10.02.2012 - 00:00 Uhr
GleiritschOberpfalz

Gründungs- und Gesellschaftsversammlung für Dorfladen - Spontan 12 000 Euro gezeichnet Finanzieller Grundstock steht

"Der Gleiritscher macht das, was er sagt und steht zu seinem Wort." Das war am Mittwochabend das Fazit des Fachberaters für Dorfläden in Bayern, Wolfgang Gröll, am Ende der Gründungs- und ersten Gesellschaftsversammlung für den Dorfladen Gleiritsch im Gasthaus Leipold.

Schwerstarbeit hatte der "Fachberater für Dorfläden in Bayern", Wolfgang Gröll, zu leisten. Mit den Bürgern der Gemeinde Gleiritsch erarbeitete er einen Gesellschaftsvertrag mit Überschussbeteiligung, hinter dem sie auch stehen. Bild: frd
von Christof FröhlichProfil

Eine nie erwartete Zahl von über 70 Versammlungsteilnehmern hat an diesem Abend bereits für ein "Startkapital" von 12 000 Euro gezeichnet. Viele nahmen ihre "Gesellschaftsverträge" mit heim, um sie nach gründlichem Studium ebenfalls zu unterzeichnen, um sich mit mindestens 200 Euro (nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt), in die "Unternehmergesellschaft (UG) einzureihen und "Mitbesitzer" am Dorfladen zu werden.

Unternehmergesellschaft

Das Gasthaus Leipold war am Mittwochabend gut gefüllt, als Bürgermeister Hubert Zwack die Gründungs- und Gesellschaftsversammlung für den Gleiritscher Dorfladen eröffnete und neben dem Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach, Anton Brand und den zahlreichen Gleiritschern, besonders den Fachberater für Dorfläden in Bayern, Wolfgang Gröll, willkommen hieß. Wie Gröll ausführte, solle der Dorfladen Gleiritsch die Nahversorgung der Bürger der Gemeinde Gleiritsch mit Produkten des täglichen Bedarfes, insbesondere mit Lebensmitteln und Haushaltswaren sicherstellen. Mit einer "Unternehmergesellschaft" (UG), die eine Form der GmbH ist, soll das Gemeinwohl in der Gemeinde Gleiritsch wirksam gefördert werden. Die Gründung dieser UG erfolgt aus einem rein ideellen, nicht aus einem wirtschaftlichen Interesse heraus.
Um die Einrichtung und den Betrieb des Dorfladens auf eine solide finanzielle Basis stellen zu können, sind die Bürger der Gemeinde Gleiritsch bereits in zwei vorhergehenden Versammlungen gebeten worden, einen Beitrag in Form einer "stillen Beteiligung" an diesem Dorfladen mit einer Einlage von mindestens 200 Euro (oder mehr) zu leisten, damit das erforderliche Startkapital von etwa 26 000 Euro als Basiskapital zur Verfügung steht.

In seinen Ausführungen wies Gröll ausdrücklich darauf hin, dass im Falle einer Insolvenz, wovon zunächst niemand ausgeht, die Mitglieder der UG mit maximal diesen 200 Euro haften, die "Rendite" wird in Warengutscheinen ausbezahlt. Scheidet ein Mitglied (nach frühestens zwölf Jahren aus der UG aus, bekommt es seine Einlage wieder zurück. Bei der Vorlage und der Erläuterung des Vertragsentwurfes konnten die Anwesenden Formulierung ändern lassen, über jede einzelne Passage dieses Vertrages wurde abgestimmt. Wie Gröll anhand von "Vergleichs-Dorfläden" ausführte, werde im Gleiritscher Dorfladen von einem Mindestumsatz von 200 000 Euro im Jahr ausgegangen, diese Zahl sei eher vorsichtig kalkuliert worden. Bei bereits 120 gegründeten Dorfläden sei eine Erfolgsquote von 90 Prozent zu verzeichnen gewesen, letztendlich liege es an den Gemeindebürgern selbst, wie erfolgreich "ihr Dorfladen" sei.

Hervorragende Quoten

Immerhin habe eine Befragung in der Gemeinde Gleiritsch ergeben, dass 91 Prozent der Gemeindebürger diesen Dorfladen wollen, 93 Prozent erklärten, dass sie dort auch einkaufen wollen, was hervorragende Quoten sind. Nachdem das Vertragswerk erstellt und von allen Anwesenden "abgesegnet" worden war, wurden die Verträge gedruckt und an die "potentiellen UG-Mitglieder" verteilt.

Dass an diesem Abend schon für 12 000 Euro gezeichnet wird, hatten weder Wolfgang Gröll noch Bürgermeister Hubert Zwack erwartet. Beide zeigten sich sehr erfreut darüber und bestätigten den Gemeindebürgern, dass die sie hinter ihren Worten oder Befragungsergebnissen auch stehen. Wenn nun (als Zeitanhalt wurden zwei Wochen vorgegeben), für das erforderliche Startkapital gezeichnet ist, können in einer weiteren Versammlung der Aufsichtsrat und die Beiräte gewählt werden. Daran zweifelt wegen der schon hohen Zeichnungen an diesem Abend niemand mehr.

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