26.08.2014 - 00:00 Uhr
GleiritschOberpfalz

Gemeinde Gleiritsch legt im Haushalt 2014 eine "Verschnaufpause" für Maßnahmen ein Schuldenstand schrumpft weiter

"Mit dem Schuldenabbau gehen wir in die richtige Richtung", freute sich Kämmerer Sebastian Höcherl bei der Gemeinderatssitzung. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Verabschiedung des Haushalts 2014, der rund eine Million Euro umfasst.

von Udo WeißProfil

Zuerst stand jedoch die Vereidigung des neu gewählten Gemeinderates Johann Zeus auf dem Programm. Diese war noch nachzuholen, da Zeus bei den ersten zwei Sitzungen der Wahlperiode 2014/2020 verhindert war.

Wassergebühren zu niedrig

Da keine Bauanträge vorlagen, leitete Bürgermeister Hubert Zwack zum Haupttagesordnungspunkt über. Kämmerer Sebastian Höcherl erläuterte die wichtigsten Daten des Finanzplans und des Investitionsprogramms für die Jahre 2013 bis 2017 sowie des Haushaltsplans 2014. Die Räte nahmen diese einstimmig an. Im Vermögenshaushalt schließt der Haushaltsplan mit knapp 200 000 Euro, im Verwaltungshaushalt mit 820 000 Euro. Der Anteil an der Einkommenssteuer (273 000 Euro), die Schlüsselzuweisung (189 000 Euro) und die Grund- und Gewerbesteuern (110 000 Euro) bilden den Schwerpunkt der Einnahmen im Verwaltungshaushalt.

Mit 668 Einwohnern hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 14 Personen erhöht, was sich auch positiv auf die Schlüsselzuweisung auswirkt. Die Ausgaben für die Wasserversorgung liegen seit 2012 im defizitären Bereich. "Aufgrund der Mehrausgaben der letzten Jahre sollte 2015 eine Gebührenanpassung vorgenommen werden", so Höcherls Empfehlung. Gut laufe die Photovoltaikanlage mit einem Reingewinn von etwa 9000 Euro. Die Maßnahmen des Vermögenshaushalts, die 2014 weitergeführt werden, belaufen sich auf 104 000 Euro. Dazu zählen der Investitionszuschuss für die Kinderkrippe Teunz (42 000 Euro) und die Breitbandversorgung (35 000 Euro). Die größte Einnahme im Vermögenshaushalt stellt die Investitionspauschale (132 000 Euro) dar, sie macht fast 70 Prozent aus, erklärte Höcherl.

Die Tilgung von Krediten (88 000 Euro) stellt 46 Prozent der Ausgaben dar. Am Ende des Jahres sei der Schuldenstand dadurch auf 258 000 Euro geschrumpft, zu Beginn des Jahres lag er noch bei 347 000 Euro. Die sehr positive Entwicklung der Schulden, die 2008 nur 17 000 Euro betrugen, 2011 aber auf 470 000 Euro hochgeschnellt sind, führt zu einer momentanen Pro-Kopf-Verschuldung von 387 Euro (vergleichbare Gemeinden liegen bei 589 Euro).

Sehr gering falle die Zuführung zum Vermögenshaushalt aus (1339 Euro), die 2013 noch bei 34 000 Euro lag. "Gott sei Dank haben wir gute Rücklagen", so Höcherl. Nach der umfassenden Dorfkernsanierung stehen gegenwärtig keine größeren Investitionen an. "Wir brauchen eine Verschnaufpause, um dann wieder Neues anzupacken", stellte Bürgermeister Zwack abschließend fest. Dem Antrag auf Gewährung eines Zuschusses (1,70 Euro pro Kind/Monat) für die Kinder, die an der musikalischen Früherziehung im Teunzer Kindergarten teilnehmen, stimmte das Gremium geschlossen zu. Auch die Übernahme der Kosten der Aufschüttung des Beachvolleyballfeldes am Badeweiher (1452 Euro), welche von der KLJB Gleiritsch veranlasst wurde, fand die volle Zustimmung der Räte.

Bürgermeister Zwack gab noch zwei nichtöffentliche Beschlüsse bekannt: Der Auftrag für Ersatzpflanzen für den Friedhof und die Neuanpflanzung von Bäumen im Schlehenweg ging an die Firma Punzmann in Kirchendemenreuth. Zwei zusätzliche Stelen für die Urnenanlage im Friedhof wurden genehmigt. Zwack informierte die Räte über die Verleihung des Staatspreises am 13. November in der Münchner Residenz, an der etwa 15 Personen teilnehmen dürfen. Der Fördersatz für den Breitbandausbau betrage 80 Prozent, das entspreche 790 000 Euro.

Thema Windkraft

Breiten Raum nahm eine von Johann Zeus angestoßene Diskussion ein, in der er sich grundsätzlich positiv zu Windkraftanlagen äußerte. Bürgermeister Zwack legte detailliert dar, warum man als Gemeinde selber eine geeignete Fläche ausgewiesen habe, sich aber gegen die in Pamsendorf geplanten Windräder zur Wehr setze. Auf die Empfehlung von Zeus, die Gemeinde solle auf die Vorwürfe in Leserbriefen ebenfalls mit einem Leserbrief im "Neuen Tag" antworten, sagte er: "Wir sind in ständiger Kommunikation mit dem Landratsamt." Für alle, die noch Informationsbedarf haben, wies er auf die Bürgerinitiative hin, die sehr engagiert jeden Freitag Vorträge oder Stammtische anbietet. Eine nicht öffentliche Sitzung schloss sich an.

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