11.08.2017 - 14:34 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Vor 40 Jahren starb Elvis Presley Noch immer der "King"

Am 16. August 1977 klingelte bei einer Frau in Südkalifornien das Telefon. Sie hieß Priscilla Presley. Der Anruf kam aus Memphis/Tennessee und der Mann am anderen Ende der Leitung, ein enger Vertrauter mit dem Namen Joe Esposito, sagte: "Cilla, wir haben ihn verloren". Unfassbar für sie und für Millionen Fans weltweit. Elvis Presley war im Alter von 42 Jahren gestorben.

Im Frühwinter des Jahres 1958 besuchte Elvis Presley das Autohaus Wies in Weiden. Er kam aus Grafenwöhr und wollte sich Fahrzeugmodelle anschauen. Die Fans waren außer sich darüber, dass der Macher von "Jailhouse Rock" leibhaftig vor ihnen stand. Bilder: privat (2)
von Autor HOUProfil

Sie nennen ihn bis heute den King. "Ein König unserer Tage", wie Chuck Berry einmal feststellte und sich damit im Einklang befand mit John Lennon. Der hatte die Musikwelt seines Empfindens so beschrieben: "Vor Elvis war nichts!" Ein Phänomen also und ein Gigant, der in seinem relativ kurzen Leben (geschätzt) 1000 Songs machte. Chef im Ring beim Kampf um die Krone des Rock'n'Roll. Er allein und kein anderer hatte ihn, wen man so will, erfunden und besitzt das dauerhafte Patent darauf,

Wer jemals in den kleinen Ort Tupelo im US-Bundesstaat Mississippi kam und dort das fast schon erbärmlich kleine Haus sah, in dem am 8. Januar 1935 ein ins Register eingetragener Junge mit dem Namen Elvis Aaron Presley geboren wurde, der kann ermessen, dass die Karriere des später zum Megastar gewordenen Sängers keinen Vergleich hat. Er stammte aus armen Verhältnissen, gehörte zum Kirchenchor, zog mit seinen Eltern Gladys und Vernon Presley in die Großstadt Memphis. Weil es dort Arbeit für den Vater gab. Er selbst hatte eine Gitarre für 17 Dollar dabei.

Um Elvis ranken sich viele Gerüchte und Geschichten. Sie füllen in gedruckter Form Bücherregale. Eines ist Tatsache: Im August 1953 erschien Presley im Tonstudio von Sam Phillips in Memphis. Er zahlte fünf Dollar und nahm den eher schmalzigen Titel "My Happiness" als Platte für seine Mutter auf. Phillips selbst war nicht da. Seine Sekretärin Marion Keisker ließ das Band laufen, hörte die Stimme des 18-Jährigen und erzählte ihrem Chef davon. Sie sagte fasziniert: "Das ist einer!"

Mit Moore und Black

Was dann kam, wurde zum Startschuss für den Rock 'n' Roll. Der Besitzer von "Sun Records" bestellte Elvis zu sich, holte den Gitarristen Scotty Moore und den Bassisten Bill Black. Die drei begannen eine Session und plötzlich vernahm Phillips etwas, das er zuvor nie gehört hatte: Elvis machte "That's All Right Mama". Ein Song des farbigen Sängers Arthur Crudup. Nur völlig anders, unglaublich rhythmus- und körperbetont. Die Musikwelt hatte sich soeben verändert. Nichts war mehr so als zuvor.

Elvis wurde zum Idol. Als er am 1. Oktober 1958 nach Deutschland kam und seinen Dienst bei der US-Army antrat, gerieten seine Fans in Bremerhaven außer Rand und Band. Er war zu dieser Zeit die weltweit bekannteste Markenfigur. Dank Filmen wie "Jailhouse Rock" und Liedern wie "Love Me Tender". Die Jugend auf dem Globus lag ihm zu Füßen.

Nur vier Wochen später tauchte das Rockidol in der Oberpfalz auf. Manöver in Grafenwöhr und Jubel dann, wenn er sich außerhalb des Übungsplatzes zeigte. Grafenwöhr bekam ein für die Elvis-Historie ganz besonderes Markenzeichen. Der "King" gab in der heute nicht mehr existierenden Micky Bar sein einziges Live-Konzert, das außerhalb der Vereinigten Staaten stattfand. Er sang für das Hauspersonal zum Dank dafür, dass man seinen Vater für ein paar Tage beherbergt hatte.

