29.03.2017 - 20:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Auf Siedlerjahreshauptversammlung Vortrag über Erbschaftsrecht: Siedler-Sein zahlt sich immer aus

Die interessanteste Tatsache voraus: Die Mitgliedschaft bei einer Siedlergemeinschaft ist seit vergangenem Jahr bares Geld wert. Siedler erhalten in OBI-Märkten der Region mit Ausweiskarte zehn Prozent Nachlass.

Siedler-Vorsitzender Willi Dötsch (links) bedankte sich bei Andreas Greiner für seine Aufklärungsarbeit mit einem Blumengruß. Bild: dö
von Wilhelm Dötsch Kontakt Profil

Mit dieser guten Nachricht begann Willi Dötsch, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft St. Wolfgang seinen Tätigkeitsbericht bei der Jahreshauptversammlung im Hotel "Zur Post". Bei 24 Euro Jahresbeitrag ist leicht auszurechnen, wann sich diese Kosten für Mitglieder amortisieren. Der Vorsitzende erwähnte aber auch, dass mit Eisen-Knorr in Weiden ein Vertrag für Nachlässe besteht. Hier erhält der Kunde drei Prozent, und zwei Prozent der Kaufsumme geht auf das Konto der jeweiligen Gemeinschaft. "Da kann für eine Vereinskasse ganz schön was zusammenkommen."

Eingangs freute sich der Vorsitzende über die zahlreichen Mitglieder im voll besetzten Saal. Im Mittelpunkt der Versammlung standen zunächst Berichte und Neuwahlen. Dötsch berichtete von den zwei Schwerpunkten des vergangenen Jahres. Im Frühjahr ging es bei der Umgestaltung des Spielplatzes zur Sache, und am 14./15. August war das Siedlerfest wieder eine Attraktion. Die Arbeiten auf dem Spielplatz verliefen genauso, wie sie zweiter Vorsitzender Werner Stopfer geplant hatte. So konnten die Absperrungen bald wieder abgebaut werden und die Kinder nehmen seither sowohl das neue Klettergerüst als auch das Karussell ständig in Beschlag. Dötsch freute sich über die Unterstützung durch Sparkasse, Raiffeisenbank und die Stadt und nannte diese Zuschüsse "eine Bestätigung unserer Arbeit".

Zur Zufriedenheit verlief auch wieder das Siedlerfest Mitte August. "Viele Grafenwöhrer wissen, was sie am 15. August machen", freute sich Dötsch über den zahlreichen Besuch und die damit verbundene gute Stimmung. Er dankte allen Helfern sowie für die Salat- und Kuchenspenden. Gelungen war auch der Auftritt von Nachwuchsmagier Marius Koslowski aus Pressath, der Jung und Alt mit seinen Tricks verblüffte. Großen Dank sprach der Vorsitzende den Betreuern des Alten Kircherls, Angelika und Josef Plankl sowie Maria Wölfl aus. Ebenfalls dankte er Werner Stopfer, der die Pflege des Bolzplatzes organisiert und den Betreuern der drei Stammtische und der Kegeltruppe. "Hier wird echter Gemeinschaftsgeist gepflegt", so der Redner. "Wir können mit dem Erreichten 2016 rundum zufrieden sein."

Von positiven Zahlen berichtete Kassier Manfred Bauer. Die Neuwahlen wurden unter Leitung des ehemaligen Bürgermeisters Helmuth Wächter per Akklamation im Schnelldurchgang abgewickelt. Es gab nur eine Veränderung. Herbert Barth schied nach sechs Jahren als Spielplatzwart aus, dafür rückte mit Andreas Markert ein junges Mitglied nach. Der Vorstand setzt sich für die beiden folgenden Jahre so zusammen: Vorsitzender Willi Dötsch, Stellvertreter Werner Stopfer, Kassier Manfred Bauer, Schriftführerin Christine Wächter, Spielplatzwarte Gerd Händel, Nuno Morgado, und Friedl Ott, Beisitzer Dietmar Hentzschel, Manfred Hofmann, Claudia Kraus, Andreas Markert und Markus Walberer, Frauenvertreterinnen Inge Dötsch und Anita Speth, Revisoren Josef Brunner und Herbert Hofmann. Abschließend dankte Dötsch dem ausgeschiedenen Barth mit einem kleinen Präsent. Er erwähnte noch, dass am 6. Mai ein Familienausflug nach Regensburg und Kloster Weltenburg stattfindet und auch die Heizöl-Sammelbestellung noch bis zum Wochenende läuft. Meldungen bei ihm unter Telefon 09641/572.

