08.02.2018 - 17:02 Uhr
Gleiritsch

Gleiritscher Gaudiwurm setzt neue Maßstäbe "Volle Pulle" jetzt aufs Neue

Der Zündstoff lagert in dunklen Scheunen und versperrten Garagen. Nur der Bürgermeister weiß um die Sprengkraft der bunten Mischung, die am Samstag in Gleiritsch vor keinem Tabu-Thema Halt macht. Manche Maske aus dem Vorjahr ist erneut brandaktuell.

Für den Gleiritscher Faschingszug braucht diese Gruppe eigentlich nur die alten Masken aus der Klamottenkiste zu holen: Martin Schulz (hier verkörpert von Sebastian Zeus) ist nun allerdings nicht als Kanzler-Kandidat, sondern als potenzieller Minister aktuell. Archivbild: frd
von Monika Bugl Kontakt Profil

Was die Länge des Faschingszugs und den Ideenreichtum betrifft, setzt die Gemeinde Jahr für Jahr neue Maßstäbe. Heuer haben sich 29 Gruppen angemeldet, davon 8 Vereine aus Gleiritsch. Im Vorjahr lag der bisherige Rekord bei 20 Gruppen. Der Gaudiwurm formiert sich am Samstag, 10. Februar, um 13 Uhr am Gasthaus Liebl, um ab 14 Uhr Kurs auf die Ortsmitte zu nehmen. Über Kirchstraße, Am Vogelherd und Zeinrieder Straße geht es Richtung Bauhof, wo ein Partyzelt auf die Faschingsfans wartet und das bunte Treiben eine Fortsetzung findet.

Ob sich auch in diesem Jahr Martin Schulz wieder auf einem Faschingswagen blicken lässt? Freilich könnte er sich im vergangenen Jahr an der Vogelgrippe angesteckt haben, flott kostümierte Hühner, die den Stall-Zwang anprangerten, gab es da genug. Angesichts der geplanten Landtagswahl im Oktober und des Gerangels um eine Große Koalition könnte der "närrische Wahlkampf" heuer gleich nahtlos wieder Fahrt aufnehmen. Mag sein, dass die Politik auch in diesem Jahr wieder Konkurrenz von einem modisch topaktuellen König Ludwig II. bekommt, der nicht nur die Bayern-Fans begeistert.

"Kabel drin - Straße hin": Auch dieses Motto ließe sich angesichts der Debatte um Straßenausbau-Beiträge locker wieder auf die Schippe nehmen. Vor einem Jahr war dabei die Wiederherstellung der Straßen nach der Verlegung von Kabeln für das schnelle Internet thematisiert worden. Die "Bayerwald-Hotline" hatte geworben: "Ruf an, bleib dran", und damit so manchem Kunden aus der Seele gesprochen, der vergeblich mit den Anbietern Kontakt aufnehmen wollte.

Treu bleiben sich die Gleiritscher bei diesem inzwischen 13. Gaudiwurm ihrem Schlachtruf "Volle Pulle Gleiritsch" und der Gepflogenheit, bis zur letzten Minute die Themen geheim zu halten. Nicht einmal die beteiligten Gruppen wissen, was die jeweiligen Teilnehmer auf ihren Festwagen geladen haben. Auf das Engagement von acht Vereinen aus dem Gemeindebereich ist Verlass. Damit sich nicht alle auf das gleiche Thema stürzen, weiß lediglich Bürgermeister Hubert Zwack, was da alles in der Ideenkiste schlummert.

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