Monsignore Karl Wohlgut erzählt beim Seniorennachmittag über Osterbräuche und eigene Erlebnisse
Die Katze saß im Osternest

Monsignore Karl Wohlgut erzählte beim Seniorennachmittag im Jugendheim einiges über Osterbräuche. Auch der Spaß kam bei seiner Erzählkunst nicht zu kurz. Bild: rgr
Lokales
Grafenwöhr
20.04.2013
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Auf "schlüpfrige Worte oder Obszönes" sollte man lieber verzichten. Aber die Gottesdienstbesucher sollten Freude empfinden und mit einem Lächeln die Kirche an Ostern verlassen. "Der Brauch des Osterlachens ist schon 200 Jahre alt und wird mittlerweile wieder gepflegt", erklärte Monsignore Karl Wohlgut beim Seniorennachmittag im Jugendheim.

Nach dem "Osterkaffee", der ja auch ein Brauch beziehungsweise eine Einladung des Katholischen Frauenbundes an die Senioren ist, standen einige Osterbräuche auf dem Programm. Pfarrer Wohlgut erkärte den interessierten Zuhörern, was es damit auf sich hat.

In Regensburg, wo er lange Jahre wirkte, gab es keine Osterbräuche. Der Geistliche erinnerte an diesem Nachmittag auch an den verstorbenen Professor Dr. Hermann Kirchhoff, der lange in Hütten lebte und über die Osterbräuche ein Buch geschrieben hatte.

"Eines der größten Güter der Menschheit ist das Osterfeuer. Jahwe erscheint Moses im brennenden Dornbusch. Die Alte Kirche ist nach Osten gerichtet - der aufgehenden Sonne entgegen. Das "Lumen Christi", das in der Osternacht geweiht wird, heißt Jesus Christus. Mit geweihtem Osterfeuer wurde früher auch das Herdfeuer entzündet. Die Osterkerze ist Mittelpunkt der Osternachtsfeier", so der Pfarrer. Ein Brauchtum sei es auch, das Osterlicht auf die Gräber unserer Toten zu stellen.

Jesus, das Lamm

Das Osterlamm ist im Alten Testament ein bevorzugtes Opfertier. Im Neuen Testament wird Christus als Lamm Gottes bezeichnet. Ein gebackenes Osterlamm wird ins Osternest gestellt.

Zur Freude der Senioren erzählte Wohlgut eine Anekdote aus seiner Kindheit, als eine Katze sich über sein Osternest beziehungsweise das gebackene Osterlamm hergemacht hatte. "Die österliche Speisenweihe war immer die am besten besuchte Frühmesse", weiß der Ruhestandspfarrer.

Ein uraltes Fruchtbarkeitssymbol stellt das Osterei dar. "Antlasseier" sind Eier, die am Gründonnerstag gelegt wurden. Gefärbte Ostereier gibt es schon seit 800 Jahren und den Osterhasen seit 400 Jahren im Elsaß; aber woher weiß man nicht recht. Mit dem Osterwasser entwickelte sich im Lauf der Jahrzehnte auch das Brauchtum mit dem Schmücken von Osterbrunnen.

Abschließend bedankte sich Johanna Wohlmann bei Monsignore Karl Wohlgut im Namen der Senioren und überreichte ein Geschenk.
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