Theatergruppe Grafenwöhr landet beim Feuerwehrfest Volltreffer mit "Himmlischer Beförderung"
Wenn dem Teufel Flügel wachsen

Kultur
Grafenwöhr
23.07.2007
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Dem Teufel ist fast jedes Mittel recht, um den Menschenfrieden zu stören. Das weiß man seit der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Wie der Teufel Unfrieden bei den Hochzeitsvorbereitungen im Hause Weisman stiftete, das zeigte am Freitagabend die katholische Theatergruppe Grafenwöhr bei der 130-Jahr-Feier der Feuerwehr.

Gespielt wurde der Dreiakter "Eine himmlische Beförderung" auf der Freilichtbühne neben dem alten Schulgebäude. Der junge Teufel Diavolo (Autor Wolfgang Bräutigam) braucht noch eine schlechte Tat, um endlich echte Hörner zu erhalten. Da kommt die Hochzeit von Yvonne (Katharina Roith) und Klaus Dieter Faber (Christian Merkl) gerade recht. Diavolo wird von der Seniorchefin (Angela Biersack) beauftragt, ordentlich in die Vorbereitungen hineinzufunken und das ganze Vorhaben scheitern zu lassen.

Schwer fällt ihm das nicht. Ohne viel Aufwand - es genügen ein paar Hinterhältigkeiten im Umkreis der Braut und des ahnungslosen Bräutigams - stiftet er in kürzester Zeit ordentlich Zwietracht. So erzählte er gleich zu Beginn dem anreisenden Klaus Dieter, dass die Braut ihn nicht aus Liebe heirate, sondern nur, weil ihr Vater Albert Weismann (Stefan Schultes) das Geld seiner Mutter Henriette Faber (Regina Bräutigam) haben will, um damit ein Immobilienprojekt zu finanzieren. Allerdings muss der Teufel nicht einmal lügen, da der Vater dies wirklich vorhat.

Nichts als Intrigen

Später gibt sich Diavolo als Trauzeuge und Bräutigam aus, macht sich als Liebhaber gleichzeitig an die Trauzeugin Nadine Schön (Martina Brunner) und den Trauzeugen Gerd Müller (Florian Danninger) heran, durchkreuzt die finanziellen Träume des Brautvaters und bringt die Braut so weit, dass sie die Hochzeit absagt.

Den Höhepunkt erreichen die Intrigen, als Henriette Faber ihren Sohn ohrfeigt, weil sie glaubt, er sei ein "Frauenheld in Damenstrumpfhosen." Die Freude bei Diavolo über die scheinbar sicheren Hörner ist groß. Doch es kommt alles anders.

Die Brautmutter (Karin Wiesend) ist überzeugt, dass es nicht mit rechten Dingen zu geht, und fleht um himmlischen Beistand. Dies hört "Onkel Petrus" (Stephan Wolf) und schickt das tollpatschige Engelchen Raphaela (Christine Wiesend) auf die Erde. Es kann sich die lange ersehnten Flügelchen verdienen, wenn es die Hochzeit rettet. Das schusselige Engelsfräulein erzeugt mit Harmoniestaub aber gleich noch mehr Durcheinander, da es den Bräutigam mit der Trauzeugin, die Braut mit dem Trauzeugen und den Brautvater mit der Mutter des Bräutigams zusammenbringt.

Nun beginnt ein heilloses Hin und Her zwischen den vertauschten Paaren, guter Rat ist teuer. Diavolo arbeitet mit allen Tricks, verbreitet falsche Liebesbriefe und versteckt Reizwäsche in Hosentaschen. Raphaela hingegen arbeitet mit weiblicher List. Als das Brautpaar mit den "neuen Partnern" zusammen trifft, kommt zum erlösenden Ende, obwohl dies so nicht geplant war: Mit ihrem Harmoniestaub will die Engelsdame alles richtig machen und erwischt wieder den falschen, nämlich Diavolo, der ihr nun nachsteigt. Dennoch kann sie das Chaos lösen, indem sie den Nachwuchsteufel sichtbar macht. Die zwei Paare haben die Möglichkeit, Irritationen aus dem Weg zu räumen, denn sie erkennen den eigentlichen Unfriedensstifter. Der Hochzeit steht nichts mehr entgegen.

Flügel statt Hörner

Weil nun Diavolo keine Hörner bekommt, sich in der Hölle nicht mehr blicken lassen kann und in Raphaela verliebt ist, muss "Onkel Petrus" helfen. Vom Engelchen mit einem Paar heiß geliebter Weißwürste geködert, lässt er es zu, dass der Teufel mit Engelsflügeln in den Himmel darf. Raphaela erhält ihre Flügel natürlich auch.