11.04.2017 - 15:42 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Katrin Groß: Und plötzlich Poetry-Slamerin: "Große" Literatur beim Poetry-Slam

Und plötzlich war Katrin Groß Poetry-Slamerin. Vergangenen Freitag stand sie beim Literaten-Wettstreit in der Tiefgarage des Weidener City-Centers zum ersten Mal mit einem eigenen Text auf der Bühne. Vom Auftritt hatte sie genau einen halben Tag vorher erfahren.

Nur mit ein paar Blättern Papier in der Hand trat Katrin Groß auf die Bühne in der City-Center-Tiefgarage. Mehr brauchte sie aber auch nicht, um die Besucher zu unterhalten. Bild:Wilck
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Slam-Poet Felix Römer war zu einem Workshop ins Elly-Heuss-Gymnasium gekommen, und hörte dort einen Text von Katrin. Von dem war er so begeistert, dass er sie zur Lesung am Abend einlud, für die er als Moderator engagiert war.

Weil es bisher nur einen Groß-Text gibt, trat die Grafenwöhrerin bei der Literaturtage-Veranstaltung außer Konkurrenz an. "Ich war gar nicht so nervös, wie ich gedacht hatte", erzählt die 17-Jährige. Vielleicht, weil sie für Nervosität keine Zeit hatte. "Wir haben in der Schule am Freitagnachmittag Tanzunterricht", erklärt die Elftklässlerin. Erst gegen 16 Uhr ging es nach Hause. "Mir blieb nur eine Stunde, um etwas am Text zu feilen. Dann sind wir wieder nach Weiden", erzählt sie weiter.

Wie es bei einem Poetry-Slam zugeht, weiß Katrin schon seit ihrer Kindheit. Die große Schwester war von der ersten Ausgabe des Weidener Slams so begeistert, dass sie Katrin beim zweiten Mal mitnahm. "Damals war ich elf." Seither habe sie keine Auflage im Untergrund verpasst. Sie wusste was auf sie zukommt. "Erst bei der Anmoderation hat es etwas im Bauch gekribbelt." Auf der Bühne klappte dann alles, die Reaktion des Publikums war positiv.

Auf der Bühne zu stehen, war für Katrin Groß sowieso nicht neu. Sie tanzt im Elly-Heuss-Gymnasium und gehört zum Ensemble des Musical-Teams "Sin falta". Singen und tanzen machen Spaß - genau wie das Schreiben. Allerdings weiß sie nicht, ob es auch zum Hobby wird - vielleicht scheitert es am eigenen Anspruch. "Wenn ich schreibe, will ich etwas Neues schaffen", erklärt sie. Und das müsse erst einmal einfallen. "Ich hab mir aber vorgenommen, mich mehr zu bemühen und mir Gedanken zu machen."

So wie vor etwa einem Jahr, als sie ebenfalls an einem Workshop teilnahm und mit ihrem Text den kleinen Wettbewerb zum Ende des Kurses gewann. Damals hatte sie das Glück, kurz vorher beim Aufräumen alte Freundschaftsbücher in ihrem Zimmer zu finden. Das Buch aus der fünften Klasse war etwas sechs Jahre alt. "Ich fand es so süß darin zu blättern." Aus den Gedanken und Erinnerungen sei dann der Text entstanden, mit dem sie vergangenen Freitag zunächst Felix Römer und dann die Besucher des Poetry-Slams in Weiden begeisterte.

Katrin Groß' Text als Download

 

 

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