Neue Metal-Fahne dreht sich auf dem Wasserturm
Kanone im Wind

100 Jahre thronte die alte Kanonen-Silhouette auf dem 43 Meter hohen Wasserturm, bevor sie abbrach und herunterstürzte. Jetzt wurde eine originalgetreue neue Kopie installiert. Peter Nittmann von der US-Bauverwaltung kam zur Endabnahme der neuen Silhouette bis aufs oberte Podest des Spezialgerüsts. Auch der Fotograf musste hoch nhnaus. Er schoss dieses Bild vom Giebel des benachbarten Turms aus auf dem das Dreh-Anflugfeuer für den US-Flugplatz installiert ist. Bild: mor
Lokales
Grafenwöhr
02.05.2013
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Die Windfahne in Form der Kanonen-Silhouette thront wieder auf dem Wasserturm. Eine Spezialfirma aus Schneeberg im Erzgebirge ersetzte die alte Turmverzierung, die vor einem Jahr herunter gefallen war. Exakt 100 Jahre hatte diese "Krönung" des Grafenwöhrer Wahrzeichens gehalten.

Die Jahreszahl 1912 war auf dem Drehlager der alten Windfahne zu lesen, berichtet Sören Triebel, der Juniorchef der Bauklempnerei aus Schneeberg. Seine Firma hat eine originalgetreue Kopie der alten Windfahne angefertigt. Nur wenigen Beschäftigten im Lager war es aufgefallen, als vor zirka einem Jahr ein Windstoß dieses Schmuckstück umgedrückt hatte. Die Kanonen-Silhouette stürzte vom Turm.

Bombardierung überstanden

1909 wurde mit dem Bau des Wasserturms begonnen. Die Firma Weiß aus Weiden errichtete den Turm, der auch noch heute mit seinem 450 Kubikmeter Wasserbehälter für den Leitungsdruck im Lager sorgt. Schnell wurde der 43,5 Meter hohe Fachwerkbau mit seinen Erkern und der aufgesetzten Kanonen-Silhouette zum Wahrzeichen des Truppenübungsplatzes und der Stadt. Wie durch ein Wunder überstand er unbeschädigt gemeinsam mit dem Forsthaus die Bombardierung im April 1945, obwohl rund um das Gebäudeensemble die Bomben fielen.

Mehrere Male wurde das Wahrzeichen saniert und gestrichen. Einzelne Balken des Dachstuhls wurden ausgewechselt und das Dach neu eingedeckt. Teile des Fachwerks mussten erst 2010 erneuert werden, der Turm erhielt abermals eine neue Farbe. Unberührt bei all den Sanierungen blieb die Windfahne, die bislang keine Anzeichen von Beschädigung aufwies, jedoch genau nach 100 Jahren selbst die Erneuerung einforderte.
Die Bauverwaltung der US-Armee-Garnison Grafenwöhr erteilte den Auftrag zur Erneuerung dem Generalunternehmer Mickan aus Amberg. Der war jetzt beim Aufsetzen der neuen Windfahne durch Bauleiter Jochen Henzler vertreten. Peter Nittmann, Theresia Lang, Alfred Dietl und Elisabeth Dobrich von der US-Bauverwaltung waren mit der Ausschreibung befasst und begleiteten die Arbeit.

Altes Stück ins Museum

Das neue Schmuckstück thront nun wieder auf der Spitze des Grafenwöhrer Wahrzeichens und wird hoffentlich die nächsten 100 Jahre überstehen, hoffen die Beteiligten. Vielen wird die neue Windfahne im Kupfer-Anstrich sicher erst jetzt auffallen. Die alte "Kanone" soll ihren dauerhaften Platz im Militärmuseum des Heimatvereins finden, wo auch ein Modell des Wasserturms steht.
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