23.08.2014 - 00:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Ausstellung weist auf Gefangenenlager in Grafenwöhr hin Trauriges Kapitel

von Autor HEVProfil

Während des Ersten Weltkriegs herrschte auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr reger Betrieb. Einerseits diente der Platz zur Aufstellung und Ausbildung der Soldaten, andererseits nutze ihn die bayerische Armee für ihre Übungen.

Neben der Ausbildung hatte Grafenwöhr eine weitere Funktion: Im Kriegsgefangenenlager waren Franzosen, Russen, Rumänen, Engländer und Italiener untergebracht. Sie mussten Zwangsarbeit leisten. 12 000 Soldaten waren im Schnitt in Gefangenschaft. Zwischen 1914 und 1918 starben 757 Kriegsgefangene.

Die verstorbenen Kriegsgefangenen wurden in einem Gefangenenfriedhof zur letzten Ruhe gebettet. Nach dem Krieg wurden einige exhumiert und in ihre Heimatländer überführt. Heute sind noch 261 Gräber von Russen und Rumänen erhalten; sie betreut die Kriegsgräberfürsorge.

Am Südrand des Gefangenenfriedhofes zeugte ein Denkmal von der Zeit. Geschaffen hat es der Pariser Bildhauer Fredi Stoll, der selbst die Kriegsgefangenschaft in Grafenwöhr erlebt hat. Es zeigte einen knieenden Mann und trug die Aufschrift "Pro Patria". 1928 wurde dieses Denkmal von den Franzosen nach Saarburg überführt. Die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Taubenschusterhaus läuft bis 31. August, am Sonntag ist sie von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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