15.04.2018 - 15:46 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Tattoo-Expo in Grafenwöhr Eine Messe, die heraussticht

Spontan ein Tattoo stechen lassen - das ging am Wochenende bei der "Tattoo Expo" in Grafenwöhr: Über 25 Aussteller aus ganz Deutschland zeigen am Samstag und Sonntag ihr Können und finden bereitwillige Kunden, die sich ein weiteres oder das erste Bild auf ihrer Haut verewigen lassen wollen. Fürs Auge ist viel geboten.

von Stefan NeidlProfil

Stuttgart, Zwickau, München, Halle an der Saale - die Tattoo-Künstler waren am Wochenende aus der gesamten Republik ins ländliche Grafenwöhr angereist, um sich zu präsentieren und Freunden der Körperbemalung ein neues Tattoo zu stechen. Mark Materna vom "Tatort"-Studio aus Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen ist bereits seit 18 Jahren in der Szene unterwegs und empfindet die Messen als eine willkommene Gelegenheit, um ausgefallene Leute zu treffen und sich Inspirationen zu holen.

Langweilig wird es ihm in seinem Atelier nie, denn ständig erlebt er verrückte Dinge: So wurde er schon zum Tätowieren nach Thailand eingeladen, oder der eifersüchtige Freund taucht plötzlich im Studio auf und macht während des Tätowierens mit der Kundin Schluss.

Auch Matthias Wozniak ist seit 25 Jahren im Tattoo-Gewerbe dabei und schon ein "alter Hase". Er leitet die MC-GmbH aus Bamberg, die den Event in Grafenwöhr veranstaltet hat. Seit vier Jahren organisiert er schon eine Expo in Nürnberg. Dieses Jahr weitete er sie zum ersten Mal auf Grafenwöhr und Neumarkt aus. Das Organisieren macht ihm Spaß, erzählt er, und in der Kleinstadt sieht er Potenzial. Vor allem die Amerikaner bieten eine völlig neue Zielgruppe. Das Publikum nahm die Veranstaltung dankend an: Mehrere Hundert Deutsche und Amerikaner hielt es bei schönstem Wetter nicht zu Hause, sie statteten der Ausstellung in der Grafenwöhrer Stadthalle einen Besuch ab.

Die Künstler waren gefragt und wurden ständig gebucht. Doch nicht nur Tattoos waren im Angebot: An vielen Ständen konnte Zubehör erworben und sich über das Tätowieren informiert werden. Die Besucher ließen sich auch Piercings stechen, kauften Ersatzschmuck oder suchten sich einen Schnaps nach altem Rezept aus der US-Prohibitionszeit aus. Für musikalische Unterhaltung sorgte Matthias Kiener aus Weiden, der klassische Rocklieder spielte. Ein besonderes Highlight war Pole-Tänzerin Tam Bam vom Studio "Soul Dance" aus Nürnberg. Bei drei Auftritten zeigte sie eine ästhetische Darbietung, die nichts mit dem Schmuddel-Image zu tun hatte, woran so mancher hätte denken können. Die Tänzerin unterrichtet selbst und hatte schon Auftritte in England und der Schweiz. Der Sport ist für sie eine wunderbare Möglichkeit, "Frauen zu ihrer Weiblichkeit zurückzubringen das Selbstbewusstsein zu stärken, das Körpergefühl und die Athletik zu verbessern", sagt sie.

Rapper Kev Dat Dude zeigte eine heiße Sprechgesangsshow und übernahm die Moderation der Veranstaltung. Am Ende des Tages bewertete eine Jury in vier Kategorien die besten Tattoos des Tages. Das beste "Realistic Black and Grey"-Tattoo kam von "Art 4 Soul Ink" aus Stuttgart, die das Gesicht der Tochter des Kunden vor dem Kontinent Afrika auf den Oberarm tätowierten. In der Kategorie "Realistic Colour" gewann "Tattoo Passion" aus Nürnberg, die ein täuschend echtes Bild eines Football-Spielers auf die Haut brachten. Das beste "Traditional Tattoo" kam von "Bearded Brothers Tattoo and Style Company" aus Herzogenaurach mit einer geometrischen Darstellung eines Löwenkopfes. Im Genre "Small and Cracy" und gleichzeitig Gesamttagessieger wurde "Jerrys Tattoos" aus Halle an der Saale mit einer humorvollen Darstellung zweier kopulierender Schweine.

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Weitere Bilder im Internet:

www.onetz.de/bildergalerie

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