14.08.2014 - 00:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Glück für die Annaberg-Kirche: kein Schaden - Morscher Baum mit Doppelstamm nicht zu retten Sturm legt 38 Meter hohe Linde um

Alexander Eismann ist "sturmerprobt". Will heißen, der Stadtgärtnermeister ist schon einiges gewohnt. Doch, was er jetzt auf dem Annaberg vorfand, erstaunte selbst ihn. "Den hout er sauber herglegt, des mou a gscheiter Kracherer gwen saa", befand er über den mächtigen Lindenbaum, der unmittelbar neben der Annabergkirche lag.

Stadtgärtnermeister Alexander Eismann langt ins Innere des Baumes und befindet: "Alles Moud." Der rund einen Meter dicke Stamm war völlig morsch. Bilder: az (2)
von Autor AZProfil

Ein ziemlicher Sturm muss in der Nacht von Sonntag auf Montag über Grafenwöhr hinweggefegt sein. Aber so ist das. Etliche Bürger - wohl gute Schläfer - bemerkten nichts davon, wunderten sich nur am Morgen über das viele Geäst auf Straßen und Gehsteigen. Glücklicherweise, so Alexander Eismann, sei der Wind von der "richtigen Seite" gekommen. "Sunst höit da Pfoarer a neis Dooch fia sei Kiachn braucht!"

Seine Augenscheinnahme führte zum schnellen Ergebnis: Von der Linde mit zwei zusamengewachsenen Stämmen war die eine Hälfte auf die Erde gekracht, die andere dadurch so geschwächt, dass auch sie nicht mehr zu retten war. Der Sturm hatte wohl deshalb ein relativ leichtes Spiel, weil der riesige Stamm von unten her total morsch ist. Eismann langte in das braune Innere um festzustellen: "Alles Moud"! Das Holz, nur noch modrige Masse!

Zwischen 35 und 40 Meter schätzte er den Baum. Gut geschätzt, denn als er mit der Hebebühne des Spezialfahrzeuges hochfuhr und nachmaß, rief er nach unten: "Genau 38 Meter!" Das Alter der Linde konnte er auch nur schätzen - und zwar auf 120 bis 150 Jahre. Genaues würden die Jahresringe nach der Fällaktion zeigen.

Und diese wurde von Eismann und seinen Mitarbeitern mit äußerster Akribie ausgeführt. So sägte der Stadtgärtnermeister mit der Motorsäge zunächst die wuchtigen Äste von unten nach oben weg, um darauf hin den kahlen Stamm stückweise von oben nach unten zu Fall zu bringen. Alles wegen der Sicherheit, wie er sagte: Ganz allgemein und auch im Hinblick darauf, dass die altehrwürdige Annabergkirche keinen Schaden nimmt.

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