05.10.2011 - 00:00 Uhr
GleiritschOberpfalz

Gute Prognose für Dorfladen in Gleiritsch: Arbeitskreis startet Lebensmittel aus der Region

Die Zeit, um einen sogenannten "Dorfladen" in Gleiritsch einzurichten, ist ganz offensichtlich gekommen. Dieser Schluss darf jedenfalls aus der unerwartet großen Anzahl der Teilnehmer an der Informationsversammlung gezogen werden, die kürzlich in der Gastwirtschaft Leipold stattfand.

von Autor ELUProfil

Rund 70 Gemeindebürger zeigten, dass zumindestens die Gelegenheit genutzt wurde, um aus berufenem Mund Einzelheiten zu hören. Der Sachvortrag von Wolfgang Gröll aus Starnberg wurde deshalb mit viel Interesse verfolgt. Gröll ist für das Institut für Nahversorgung in Bayern tätig. Anschließend wurden viele Fragen gestellt. Bürgermeister Hubert Zwack konnte auch seinen Altendorfer Kollegen Georg Köppl und Bauingenieur Albert Krämer begrüßen sowie Baudirektor Walter Bodner von der Direktion für Ländliche Entwicklung in Regensburg. Letzter ist der Ansprechpartner für die derzeit noch laufende "Einfache Dorferneuerung".

Frische Waren

Wolfgang Gröll ging in seinem Sachvortrag zunächst auf den Aufbau des Lebensmittelmarktes in der Bundesrepublik Deutschland ein. Der oft in den Mund genommene Begriff des "Tante-Emma-Ladens" als Nahversorgungseinrichtung erlebt nach seinen Erfahrungen derzeit eine "Renaissance" ganz nach dem Motto: "Wer weiter denkt, kauft näher ein." Pilotprojekte laufen bereits seit dem Jahre 2000 und bieten auch Seiteneinsteigern durchaus Möglichkeiten. Der Dorfladen, für den es drei Grundmodelle gibt, sollte aber keinesfalls ein reiner Lebensmittelmarkt sein.
Die bereits bestehenden Läden konnten schon häufig bei Bewertungen Ehrenpreise erzielen. Es gilt vor allem, die Dorfgemeinschaft mit frischer und qualitativ hochwertiger Ware davon zu überzeugen, dass mit den Supermärkten Schritt gehalten werden kann. Nicht vergessen darf hierbei werden, dass die Verbraucher heute steigende Ansprüche an den Service geltend machen. 74,8 Prozent des Umsatzes bei Lebensmitteln erreichen heutzutage die zehn größten Discounter. Auch ein Dorfladen wird kaum daran vorbei kommen, ein Vollsortiment aufzuweisen. Vor allem, so unterstrich Gröll, ist es notwendig, regionale Spezialitäten zu führen und anzubieten.

Gerade hierzu sind die marktbeherrschenden Konzerne nicht in der Lage. Wenn es die Größe der Verkaufsräume erlaubt, könnten in Dorfläden Flächen an erfahrene Bäcker und Metzger gegen Entgelt überlassen werden. Wenn es eine solche Möglichkeit geben sollte, wird ein solches Angebot bei weitem mehr genutzt, als wenn solche Betriebe versuchen, an einer Straßenecke Umsatz zu erreichen. Ein Garant für ein kleinflächiges Ladengeschäft ist die Kundenanbindung neben der Marketingstrategie. Ein wesentlicher Grund für den Rückgang kleiner Geschäfte waren sicherlich auch Generationsprobleme.
Der Sprecher leitete dann über zu den Modalitäten, die bei der Gründung eines Dorfladens voraus gehen müssen. Benötigt wird ein Arbeitskreis, dessen Mitglieder bereits über Kenntnisse im Lebensmittelhandel verfügen. Ein solches Gremium hat möglichst rasch zu klären, welche Rechtsform der Gleiritscher Dorfladen bekommen soll. Der Verlust eines größeren Kapitals ist nicht zu befürchten, weil jedes Mitglied nur mit dem Nennbetrag - in der Regel einige 100 Euro haftet.

Genossenschaft gründen

Gröll erwähnte ferner, dass nach seinen Erfahrungen die Gemeinden naturgemäß nur in der Anfangsphase helfen und den Dorfladen unterstützen. Schnellstmöglichst wäre nach seinen Worten jetzt der Arbeitskreis für die Gründung der Genossenschaft zu bilden. Die Aufbauphase nimmt bestimmt nach langjährigen Erfahrungen mehrere Monate in Anspruch. Sollten Baumaßnahmen erforderlich sein, könnte rund ein Jahr vergehen. Zahlreiche an ihn gerichtete Fragen beantwortete der Redner sofort und umfassend.
In seinen Schlussworten bedankte sich Bürgermeister Hubert Zwack beim Referenten und bei den Teilnehmern an der Versammlung. Er appellierte an die Bürger, keine Zeit mehr zu verlieren. Sehr erfreulich war dann die Tatsache, dass sich spontan acht Personen für die Mitarbeit im Arbeitskreis meldeten. Für den baldmöglichst zu schaffenden Arbeitskreis können sich selbstverständlich auch weitere, interessierte Bürger bewerben. Ihnen wird empfohlen, sich bis spätestens zum Ende der laufenden Woche an Bürgermeister Hubert Zwack, Telefon 1541 oder an die Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach, Anton Brand, Telefon 09671/920011, zu wenden.

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