Freie Wähler diskutieren in Georgenberg
Kosten für Kläranlage zu hoch

Alfred Schriml (Mitte) steht weiterhin an der Spitze der Georgenberger Freien Wähler. Bild: pi
Politik
Georgenberg
08.03.2018
161
0
 
Alfred Schriml (Mitte) steht weiterhin an der Spitze der Georgenberger Freien Wähler. Bild: pi

Der "schwarze" Bürgermeister Johann Maurer bei den Freien Wählern als Gast in der Jahreshauptversammlung: Das war vor einiger Zeit noch undenkbar.

Vorsitzender Alfred Schriml, der für weitere drei Jahre an der Spitze des FW-Ortsverbandes steht, hatte den CSU-Mann Johann Maurer in das Landhotel "Kastanienhof" aber bewusst eingeladen, "weil ich es für wichtig halte, mit dem Gemeindeoberhaupt zwei wichtige Themen zu diskutieren, die entweder günstig oder teuer abgewickelt werden oder bereits seit Jahren hohe Kosten verursachen und eine parteiübergreifende Lösung dringend erfordern".

Nicht zufriedenstellend waren für Schriml, der eingangs die Verdienste des 2017 verstorbenen Josef Wolf gewürdigt hatte, die hohen Kosten bei der Kläranlage Neuenhammer, so dass die Einleitungsgebühren seit 1997 von damals 0,96 Euro pro Kubikmeter auf derzeit 7,84 Euro und zusätzlich 150 Euro Grundgebühr gestiegen seien. Als Hauptursachen hatte der ehemalige Bürgermeister die steigenden Fixkosten, Instandsetzungsmaßnahmen und rückläufige Einleitungsmengen ausgemacht. Zusammenfassend schlug er einen "Runden Tisch" vor, um Lösungen zu besprechen, und bei der nächsten IFAT-Messe nach kostengünstigen Alternativen zu suchen.

"Es ist noch nichts entschieden", sagte Maurer zur Absicht der Gemeinde, eventuell die Kläranlage aufzugeben und das Abwasser nach Pleystein zu pumpen. "Wir haben bei der Stadt Pleystein vorerst nur eine Anfrage gestellt." Im Übrigen verwies der Bürgermeister auf die Empfehlung des Wasserwirtschaftsamts Weiden und ergänzte: "Wir alle wollen das Günstigste für die Bürger." Die inzwischen vollzogene Aufhebung der Ausschreibung für die Erschließung des Baugebiets "Sandfeld" begründete Maurer mit dem über 25 Prozent höherliegenden Ausschreibungsergebnis gegenüber der Kostenberechnung des Planungsbüros. Er wies darauf hin, "dass nur ein Angebot eingegangen ist".

Schriml befürwortete deshalb, die Erschließung mit den Grundstückseigentümern zu diskutieren und die Arbeiten nach Bedarf durch das Personal des Bauhofs und örtliche Unternehmen ausführen zu lassen. Im Übrigen verwies er auf die optimale Lage des Baugebiets mit geringen Entfernungen zur Kindertagesstätte und zur Grundschule. Nachholbedarf sah der FW-Chef bei der Jugendförderung und konnte sich als "coolen Treffpunkt" etwa einen Bahnwaggon oder ein altes Gebäude vorstellen. Auch bei den Kinderspielplätzen sah er "Luft nach oben".

Im Feuerwehrbedarfsplan vermisste er die Aufnahme von Wasserzisternen, die Standorte der Ober- und Unterflurhydranten oder die Nutzung von Güllefässern als mobile Tanker, "um auch schlecht zugängliche Einsatzstellen erreichen zu können". Ferner sprach er sich dafür aus, in Sachen "Leerstand" - etwa bei der Nutzung des Rathauses - die Bevölkerung mit einzubinden.

Zustimmung von Schriml gab es für den Neubau des Gerätehauses für die Feuerwehr Brünst und seinen Appell, den Zuschussantrag des TV Vohenstrauß für den Betrieb des Skilifts am Fahrenberg zu unterstützen, "weil dieser seit vielen Jahren genutzt wird und verhindert, dass Wintersport-Begeisterte Hunderte Kilometer ins Hochgebirge fahren müssen". Schatzmeister Berthold Zintl verwies auf einen geringfügigen Überschuss.

Es ist noch nichts entschieden.Bürgermeister Johann Maurer zu möglichen Plänen, die Kläranlage Neuenhammer aufzugeben


NeuwahlenVorsitzender der Freien Wähler bleibt Alfred Schriml. Sein Stellvertreter und Schriftführer ist Anton Hirnet. Als Schatzmeister fungiert Berthold Zintl. Beisitzer sind Gisela Pieper, Martin Scheibl und Jürgen Schiller. (pi)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.