28.08.2014 - 00:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Kindertagesstätte St. Theresia beim Kunstwettbewerb ganz vorne mit dabei Engel "Rufus" bringt Hauptpreis

Martina Müller ist echt stolz. Sie findet es klasse, wie sich die Kinder der "Sonnengruppe" am Kunstwettbewerb mit einem Projekt engagiert haben, mit welcher Besonnenheit, Intensität und Kreativität sie vorgingen. Seitenweise, so die Leiterin der Kindertagesstätte St. Theresia, ließe sich darüber berichten.

Die "Schlauen Füchse" mit ihrem Hauptpreis für die gelungene Engels-Skulptur aus Pappmaché. Sie erhielten außerdem jeweils eine Plakette mit der Aufschrift: "Wir waren dabei". Mit auf dem Bild (von links) Erzieherin Ingrid Grüner, Monika Dobmann, Pia Theresia Franke und Ricarda Mursch. Bild: az
von Autor AZProfil

Die Überraschung war riesig, als die Grafenwöhrer Einrichtung bei dem bayernweiten Wettbewerb einen der drei gleichwertig dotierten Hauptpreise gewann, nämlich einen Büchergutschein über 150 Euro. Wobei der eigentlich wahre Gewinn nicht das Preisgeld an sich, sondern das Gemeinschaftswerk gewesen sei, wie Müller betont.

Die Vorschulkinder "Schlaue Füchse" beteiligten sich an dem vom Landesverband Bayerischer Kindertageseinrichtungen e.V. ausgeschriebenen Kunstwettbewerb, "Engel begleiten uns auf unserem Weg". Ein "himmlisches Thema" sozusagen, an das sie sich heranwagten, und bei dem letztlich der Engel "Rufus" entstand.

Die Beschäftigung mit dem Thema spielte sich bereits vor Monaten ab. Jetzt kam Besuch aus München zur Preisübergabe. Sichtlich gespannt wurden die Gäste denn auch erwartet. Pia Theresia Franke, Geschäftsführerin des Verbandes, und Fachreferentin Ricarda Mursch wurden mit einem herzlichen "Hallo" begrüßt, ehe sie sich mit auf die kleinen Stühle im Kreis setzten.

Die "Schlauen Füchse" haben ihren Namen nicht umsonst, denn sie löcherten die Damen sofort mit allerlei Fragen rund um die Preisvergabe; etwa, warum gerade sie zum Zuge kamen, wie die Jury besetzt war und vieles mehr. Umgekehrt wollten auch die Damen einiges hinterfragen. So entwickelte sich eine angeregte Diskussion.

So entstand "Rufus"

Wir unterhielten uns vor dem Besuch aus München mit Martina Müller und sie legte die 22 Seiten starke Begleitmappe vor, erarbeitet von den Kindern und in Wort und Bild überaus präzise dokumentiert von den Erzieherinnen Monika Dobmann und Ingrid Grüner. "In diesem mehr als vierwöchigen Gemeinschaftsprojekt haben die Kinder sehr viel gelernt. Hier wurde deutlich, dass im Kindergarten spielerisch fürs Leben gelernt wird, die Kinder sind dabei zusammengewachsen", so ihr Resümee.

Bei der Beschäftigung mit dem Regiebuch konnte man nur staunen. Das Thema "Engel", dieses abstrakte, nicht fassbare Wesen zu konkretisieren" ist schwierig genug. Der ganze Prozess, das Herantasten, die Vorgehensweise bei der Konstruktion - Besprechungen über das richtige Material, Auswahl, Skizzierung, Entwurf, immer wieder Abwägen, demokratische Abstimmung, Form- und Farbgebung - bis der Engel "Rufus" Gestalt annahm.

Über 400 Kinder

Die Note "Eins" der Jury aus München für die Engelsskulptur aus Pappmaché war echt verdient. Die Macher heißen Maximilian, Carlotta, Katharina, Paul, Leandro und Julian. Elisabeth, Ramon, Lena, Nele und Casandra aus der gleichen "Sonnengruppe" hatten sich entschieden, ihren Engel auf Leinwand zu malen, sozusagen ein Gemälde zu erstellen und zwar in Anlehnung an den eigenwilligen Künstler Friedensreich Hundertwasser. Auch dieses Team hatte das Beste gegeben.

27 Kindergärten in Bayern mit über 400 Kindern hätten am Kunstwettbewerb teilgenommen, beantwortete Pia Theresia Franke die Frage eines Kindes. "Warum haben gerade wir gewonnen?", wollte ein anderes wissen. Auch die Kindergärten in Roding und in Pfarrkirchen (Diözese Passau) hätten erste Preise gewonnen, erklärte Franke, "weil die Entscheidung so schwer fiel. Für die Auswahl Grafenwöhr war zum einen das tolle Gemeinschaftswerk und zum anderen die präzise Schritt-für-Schritt-Beschreibung ausschlaggebend". Martina Müller wollte hier die "wichtigen Lernprozesse im sozialen Bereich" betont wissen. Das gewachsene Teamgefühl der Kinder stellte Erzieherin Monika Dobmann heraus.

Wieso "Rufus"?

Fachreferentin Ricarda Mursch brachte ihre Bewunderung für die kleinen Künstler so auf den Punkt: "Wir sind fast sprachlos!" Eine Frage hatten die Gäste doch noch. Wieso der ungewöhnliche Name "Rufus" für einen Engel? Das war schnell erklärt: "Er stammt aus einer Geschichte mit einem Hund und der hieß Rufus!" Solch frappierende Kombinationen bringen nur Kinder zustand. Jedenfalls ging der Namensgebung eine "demokratische Abstimmung" voraus.

Neben dem Gutschein wurden die kleinen Künstler für September nach München eingeladen zur Ausstellung "Engel begleiten uns auf unserem Weg". Im interessanten Rahmenprogramm enthalten ist neben einem Essen auch eine "Engel-Andacht". Die "Schlauen Füchse" ihrerseits bedankten sich mit einem eigens vorbereiteten "Engel-Lied", das sie gestenreich darboten. Dafür gab es ebenfalls Applaus.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.