22.05.2014 - 00:00 Uhr
GleiritschOberpfalz

Dorfladen prädestiniert für Staatspreis - Bewertungskommission nimmt Konzept unter die Lupe Von Ameisenköder bis Zucker

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vergibt alle zwei Jahre den Staatspreis "Land- und Dorfentwicklung 2014" für öffentliche Maßnahmen wie Dorferneuerung, Flurneuordnung oder Projekte der Integrierten Ländlichen Entwicklung. Jetzt ist die Gemeinde als möglicher Preisträger nominiert.

von Susanne GschreyProfil

Mit dieser Auszeichnung werden herausragende gemeinschaftliche und öffentliche Leistungen in Projekten der Ländlichen Entwicklung und somit auch das große Engagement und die Eigenverantwortung von Bürgern für ihre Heimat gewürdigt.

Ausschlaggebend für die Nominierung von Gleiritsch ist der Dorfladen mit dem neu geschaffenen Dorfplatz, ein Ergebnis der Einfachen Dorferneuerung. Eine Bewertungskommission unter dem Vorsitz von Ministerialdirigent Maximilian Geierhos aus dem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie Vertretern des Amtes für Ländliche Entwicklung war dazu gut eineinhalb Stunden in Gleiritsch unterwegs. Auch Landrat Thomas Ebeling war mit von der Partie und freute sich darüber, dass Gleiritsch als flächenmäßig kleinste Gemeinde für diesen Staatspreis nominiert wurde.

Bürgermeister Hubert Zwack informierte über die Entstehung des Dorfladens. Er berichtete zudem vom monatlichen Backtag am Dorfbackofen, in dem mittlerweile 180 bis 200 Brote und verschiedenes Gebäck für den Dorfladen produziert wird. Auf Vorbestellung erhält man das Gleiritscher Specklaiberl, Zwiebelbrot, Körnerbrot oder Holzofenbrot. Im Arbeitskreis Blumenschmuck kümmern sich 7 bis 10 Frauen um einen blühenden Dorfplatz und -brunnen.

Anton Brand, Geschäftsführer der Dorfladen UG, gab den Anwesenden einen Überblick über die Rechtsform des Dorfladens und erklärte, dass mittlerweile 113 Gesellschafter Anteile am Dorfladen haben. Ein wöchentlicher Flyer informiert die Bürger auch über die Gemeindegrenzen hinaus über Angebote, neue Artikel oder anstehende Veranstaltungen.

Der Dorfladen bemühe sich um ein Vollsortiment, was die Artikel des täglichen Bedarfs anbetrifft. Zwischen 80 und 100 Kunden am Tag nutzen demnach das reichhaltige Angebot von Metzger, Bäcker oder Gemüselieferanten aus der Region. "Sollte es vorkommen, dass jemand bestimmte Artikel vermisst, können diese jederzeit bestellt werden", merkte er an. "Mit sechs Arbeitnehmerinnen in Teilzeit ist der Dorfladen größter Arbeitgeber in der Gemeinde."

Maria Pretzl berichtete als Verkäuferin im Dorfladen von den Vorteilen: kurze Wege, ein Treffpunkt für ältere Leute und eine Einkaufsmöglichkeit auch für Kinder. Nachmittags habe sich mittlerweile ein "Kaffeekränzchen" eingebürgert, vormittags lade die warme Theke zur Brotzeit ein. Zweite Bürgermeisterin Rita Schwandner teilte ihre Sicht als Kundin des Dorfladens in Versform mit. Von Ameisenköder bis Zucker sei alles vorhanden, "was nicht da ist, wird auch nicht gebraucht".

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