausbergfest ist nicht jedes Jahr gleich. Was die Liturgie angeht, habe ich schon beim ersten Organisieren vor drei Jahren einige Änderungen vollzogen, zum Beispiel bei der Themenstellung. Die Zahl der Eucharistiefeiern am Morgen habe ich auch erhöht. Die eine oder andere kleinere Änderung kann sich im Lauf der Jahre noch ergeben. Im Großen und Ganzen aber steht das Mausbergfest, wie es im Moment gefeiert wird, auf soliden Beinen. Ich bin ganz zufrieden damit. So in etwa möchte ich es beibehalten. Was die weltliche Feier angeht, gibt es bessere Organisatoren und Teams, die das gestalten und wesentlich mehr Ahnung davon haben. Die machen das schon gut: Da brauche ich mich wirklich nicht einzumischen.

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