26.02.2018 - 17:10 Uhr
Gleiritsch

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gleiritsch Am Rand der Belastbarkeit

Während Gaffer und Unbelehrbare oftmals den Einsatz von Rettungskräften behindern, müssen diese bei ihrem teilweise ehrenamtlichen Einsatz häufig an den Rand der psychischen Belastbarkeit gehen. Dies wird auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gleiritsch mehr als deutlich.

Die Jugendlichen der Feuerwehr Gleiritsch erhielten Lob für erfolgreich abgelegte Prüfungen. Im Bild (von links) Bürgermeister Hubert Zwack, Christian Wilhelm, Julian Gleißner, Felix Pretzl, Nico Prechtl, Michael Schwarz und Kommandant und Jugendwart Georg Roth. Bild: akp
von Alois KöpplProfil

Zur Jahreshauptversammlung konnte der Vorsitzende Patrick Köppl neben aktiven und passiven Mitgliedern eine Reihe Jugendlicher im Feuerwehrhaus begrüßen. Sein besonderer Gruß galt Bürgermeister Hubert Zwack und dem Ehrenvorstand Gerhard Zinkl. Nach einer Gedenkminute für die verstorbenen Feuerwehrkameraden Johann Winkler, Franz Schlagenhaufer, Josef Winderl und Franz Pretzl blickte der Vorsitzende auf das Geschehen in abgelaufenen Vereinsjahr zurück.

162 Mitglieder

Zurzeit gehören 162 Mitglieder, darunter zwei Frauen, der Gleiritscher Wehr an. Der Vorsitzende listete in seinem Bericht eine Reihe von gemeindlichen und überregionalen Veranstaltungen auf, an denen sich die Feuerwehr beteiligte. Ein besonderes Highlight war dabei der Florianstag in Gleiritsch. Sein besonderer Dank galt allen Aktiven, der Vorstandschaft und der Gemeinde Gleiritsch für die gute Zusammenarbeit.

Kommandant und Jugendwart Georg Roth führte in seinem Jahresbericht verschiedene Einsätze auf, bei denen die Gleiritscher Wehr im vergangenen Jahr gefordert war. Insgesamt zwanzig Einsätze, davon mehrere Einsätze zur Verkehrsregelung, drei Brandeinsätze und sieben technische Hilfeleistungen listete der Kommandant in seinem Bericht auf. Bei letzteren waren insgesamt drei Todesfälle zu beklagen. "Es ist nicht leicht, mit dieser Situation konfrontiert zu werden", so Roth, "denn die Verarbeitung einer solchen Extremsituation ist für alle Beteiligten nicht einfach.

Bedingt durch die Einsätze bei Unfällen an der Staatsstraße Nabburg-Teunz und an der B22, der Ostmarkstraße, kann es immer wieder zu solchen Einsätzen kommen. Er schlug deshalb eine besondere Schulung durch ein Kriseninterventionsteam vor, um die Kameraden auf eine solche Situation vorzubereiten und sie in so einem Fall mit ihren Problemen nicht alleine zu lassen. "Der Florianstag in Gleiritsch war ein voller Erfolg", so Roth.

"Durch die Unterstützung der Vereinsgemeinschaft, die für die Bewirtung sorgte, konnten wir uns und die Gemeinde super präsentieren und die Landkreisspitze war voll des Lobes", so der Kommandant in seinem Rückblick. Allerdings wünschte sich Roth eine stärkere Unterstützung durch weitere Helfer bei anderen Festivitäten, wie zum Beispiel der Vatertagsfeier im Reicherdnstodl, "da dies nicht alleine Aufgabe der Vorstandschaft sein kann." Er wies auch darauf hin, dass "bei der Sanierung der alten Schule weiterhin Helfer willkommen sind, da bei größeren Aktivitäten der Feuerwehr das Haus auch genutzt werden kann."

Gute Jugendarbeit

Positiv fiel der Bericht Roths zur Jugendarbeit aus. Mit Julian Gleißner, Nico Prechtl, Felix Pretzl und Michael Schwarz bestanden alle Teilnehmer die Abnahme der Prüfung zur "Jugendflamme 2" in Pfreimd und den Wissenstest mit den Schwerpunkten Unfallverhütung und persönliche Schutzkleidung. Roth appellierte an die Anwesenden, ihn bei seiner "Arbeit zu unterstützen oder den Posten des Jugendwarts zu übernehmen, da diese Aufgabe durch Schichtarbeit nicht einfacher wird." Zum Schluss seiner Ausführungen bedankte er sich für die Einsatzbereitschaft und die Unterstützung durch die Aktiven im Einsatzfall. Sein Dank galt ferner der Kommune, die für die Belange der Feuerwehr immer ein offenes Ohr hatte. Kassier Sebastian Zeus stellte die finanzielle Situation des Vereins dar, der im abgelaufenen Vereinsjahr wieder gut gewirtschaftet hatte und den Kassenstand durch Feste leicht erhöhen konnte.

Bürgermeister Hubert Zwack unterstützte den Vorschlag des Kommandanten, eine Schulung durch ein Kriseninterventionsteam für Extremsituationen durchzuführen, da die Konfrontation mit Schwerstverletzten oder Todesfällen für die Aktiven, die bei der Alarmierung oft gar nicht wissen, was auf sie zukommt, nicht einfach zu verarbeiten ist. Das Gemeindeoberhaupt bedankte sich seitens der Gemeinde für das Augenmaß der Feuerwehr, wenn es um Neuanschaffungen geht. Er wünschte allen ein unfallfreies Einsatzjahr.

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