13.07.2012 - 00:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Oberst James E. Saenz startet Naturschutzprojekt der US-Armee mit verschiedenen Obstbaumsorten Hopfenohe blüht wieder auf

"Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen, aber sie muss bewahrt werden. Die US-Armee bemüht sich um den Erhalt von Natur- und Kulturgütern", sagte Oberst James E. Saenz. Der Kommandeur der US-Armee-Garnison belässt es aber nicht bei Worten, wie er mit einem neuen Projekt in der ehemaligen Ortschaft Hopfenohe zeigt.

Dr. Peter Fleischmann und der Leiter der US-Umweltabteilung, Manfred Rieck (von links), stellten den Gästen das Projekt in der ehemaligen Ortschaft Hopfenohe vor. Im Hintergrund der 2005 gesicherte Turm der Kirchenruine. Bild: mor
von Autor MORProfil

Die Nachkommen ehemaliger Bewohner des Ortes, Bürgermeister der Randgemeinden sowie Vertreter des Bundesforstes, der Bundeswehr und weiterer Behörden hieß Oberst Saenz in der Wüstung Hopfenohe direkt an der europäischen Wasserscheide mitten im Übungsplatz willkommen. Manfred Rieck, Leiter der Umweltschutzabteilung, betonte, dass es bei der US-Armee, unabhängig von lokalen und gesetzlichen Vorschriften, eine Selbstverpflichtung zum Schutz von Natur- und Kulturgütern gebe. Jeder US-Militär-Standort in Europa habe einen Denkmalschutzbeauftragten. In Grafenwöhr sei dies Stefan Härtl.

Mit 40 000 Dollar aus Umweltschutzgeldern wurde das Projekt Hopfenohe umgesetzt. Mitarbeiter Dr. Peter Fleischmann stellte die anfängliche Erweiterung der Streuobstwiese vor. Sie wurde zur spannenden Reise in die Vergangenheit.

Naturschutzprojekte haben die Aufgabe, Gesetze und Bestimmungen einzuhalten sowie Natur- und Kulturgüter zu respektieren, und das bei einen realistischen, militärischen Übungsbetrieb aufrecht zu erhalten. Bereits ab 2001 wurden im Übungsplatz zahlreiche Obstbaumsorten kartiert, es wurden Reiser abgenommen und auf einer Obstwiese im Hauptlager Grafenwöhr aufgepflanzt.
Langer Grüner Gluderling, Rostiger Streifenapfel, Graue Herbstbutterbirne und andere zählen dazu. Seit der Absiedlung der Bewohner aus den Übungsplatzdörfern um 1938 erhielten die Obstbäume keine Pflege mehr. Dr. Fleischmann blendete auf die damalige Bedeutung von Streuobstwiesen hin. Neben der wohlschmeckenden Ernte von Äpfeln, Birnen und anderen Früchten wurde die Streu der Bäume im Stall verwendet.

Bierkeller entdeckt

Beim Graben der Pflanzlöcher für das Obstbaumprojekt stieß man dabei auf Mauerreste. Im Vergleich alter Flurkarten stellte sich heraus, dass es sich um das Anwesen Nummer 7, das Gasthaus "Zum Schweden", handelte. Peter Fleischmann erläuterte die Geschichte des Hauses, die sich bis 1762 zurückverfolgen lässt. Hans Jürgen Kugler, Autor des Buches "Geschichte einer Pfarrgemeinde" war bei den Recherchen behilflich. Letzter Besitzer war die Familie Kohl, deren Nachkommen auch bei der Feier in Hopfenohe dabei waren. Der Vater von Josef Kohl sowie die Mutter von Veronika Gredler und Heinrich Fick wurden im Anwesen Kohl in Hopfenohe geboren.

Mauern gesichert

Gemeinsam begaben sich Cousin und Cousinen mit den Gästen auf Spurensuche und fanden spontan den Bierkeller des Anwesens. Im Zuge der Arbeiten wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesforst und dem Denkmalschutz eine Mauer freigelegt und gesichert. Tafeln in deutscher und englischer Sprache informieren über die Dorf- und Hausgeschichte und geben Erläuterungen zu den alten Obstsorten.

Gemeinsam durchschnitten Veronika Gredler und Oberst Saenz das Band zur offiziellen Projekteröffnung, das im Zusammenhang "Mensch - Kultur - Natur" zu sehen ist. Bereits 2005 investierte die US-Armee eine erhebliche Summe in den Erhalt der alten Kirchenruine. Hopfenohe selbst ist mit seiner über 1000-jährigen Geschichte eine der ältesten Siedlungen in der Gegend, die aus einem alten Rittergut hervorging.

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