Eine Erbschaft birgt nicht selten Tücken und kann bei ungünstiger Konstellation zum erbitterten Streit führen. Andreas Greiner sorgte bei den Wolfgangsiedlern mit dem Vortrag "Richtig vererben" in vielen Fragen für Klarheit (siehe Info-Kasten). Der Grafenwöhrer, selbst Mitglied bei der SG St. Wolfgang, zeigte, wie ein Vermögen ohne Folgen weitergegeben werden kann.

Erbschaftsrecht birgt viele Tücken

Andreas Greiner, Geschäftsleiter des Amtsgerichts Weiden, zog mit seinem kompetenten Vortrag, den er mit allen möglichen Beispielen aus seiner Berufserfahrung untermalte, die vielen Zuhörer in seinen Bann. Wobei durch Fragen zwischendurch teilweise lebhafte Diskussionen ausgelöst wurden. Greiner erläuterte die Begriffe des Erbrechts, ehe er sowohl die gesetzliche als auch die gewillkürte Erbfolge aufzeigte.

Gesetzlich sieht das Verwandtenerbrecht drei Ordnungen vor. Zur 1. Ordnung gehören die Abkömmlinge Kinder, Enkel oder Urenkel, zur 2. Ordnung die Elternteile und zur 3. Ordnung die Großeltern. Greiner wies ausdrücklich darauf hin, dass es kein Erbrecht für Lebensgefährten gibt. "Das gilt auch, wenn ein Paar noch so lange ohne Trauschein zusammengelebt hat", unterstrich er die gnadenlose Tatsache. Er zeigte viele Möglichkeiten der gesetzlichen Erfolge auf. "Diese sind von Familie zu Familie verschieden", sagte er.

Abhilfe kann mit einem Testament geschaffen werden. Dabei gibt es die Möglichkeit des eigenhändigen Testaments, das schnell und kostenfrei erstellt werden kann, das Notarielle Testament, das für Rechtssicherheit sorgt und den Erbvertrag, der Bindungswirkung erlangt. Greiner ermunterte die Zuhörer, bei einem privatschriftlichen Testament, dieses beim Amtsgericht zu hinterlegen. Die pauschalen Kosten dafür betragen 75 Euro. Wichtig ist, dass das privatschriftliche Testament vollständig handschriftlich ge- und unterschrieben ist.

Ferner müssen Ort, Datum und die vollständige Unterschrift vorhanden sein. Es sollten klare, einfache und richtige Verfügungen, eventuell mit Motivangabe, enthalten sein. Greiner wies darauf hin, dass ein gemeinschaftliches Testament nur bei Ehegatten möglich ist. Am beliebtesten ist das sogenannte "Berliner Testament" mit der Nennung der Schlusserben . Wesentlich mehr Sicherheit beinhaltet das Notarielle Testament, da es auf einer umfassenden rechtlichen Beratung beruht. Wichtig ist auch, dass bei dieser Form kein Erbschein nötig ist.

Der Referent sprach noch den Pflichtteil (Hälfte des gesetzlichen Erbteils) an, der die Mindestbeteiligung des Ehegatten und der Abkömmlinge regelt. Bei der Erbschaftssteuer wies Greiner darauf hin, dass die Freibeträge (Ehegatten 500 000 Euro, Kinder 400 000 Euro, Enkel 200 000 Euro) enorm sind.

Abschließend erklärte der Referent den Ablauf eines Nachlassverfahrens und gab bekannt, dass es auch eine Ausschlagung einer Erbschaft möglich ist. Das sei sinnvoll, wenn Schulden vorhanden sind. (dö)

 

 

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