21.09.2012 - 00:00 Uhr
GleiritschOberpfalz

Neuer Dorfladen begeistert die Kundschaft mit großem Sortiment und regionalen Produkten "Tante Emma" kehrt zurück

Der erste Kunde stand schon um 6.25 Uhr vor dem Dorfladen. Eine Tasse Kaffee, frisch aus dem Automaten, brachte als erstes Produkt die Kasse in den frisch renovierten Räumen zum Klingen. Für viele Gleiritscher ging ein Traum in Erfüllung: endlich wieder ohne Auto einkaufen.

Sabrina Zitzmann und Agnes Schwarz (von links) haben knapp zwei Stunden nach Eröffnung des Dorfladens schon eine ganze Reihe von Kunden bedient. Bilder: Bugl (3)
von Monika Bugl Kontakt Profil

"Ich glaube, der kommt wieder", schätzt Bürgermeister Hubert Zwack den ersten Kunden ein, "er ist mit einem Lächeln auf dem Gesicht gegangen". Morgens um 9 Uhr hat auch der Bürgermeister und Geschäftsführer des Dorfladens schon seinen ersten Einkauf hinter sich. Er strahlt angesichts der Kommentare, die er zu hören bekommt. "Aha, schön" sagt eine Kundin im Vorbeigehen. "Hier trifft man sich mal wieder", tönt es aus der Ecke neben dem Gemüsestand. "Alle sind begeistert und beschwert hat sich noch keiner", lautet die erste Bilanz des Geschäftsführers.

Kunden als Gesellschafter

Fast ein Jahrzehnt lang gab es in der Gemeinde keinen Lebensmittelladen mehr. Zuletzt hatten auch Metzger und Bäcker für immer ihre Türen geschlossen. Jetzt heißt es wieder "Schaut's eina" in der Zeinrieder Straße 2, wo an der Fassade ein Mädchen mit rotbackigen Äpfeln um Kunden wirbt. Saniert sind nicht nur die Räume, die bis vor zehn Jahren noch einen Edeka-Markt beherbergt haben, das Geschäft kann auch auf Rückhalt aus der Bevölkerung zählen: 109 Bürger haben das mit einer Einlage von mindestens 200 Euro als Gesellschafter des Dorfladens bekräftigt. Dieses Geld ist in die Innenausstattung geflossen.
"Tante Emma" ist zurückgekehrt in Gestalt eines sechsköpfigen Teams mit frischen, hellgrünen Polo-Shirts samt Dorfladen-Logo. Neben der gelernten Einzelhandelskauffrau und Vollzeitkraft Sabrina Zitzmann stehen früh am Eröffnungstag Maria Pretzl und Agnes Schwarz hinter der Ladentheke. Auch Annette Walter und Marie-Luise Bauer sowie Metzgereifachverkäuferin Rita Geyer packen halbtags oder stundenweise mit an.

"Die Wurst da im Glas, die sollten Sie probieren", empfiehlt eine Kundin, die das Sortiment schon aus dem Arbeitskreis "Dorfladen" kennt. Stolz ist man hier nämlich ganz besonders auf das eigens gekennzeichnete Sortiment aus der Region: die Rotviehspezialitäten von der Gleiritscher Familie Gleißner, die Wurst von der Metzgerei Gillitzer in Niedermurach oder das Bio-Gemüse aus Pischdorf. Brot und Gebäck liefert die Bäckerei Spickenreither aus Tännesberg, den Honig Hans Gschrey aus Lampenricht und den Schnaps die Störnsteiner Familie Kriechenbauer.

Die Lebensmittelhandelsgesellschaft (LHG) rückt jeweils Dienstag und Donnerstag mit Nachschub für das Basis-Sortiment an. Zum Einstand am Donnerstag sorgte Lieferant Gerhard Graf für eine Ananas-Verkostung und hatte dazu eine Maschine fürs Schälen und Portionieren. Doch die meisten Kunden nutzten die Premiere lieber dazu, sich einen Überblick über das Warenangebot zu verschaffen.

Kurze Wege

"Optimal", urteilt eine ältere Kundin nach dem Rundgang durch die hellen Räume, "ich habe mich echt darauf gefreut, dass so etwas kommt". Klar, dass sie dabei auch einen Blick auf die Preise geworfen hat. "Manches ist vielleicht ein bisschen teurer", mutmaßt die 64-Jährige: "Aber dafür brauch' ich nicht zu fahren."

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