Wegen des langen Winters Amphibienwanderungen ungewöhnlich schnell erledigt
"Der Drang war einfach zu groß"

Ein Grasfroschpaar war unter den Tieren, die der OWV bei seiner Amphibienzählung in Sicherheit gebracht hat. Bild: pi
Lokales
Georgenberg
29.04.2013
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20 Tage, 149 Stunden und 838 Kilometer sprechen für sich. Unter der Federführung von Rainer Folchmann hat der Oberpfälzer Waldverein nach 2012 zum zweiten Mal die Krötenwanderungen in der Gemeinde überwacht und dann die Ergebnisse registriert und kartiert.

"Damit haben wir wieder einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz sowie zur Erhaltung seltener Tier- und Pflanzenarten beigetragen", stellt der Landschafts- und Naturschutzwart fest. Die Resultate wird er wieder dem Landesamt für Umwelt in Augsburg übermitteln.

Begonnen hatte die gesamte Aktion mit der Aufstellung der Amphibienzäune entlang der Staatsstraße 2396 von Georgenberg in Richtung Galsterlohe am Ortsende von Georgenberg, außerdem an der Staatsstraße 2154 von Georgenberg nach Waldkirch am Kohlenmeiler bei der Waffenschmiede und in der "Kannerskurve".

Unterstützung vom Bauamt

Folchmann konnte dabei wieder auf die Unterstützung des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach mit Helmut Peintinger, dem Leiter der Straßenmeisterei Vohenstrauß, und Karl Feiler zählen.
Technischer Amtsrat Johann Baumer bestellte den OWV-Umweltexperten zum privaten Betreuer der Amphibienzäune. "Unser Vorsitzender Manfred Janker hat mich voll unterstützt", blickt Folchmann auf die vergangenen Tage zurück. Während der Aktion war er mit seinen ehrenamtlichen Helfern mehrere Male am Tag unterwegs. "Rainer war ja fast rund um die Uhr mit seinen Aufgaben beschäftigt", weiß Janker das Engagement zu schätzen.

Laut Folchmann findet nach der Zählung noch eine Begehung mit Forstdirektor Stefan Bösl, dem Chef des Forstbetriebs Flossenbürg, und Ingeborg Roßmann von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Neustadt/WN statt. "Dabei werden wir die Lebensräume genau inspizieren", lässt der Landschafts- und Naturschutzwart wissen.

"Es wird dann auch besprochen, was an Lebensräumen für Amphibien und Reptilien sowie Pflanzen und Flechten unbedingt erhalten werden muss und welche Lebensräume so umgestaltet werden müssen, damit sich seltene Tier- und Pflanzenarten heimisch fühlen können." Rückblickend freut sich Folchmann, "dass wegen des sehr langen Winters die Amphibienwanderungen ungewöhnlich schnell über die Bühne gegangen sind". Das ist für ihn auch der Grund, warum die Tiere ihre Laichplätze schnell erreichen wollten. "Der Drang war halt einfach zu groß."

Ergebnis überwältigend

Zusammenfassend spricht er von einem überwältigenden Ergebnis und stellt fest: "Neben Erdkröten, Fröschen und Molchen haben wir auch bedrohte Tierarten gefunden." Bedauerlich nennt er jedoch den Rückgang bei den Fadenmolchen, Bergmolchen, Teichmolchen, Grasfröschen und Wasserfröschen. Gezählt hatte das Team insgesamt 2985 Kröten, darunter drei Kreuzkröten, sowie 15 Grasfrösche, 191 Teichmolche, 84 Bergmolche und eine Zauneidechse.

"Neben der Anlage der Laichgewässer muss eine dauerhafte Pflege der Strukturen gewährleistet sein", nennt der OWV-Umweltfachmann als Fazit und Hauptziel. Nach seinen Feststellungen sind in der Gemeinde nämlich nicht nur seltene Tiere und Pflanzen gefährdet, sondern auch einige Reptilien oder Amphibien-Populationen. Umso mehr freut er sich, "dass unser Amphibienzaun der größte im Landkreis ist".
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