13.10.2017 - 14:54 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Ausstellung "Elvis als G.I. - Der King in Grafenwöhr" Ansturm auf den "King"

Echte Fans nehmen lange Reisen in Kauf. Manche von ihnen sind bis aus Hamburg und Oberhausen gekommen, um im Grafenwöhrer Kultur- und Militärmuseum die Ausstellung "Elvis als G.I. - Der King in Grafenwöhr" zu sehen. Nahezu 1000 Besucher sind seit dem 16. August registriert worden.

Elvis, die Micky Bar und der Klavierhocker: Museumsleiterin Birgit Plößner, der Grafenwöhrer Bürgermeister Edgar Knobloch und der Museumsvereins-Vorsitzende Willi Buchfelder (von links) nahmen ihn in Empfang. Bild: Angela Buchfelder
von Autor HOUProfil

Nie zuvor hatte eine Ausstellung im Grafenwöhrer Museum einen Zuspruch wie diese. Und nie zuvor gab es ein solches Medieninteresse. Das beweist, was die Museumsleiterin Birgit Plößner so ausdrückt: "Elvis Presley ist noch immer ein Megastar. Auch 40 Jahre nach seinem Tod." Seit der Ausstellungseröffnung am 16. August, dem 40. Todestag von Elvis, haben sich Fans aus dem ganzen Bundesgebiet nach Grafenwöhr aufgemacht. Sie kamen damit in eine Stadt, in der Presley, bereits damals weltweit bekannt durch Songs und Filme wie "Jailhouse Rock" und "Loving You", während seiner Dienstzeit bei der US-Army zweimal die Aufmerksamkeit seiner Anhänger erregte. Er kam erstmals 1958 im November und blieb sechs Wochen lang. 1960 im Januar kehrte er im Rahmen eines Manövers zurück und ging Anfang Februar.

"Eiskalte Oberpfalz"

Elvis reiste danach in die Vereinigten Staaten zurück und erzählte später seinen Musikern von der "eiskalten Oberpfalz". Die Autogramme dieser Bandmitglieder zieren eine Jacke, die es für das Bühnenpersonal bei Auftritten in Las Vegas gab. Sie ist in der Ausstellung ebenso zu sehen wie die Kopie eines Briefes, den Elvis an den Hirschauer Journalisten Sepp Müller schrieb. "Die Leute sind begeistert", lautet Birgit Plößners Zwischenbilanz zu der noch bis zum Sonntag, 5. November, laufenden Ausstellung. Am Sonntag, 15. Oktober, gibt es ab 14 Uhr eine weitere Sonderführung. Mit Details zu den Presley-Aufenthalten in und um Grafenwöhr. Mit dem Blick auf eine Ausstellung im nächsten Jahr, die sich mit dem Thema "Elvis vor 60 Jahren in der Oberpfalz" befasst, hat das Grafenwöhrer Museum ein weiteres Exponat erhalten, das zur Geschichte des Rock 'n' Roll gehört. Es ist ein Klavierhocker, auf dem Elvis im Dezember 1958 saß, als er in der Grafenwöhrer Micky Bar sein einziges jemals in Deutschland stattgefundenes Konzert gab.

Wo sie hingehören

Der damals 24-jährige Sänger, immer mal wieder in der Micky Bar zu Gast, kam eines späten Nachmittags und trat vor dem Personal auf. Er nahm auf dem Hocker Platz, spielte am Klavier und ging nach dem Schlussapplaus der Barbediensteten. Das Klavier hatte der Eschenbacher Hotelier Raimund Rodler (81) bereits vor einigen Jahren dem Museum übereignet. Nun gab er auch den Hocker hinzu. Rodler war der Stiefsohn des damaligen Micky-Bar-Betreibers Alter Feiner. Er erbte die wertvollen Stücke. Nun sind sie dort, wo sie hingehören.

Neue Elvis-Statue

Seit Donnerstag ist das Grafenwöhrer Kultur- und Militärmuseum um ein Exponat reicher. Der neue Elvis Presley hat auf seinem Klavierhocker im Ausstellungsraum schon Platz genommen. Acht Wochen dauerte es, den Kopf zu modellieren. Als Vorlage diente ein altes Foto, das das Team um Willi Buchfelder, Vorsitzender des Heimatvereins, aus Hunderten ausgewählt hatte. 4000 Euro kostet die Statue, die noch mehr Besucher ins Museum locken soll. (abu)

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