29.03.2014 - 00:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Informationsveranstaltung der Feuerwehr zur Melderpflicht - Elektronische Lebensretter Rauch gefährdet die Gesundheit

Die Gefahr lauert im Schlaf. Die Feuerwehr informierte über die gesetzlichen Verordnungen zur Rauchmelderpflicht in Neubauten. Mit statistischen Zahlen belegten die Verantwortlichen die Wichtigkeit der Installation. Anhand eines Rauchhauses unterstützten sie ihre Ausführungen anschaulich.

Wie ist ein Rauchmelder aufgebaut? Wo sollte er im Haus angebracht sein? Diese Fragen beantworteten die Vertreter der Feuerwehr mit Hilfe eines Rauchhauses. Bild: xri
von Autor XRIProfil

"Rauchmelder retten Leben": Dies stellten etwa 30 interessierte Bürger bei einer Informationsveranstaltung fest. Kommandant Hans Pappenberger, zweiter Kommandant Alexander Richter sowie Zugführer Marco Arnold erläuterten die gesetzlichen Vorgaben, Rauchmelderarten sowie den Brandschutz zu Hause. Der Einbau von Rauchwarnmeldern in Bayern ist seit dem 1. Januar 2013 in Neu- und Umbauten gesetzlich verpflichtend. Für die Nachrüstung bestehender Wohnungen läuft eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2017. Diese Pflicht gilt für alle Schlafräume, Kinderzimmer und Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen. Neben der gesetzlichen Pflicht führten die Floriansjünger zahlreiche Gründe auf, die für eine sofortige Ausstattung mit den elektronischen Lebensrettern sprechen.

Rund 400 Menschen sterben jährlich in Deutschland bei Bränden. Ursache für die etwa 200 000 Brände im Jahr ist aber im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht nur Fahrlässigkeit. Sehr oft lösen technische Defekte Brände aus. Vor allem nachts werden Brände zur tödlichen Gefahr, wenn alle schlafen. Im Schlaf riecht der Mensch nichts - tödlich ist bei einem Brandfall nicht das Feuer, sondern der hochgiftige Brandrauch. Bereits eine Lungenfüllung mit Brandrauch kann tödlich sein. Ein Rauchmelder ist hier der beste Eigenschutz in der Wohnung. Dies betonten die Führungskräfte der Wehr mehrfach. Anhand einer Grafik legte die Wehr erstaunliche Zahlen vor.
Weltweite Studien zeigen, dass zum Beispiel in Schweden gute Erfolge mit der Ausstattung der Wohnungen mit Rauchmeldern erzielt wurden. Dort sind 70 Prozent aller Haushalte mit Rauchmeldern ausgestattet. Durch dies wurde die Anzahl der Brandtoten um 50 Prozent reduziert. Die Besucher zeigten sich überrascht, wie schnell aus einem kleinen Feuer ein Zimmervollbrand wird. Gerade mal eine kurze Zeitspanne von zwei bis vier Minuten ist dafür nötig.

Ferner gingen die Verantwortlichen auf Rauchmelder ein. So müssen diese Detektoren einer DIN-Norm entsprechen. Zur besseren Verbraucherinformation gibt es seit 2012 das "Q", ein unabhängiges Qualitätszeichen, das für Rauchmelder mit erweiterter Qualitätsprüfung steht. Hier sind Leistungsmerkmale wie eine geprüfte Langlebigkeit, eine erhöhte Stabilität oder eine fest eingebaute Batterie mit einer Lebensdauer von mindestens zehn Jahren gefordert. "Lieber zu einem qualifizierten Händler im Ort gehen, als Billigware aus dem Internet oder aus dem Ausland kaufen", war eine Empfehlung von Alexander Richter.
Anhand eines Rauchhauses, das die Feuerwehr Kaltenbrunn zur Verfügung stellte, simulierte Zugführer Marco Arnold einen Brand in einem Wohnhaus. Hierbei zeigte sich, das gerade bei Einfamilienhäusern neben den Pflichtforderungen in allen Schlafräumen und Kinderzimmern, auch Rauchmelder im Kellergeschoss, Wohn- und sonstigen Zimmern sowie dem Dachgeschoss sinnvoll sind. Mit Broschüren informierten sich die Gäste weiter.

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