Gemüse im Hausgarten ist immer frisch - Kreisfachberaterin gibt Tipps für den Anbau im eigenen ...
An Vitaminen nicht zu übertreffen

Lokales
Gleiritsch
16.04.2013
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Frischer und vitaminreicher wie aus dem eigenen Garten gibt es keine Küchenkräuter, Paprika, Radieschen oder Tomaten. Das stellte Kreisfachberaterin Heidi Schmid bei der Jahreshauptversammlung des Gartenbau- und Ortsverschönerungsvereins (GOV) im Gasthaus "Zum Dorfwirt" fest. Dort referierte sie über das Thema "Erfolgreicher Gemüseanbau im Hausgarten" und zeigte passende Bilder.

Gesunde Ernährung und hochwertige Lebensmittel ohne Transportaufwand sind der Grund, warum immer mehr Menschen, v.a. junge Familien, zurück zum eigenen Garten kehren. Sollte jemand keinen Platz für einen Gemüsegarten haben, geb es die Möglichkeit, verschiedene Sorten wie Tomaten oder Paprika im Topf oder im Balkonkasten (Salate) anzubauen. Wichtige Voraussetzungen für das vitaminreiche und frische Gemüse sind zunächst aber die Planung sowie richtiges Aussäen und Pikieren.

Gartenfreunde sollten sich genau überlegen, was und wie viel sie anbauen wollen. Nicht immer sei zuvor ein Umstechen erforderlich. Dies empfehle sich nur bei schweren tonigen und Flächen mit viel Unkraut. "Biogärtner gehen sogar so weit, dass ein Umgraben überhaupt nicht sein muss, da das Bodenleben nicht auf den Kopf gestellt werden soll", gab Schmid zu bedenken.
Für die Aussaat riet sie zu hochwertigem Saatgut und keimfreiem, nährstoffarmem Substrat. Da die meisten Pflanzen Dunkelkeimer sind, werden die Samen mit einer feinen Erdschicht abgedeckt. Durchsichtige Kunststoffhauben oder lichtdurchlässiger Folie können laut Schmid für ein Treibhausklima sorgen, und eine Styroporunterlage auf dem Fensterbrett verhindere Kälte von unten. Pikiert werden die Pflänzchen, sobald sich die ersten Laubblätter zeigen, dadurch bekommen sie mehr Licht, Platz, Luft und Nährstoffe. Vor dem Auspflanzen sollten die Pflanzen abgehärtet werden.

Mischkulturen - also mehrere Gemüsesorten auf einem Beet - beugen Schädlingen vor und unterstützen das Pflanzenwachstum, informierte die Fachfrau. Außerdem gelte es die Fruchtfolge zu beachten, der Boden werde sonst zu sehr ausgelaugt. Nach Starkzehrern (Tomaten, alle Kohlarten) könne man Gemüse mit mittlerem Nährstoffbedarf (Möhren, Kohlrabi) und dann Schwachzehrer (Radieschen, Salat) pflanzen.
Schmid nahm auch den Trend zum Hochbeet unter die Lupe. Tatsächlich biete das System Vorteile. Am besten sei es, ein Hochbeet im Herbst in Nord-Süd-Richtung anzulegen. Die verwendete Erde sollte frisch und damit frei von Schädlinge und Krankheiten sein. Gedüngt werde am besten mit reifem Kompost, im Gemüsegarten seien drei Liter pro Quadratmeter ausreichend. Brachliegende Beete könnten durch Gründüngung mit Phacelia (Bienenweide) oder Wicken (Schmetterlingsblütler) verbessert werden.

Schmid ging anschließend auf einzelne Gemüsesorten näher ein und verdeutlichte, wie gesund Paprika oder Tomaten sind. Immer mehr im Kommen sei der Rucola-Salat, der durch seine Senf-Öle sehr wertvoll sei und vor der Blüte geerntet werden muss. Sonst schmecke er bitter. Generell würden Schnittsalate eine mehrmalige Ernte ermöglichen - sofern das Herz der Pflanze nicht verletzt wird. Gegen Raupen bei Broccoli und Blumenkohl empfahl Schmid einen möglichst frühen Anbau und das Abdecken mit Vlies. Was Steckzwiebeln betrifft riet sie nicht allzu großen Exemplaren.

Die Referentin ging dann noch dem bitteren Beigeschmack mancher Möhren auf den Grund und führte dies auf die Möhrenfliege oder eine gemeinsame Lagerung mit Obst und grüne Rübenköpfe zurück. Mit einem Bild über Vogelscheuchen und dem Hinweis, dass es früher keinen Hausgarten ohne diese nützlichen "Schutzpersonen" beendete Schmid ihren Vortrag.
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