DGB-Maikundgebung: Werner Walberer erläutert Gewerkschaftsforderungen
Gute Arbeit statt perspektivloser Jobs

Lokales
Grafenwöhr
06.05.2013
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"Gute Arbeit, sichere Rente und ein soziales Europa": So lautete das Motto der DGB-Maikundgebung. Ortsgruppenvorsitzender Werner Walberer stellte in seiner Rede die Würde der Arbeitnehmer in den Vordergrund.

"Durch Mitbestimmung und Tarifpolitik zeigen die Gewerkschaften, dass sie die Lage der arbeitenden Menschen verbessern können. Aber wir müssen seit Jahren leider auch erleben, dass Arbeit entwertet wird. Aus sicheren Arbeitsplätzen wurden oft unsichere Jobs", klagte Walberer.

"Fast ein Viertel der Beschäftigten gehört dem Niedriglohnsektor an - durch Leiharbeit, befristete Arbeitsverhältnisse oder auf 450-Euro-Basis. Immer mehr Arbeitnehmer leiden unter schlechten Arbeitsbedingungen und Stress", weiß der Ortskartellvorsitzende.

Vielen drohe nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben die Altersarmut. Die Kluft zwischen Arm und Reich wachse. "Zockermentalitiät, Raffgier und Steuerhinterziehung haben mit Anstand und Moral - ob bei einem ehrlichen Fußballmanager oder auch bei CSU-Landtagsabgeordneten - überhaupt nichts zu tun", stellte Walberer klar.

Auch Europas Krise sei noch längst nicht ausgestanden. Kürzen und Sparen treffe nicht den Krisenverursacher an den Finanzmärkten, sondern die Krisenopfer: Beschäftigte, Erwerbslose, Rentner sowie vor allem auch die junge Generation.

Rente, die zum Leben reicht

"Die Gewerkschaften wollen für alle Menschen gute Arbeit, ein sicheres Einkommen und ein Leben in Würde", machte der Redner deutlich. Sie forderten deshalb die Stärkung der Rechte von Beschäftigten in der Mitbestimmung und der Tarifautonomie, gute Arbeit statt perspektivloser Jobs, einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro und gleiches Geld für gleiche Arbeit in der Leiharbeit.

Weitere Forderungen seien eine Rente, die zum Leben reicht, und ein Aussetzen der Rente mit 67. Außerdem sollte endlich Schluss sein mit der Diskriminierung von Frauen, auch in der Bezahlung. Geben sollte es jedoch ein Investitions- und Konjunkturprogramm für ein sozial gerechtes Europa sowie eine solide Finanzierung, beispielsweise von Bildungsinvestitionen.

"Geschichte verpflichtet"

Walberer erinnerte schließlich an den 2. Mai 1933. An diesem Tag wurde die freie deutsche Gewerkschaftsbewegung von den Nationalsozialisten zerschlagen. Gewerkschafter wurden verhaftet, verschleppt, gefoltert und ermordet. "Unsere Geschichte verpflichtet uns zum Handeln gegen Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz", betonte der Vorsitzende des Ortskartells. Nach 16 Jahren verabschiedete er sich wegen Zeitmangels aus dieser Position.

"Der 1. Mai ist ein ganz wichtiger Tag", sagte zweiter Bürgermeister Udo Greim. Er bedankte sich im Namen der Stadt für die gute Arbeit, die in Grafenwöhr von der Gewerkschaft geleistet werde.
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