08.11.2017 - 20:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Gräber im Truppenübungsplatz: Gläubige besuchen Friedhöfe in Langenbruck und Haag: Gedenken an Vorfahren

Grafenwöhr/Vilseck. Moosbedeckte, kunstvoll gestaltete Grabmäler aus Sandstein, Gebete und Lieder in der Friedhofsstille und das inmitten des größten Militärübungsplatzes in Bayern: Auch dieses Jahr besuchten Gläubige wieder die Friedhöfe Haag und Langenbruck im Truppenübungsplatz und beteten an den Gräbern ihrer Vorfahren. Geistliche aus Vilseck segneten die Grabstellen.

Die Geistlichen Pfarrvikar Hrundaya Kumar und Studiendirektor i. R. Lothar Kittelberger (von links) segneten, vor dem Haager Friedhofskreuz stehend, die Grabstellen. Werner Stubenvoll (rechts) erläuterte die Geschichte der aufgelösten Dörfer Haag und Langenbruck. Bild: mor
von Autor MORProfil

Die Friedhöfe der ehemaligen Gemeinden im Truppenübungsplatz gelten als historische Kulturgüter, insbesondere der Haager Friedhof als Kleinod im Übungsplatz. 1992 sanierten Arbeiter der Bundeswehr und des Forsts den brachliegenden Friedhof und richteten die Grabsteine wieder auf. Der Langenbrucker Friedhof am Rande des Südlagers wurde nach der Auflösung von einem US-Sergeant und später von zivilen Mitarbeitern der US-Armee gepflegt. Seit 1992 finden zur Allerheiligenzeit Friedhofsbesuche statt, mit denen frühere Bewohner und deren Nachkommen die Verbundenheit mit ihrer alten Heimat zeigen.

Die Besucher legten Blumen an den Ruhestätten nieder und stellten Grablichter auf. Die US-Armee Garnison Bavaria bot vorher die Möglichkeit, die Gräber zu pflegen und zu schmücken. Franz Zeilmann vom Büro für Presse und Öffentlichkeitsarbeit organisierte den Besuch und begleitete die Fahrt.

Der Vorsitzende des Soldaten- und Kriegervereins Sorghof, Werner Stubenvoll, begrüßte am Haager Friedhof die Gläubigen. Sein Urgroßvater hatte einst die Haager Chronik verfasst. Stubenvoll ging auf die Entstehung des Gottesackers ein und zitierte aus dem Gedicht des Haager Heimatdichters Erhard Trummer: "Wenn wir ferne sind und weit, wer wird denn am Grabe beten zur Allerseelenzeit?" Die Frage beantworteten die Geistlichen Studiendirektor i. R. Lothar Kittelberger und Pfarrvikar Hrundaya Kumar. Sie sprachen Gebete, stimmten Lieder an und segneten die Gräber.

Die Gebete in Haag fanden vor dem Friedhofskreuz statt, das der mittlerweile verstorbene Grafenwöhrer Georg Stümpfl gefertigt hatte. Der gelernte Schreiner zimmerte bei der Sanierung des Gottesackers das Kreuz. Sein Enkel Peter war beim Besuch am Haager Friedhof dabei und fuhr auch den Bus. Auf der Rückfahrt aus dem Sperrgebiet wurde die Feier am Langenbrucker Friedhof wiederholt.

 

 

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