13.06.2013 - 00:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Eschenbacher Künstlerin Füsun Püschl-Canay präsentiert bis Mitte Juli ihre Werke 43 Stationen im Heimatmuseum

43 Werke hat Füsun Püschl-Canay ausgewählt. Die Gemälde der mehrfach ausgezeichneten Künstlerin bilden zusammen die Schau-Stationen, die bis Mitte Juli im Kultur- und Militärmuseum zu sehen sind. Heimatvereinsvorsitzender Wilhelm Buchfelder war es vorbehalten, die Schau zu eröffnen.

Augen auf! Im Kastenhaus lohnt sich das derzeit, denn Füsun Püschl-Canay stellt dort 43 Werke wie dieses aus.
von Autor MBIProfil

Emotional und nachdenklich stimmend, dabei den Fokus meist auf das weibliche gerichtet. So präsentiert sich der Großteil der Werke der Sonderausstellung. Diese wird wohl auf längere Zeit die letzte in den Räumen des Kastenhauses sein.

Stolzer Vorsitzender

Buchfelder sagte, er sei stolz, Werke einer international prämierten Künstlerin präsentieren zu dürfen. In den Mittelpunkt seines Grußwortes stellte er den Titel der Ausstellung. Beim Begriff Station denke man an Stand oder Standort. In der Archäologie verweise der Begriff auf "lokale Fundstellen". Solche lokalen Fundstellen oder Standorte hätten die Künstlerin angesprochen und zu ihren Werken inspiriert. Diese Eindrücke findet der Betrachter in den Gemälden, Bleistiftzeichungen und Drucken wieder.

Als Vertreter der Stadt begrüßte zweiter Bürgermeister Udo Greim die Anwesenden. Er zog einen Vergleich zwischen dem Leben und einer Bahnstrecke. Bei beiden lägen zahlreiche Stationen auf dem Weg. An manchen werde angehalten, etwas erledigt, Trauriges oder Schönes aufgenommen, an anderen fahre man acht- oder rastlos vorbei. Die Haltepunkte spiegeln die Erlebnisse des Lebens wieder. Püschl-Canay sei es gelungen, diese Ereignisse auf Leinwand oder Papier festzuhalten.
Karl-Heinz Keck, der Vorsitzende des Heimatvereins Eschenbach, ging dann auf das Leben der Künstlerin ein. Diese stamme aus Istanbul, einer Metropole mit reicher Geschichte und Kultur, einer Stadt, die Vitalität und Melancholie einzigartig verbinde. Püschl-Canay habe sehr erfolgreich Porträts gestaltet. Sie male Menschen in ihrem Alltag, male Familiäres, male gewohnte Umgebung, male sich selbst. Ihr Schritt, die Heimat zu verlassen und die Kälte der neuen Umgebung sprechen aus ihren Bildern. In ihrer Wahlheimat Eschenbach sei sie oft allein mit ihren Bildern. Sie male dann ihr Innenleben, was ihr nah und vertraut ist: Kind, Katze, Interieur, den Blick aus dem Fenster. Seit 1996 ist sie Dozentin einer Gemeinschaft Kunstinteressierter, die als Donnerstagsmaler schon mehrere Ausstellungen organisiert haben.

In Püschl-Canays Werken tauchen Erinnerungen, Symbole ihrer Herkunft, Mystisches aus der Antike auf. Dass die Künstlerin keine Berührungsängste hat, habe sie 2012 mit "Christus am Kreuz" in Metall als Feldkreuz bewiesen. Als Studie finde sich das Werk auch in der Schau.

Eine Bereicherung

Stationen eines Lebens sind die Stationen einer Künstlerin, die durch ihr Wirken eine große Bereicherung für die Kulturszene der Region darstelle. Manchmal möchte sie davon fliegen, wie die Tauben, die das türkische Symbol der Ferne darstellen, doch mit einem Augenzwinkern meinte Keck: "Wir lassen dich nicht ziehen, Füsun, nur zu weiteren künstlerischen Höhenflügen." Die Vernissage umrahmte die zwölfjährige Geigenspielerin Hannah Specht. Ihre Mutter Gerda begleitete sie auf der Zither. (Hintergrund)

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