Erneutes Manöver 1960

Presley ging Mitte Dezember 1958 zu seiner Einheit ins hessische Friedberg zurück. Doch er kam wieder. Im Januar 1960 war er abermals da. Diesmal aber nur für relativ wenige Tage. Erneut Manöver, jetzt allerdings rund um den Übungsplatz. Wenn er als Fahrer eines Jeeps irgendwo anhielt, eilten seine Fans herbei. Sie wollten Autogramme und er gab sie ihnen. In Amberg, in Hirschau. Eine Welle der Sympathie. Und er sagte höflich: "Was sie wollen, kriegen sie."

Der König des Rock 'n' Roll ging kurz darauf zurück nach Amerika und startete den weiteren Verlauf seiner Karriere. "Elvis Is Back" hieß seine auf den Markt gebrachte Langspielplatte. Er war wieder da. Doch nur für eher kurze Zeit. Elvis drehte auf Geheiß seines Managers Tom Parker eine Vielzahl eher seichter Filme wie "Blue Hawaii". Mit Songs, die nicht zu ihm passten. Schlagerlieder, immer im gleichen Schema, mitunter dümmlich. Die Träume in Technicolor versanken unter einem Tsunami, den die Beatles mit "A Hard Days Night"" verursachten.

Doch 1968 kam er wieder. Der Mann aus Tupelo startete in Kalifornien ein Comeback, stand sofort erneut als Komet am Rockhimmel und gab ab dann über 1000 Konzerte in USA. Von Niagara Falls im Norden bis Houston im Süden. "Suspicious Minds" drehte sich auf den Plattentellern, "In The Ghetto" wurde zum Hit. An seiner Seite stand der Ausnahmegitarrist James Burton. Als er vor wenigen Jahren in Kulmbach auftrat, fragte Burton: "Where the hell is Grafenwöhr?" Sein Chef hatte ihm diesen Ort beschrieben und die Winter als "arschkalt" eingestuft.

Am 16. August 1977 starb Elvis Presley in seiner Villa Graceland. Aufgedunsen, fett, nur noch ein Schatten seiner selbst. Ausgezehrt und verschlissen durch ständige Medikamenteneinnahmen. Was er hinterließ, ist auch nach 40 Jahren unbestritten: Elvis revolutionierte die Musik unserer Tage. Niemand hat das so vollbracht wie er. "That's All Right Mama" ist noch immer die Messlatte.

"A Boy From Tupelo"

"A Boy From Tupelo - The Complete 1953-1955 Recordings" (Sony Music) ist die umfangreichste Sammlung von Elvis Presleys frühen Aufnahmen, die je veröffentlicht wurde. Darunter befindet sich sogar eine nie veröffentlichte Aufnahme. Es handelt sich um das erst kürzlich entdeckte "I Forgot To Remember To Forget" (mitgeschnitten beim Louisiana Hayride, Shreveport, Louisiana, am 29. Oktober 1955).

Die drei CDs enthalten alle bekannten Elvis-Masters und Outtakes, die im legendären Sun-Studio entstanden sind. Dazu kommen vier bei Sammlern gesuchte Songs mit einer besonderen Geschichte.

Es sind die Aufnahmen, die Elvis auf eigene Kosten beim Memphis-Recording-Service auf Acetat-Platte einspielte, bevor er bei Sun-Records unter Vertrag genommen wurde: "My Happiness"/"That's When Your Heartaches Begin" (aufgenommen im Juli 1953) und "I'll Never Stand in Your Way"/"It Wouldn't Be the Same (Without You)" (4. Januar 1954). Außerdem gibt es noch ein 120-seitiges, illustriertes Booklet, das als Mischung aus Reisetagebuch und Terminkalender gestaltet wurde.

Elvis-Ausstellung

Zum 40. Todestag widmet das Kultur- und Militärmuseum Grafenwöhr (Martin-Posser-Straße 14) Elvis Presley unter dem Thema "Elvis als GI: Der "King" in Grafenwöhr" eine Sonderausstellung. Im Mittelpunkt stehen von Mittwoch, 16. August (Eröffnung 19 Uhr) bis Sonntag, 5. November, die beiden Aufenthalte des damaligen Soldaten und GIs in Grafenwöhr. Zu sehen sind neben original Autogrammen, Fotoschnappschüssen und Zeitzeugenberichten, seltene original Sammlerstücke des Journalisten und Elvis-Kenners Wolfgang Houschka, Porträtzeichnungen von Marion Schmid sowie zahlreiche Memorabilia aus der Sammlung von Sandra Doß. Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag sowie Sonntag 14 -17 Uhr.

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