17.12.2017 - 22:04 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Abschied von der US-Armee und von Europa [Video]: General Hodges lobt moralische Autorität Deutschlands

Wiesbaden. Mit einer politischen Liebeserklärung an Deutschland hat sich der Oberkommandierende des US-Heeres in Europa, Generalleutnant. Frederick "Ben" Hodges, von Wiesbaden verabschiedet. Der 59-jährige lobte Deutschland als "unverzichtbaren Verbündeten". Ohne die deutsche Unterstützung können die USA weder in Europa noch in Afrika oder im Nahen Osten effektiv agieren.

Der scheidende Generalleutnant Frederick "Ben" Hodges (links) bei der Pressekonferenz. Neben ihm Generalmajor Timothy McGuire, sein Stellvertreter und Nachfolger. Bild: Staff Sergeant Tamika Dillard/US-Armee
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die Marke Deutschland bedeute etwas in der Welt, sagte er vor Journalisten in der US-Garnison Wiesbaden am Freitag. Damit wollte der General aber nicht nur die Wirtschaftskraft verstanden wissen, sondern verwies auf das Gesundheitssystem, den Umweltschutz und die Wertschätzung der individuelle Menschenrechte sowie den Schutz der Privatsphäre. "Deutschland hat eine moralische Autorität rund um die Welt", sagte Hodges. Ein sehr politische Aussage, vor dem Hintergrund des derzeitigen US-Präsidenten.

Appell an deutsche Politik

Doch der General wäre nicht er selbst, wenn er dieses Lob für Deutschland nicht mit einem eindringlichen Appell verbinden würde, die Bundesrepublik möge doch bitte der Verantwortung gerecht werden. Diese Liebe beruhte nicht immer auf Gegenseitigkeit. In den drei Jahren, in denen Hodges das US-Heer in Europa führte knirschte es häufiger zwischen ihm und Berlin.

Hodges spricht sicherheitspolitische Defizite für einen Militär ungewöhnlich offen an. Zuletzt schreckte der Offizier auch nicht davor zurück, die eigene Regierung zu ermahnen, als er beklagte, dass so viele Posten von amerikanischen Botschaftern in Europa noch immer unbesetzt seien. Der General hatte seinen Posten im November 2014 angetreten, wenige Monate nach der russischen Annexion der Krim. In seiner Verantwortung lag die Organisation der US-Reaktion. So sandte er regelmäßig Teile des 2. US-Kavallerieregiments aus Vilseck (Kreis Sulzbach-Rosenberg) nach Osteuropa. Die bürokratischen Hindernisse, die die Soldaten dabei überwinden mussten, veranlassten Hodges ein Militärschengen zu fordern. Inzwischen suchen Nato und Europäische Union nach Lösungen.

Künftig bei CEPA in Washington

Ursprünglich hätte Generalleutnant Hodges schon Anfang September sein Kommando abgeben sollen. Wie US-Medien berichteten läuft gegen seinen designierten Nachfolger eine Untersuchung. Deshalb übernimmt sein bisheriger Stellvertreter, Generalmajor Timothy McGuire, kommissarisch das Kommando.

Hodges scheidet nach 37 Jahren aus der Armee aus. Er wechselt nach Washington. Dort übernimmt er den neu geschaffenen "Pershing Chair in Strategic Studies" bei CEPA (Zentrum für europäische Politikanalyse). Auch dort dürfte er ein Lobbyist für die amerikanische-europäische Partnerschaft und in diesem Sinne unbequemer Mahner bleiben.

 

 

Kommentare

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Hubert Senf

1zu1 identischer Re-Post, da im Mai 2018 alle Kommentare (wohl aufgrund DSGVO) gelöscht wurden.

Nahezu jeden Satz könnte man dechiffrieren und zerpflücken, daher hier nur einige Beispiele:
„…nach der russischen „Annexion“ der Krim.“ > Hier kann und sollte man mal selbst recherchieren unter Verwendung von „Der Russe ist Schuld“.
„Die bürokratischen Hindernisse, die die Soldaten dabei überwinden mussten, veranlassten Hodges ein Militärschengen zu fordern.“
> Ausgerechnet hier ist die Bürokratie doch einmal gut! Warum sollten sich die USA in Europa militärisch frei bewegen können!? Hier trifft das Stichwort „Varsalle“ wieder zu.
„Der 59-jährige lobte Deutschland als "unverzichtbaren Verbündeten“
>Was meint der General hierbei? Tatsache ist, dass der seit Jahren anhaltende Drohenkrieg der USA ohne die Relaistation Ramstein nicht möglich wäre. Man könnte aber ehrlich weise von benutzen oder brauchen sprechen den von einer Bündnispartnerschaft.
„Ohne die deutsche Unterstützung können die USA weder in Europa noch in Afrika oder im Nahen Osten effektiv agieren.“
>Stimmt, denn Amerika ist ja ziemlich weit weg, und in Deutschland kann man entspannt und ohne Gegenwehr mehr als 400 militärische Fahrzeuge und enorme Mengen an Munition in Bremerhafen enthalten und an die polnische bringen, wie dies aktuell der Fall ist.
Aber spätestens bei dem Lob „moralische Autorität Deutschlands“ musste ich den Kopf energisch schütteln! Dass Deutschland weder Autorität, noch Souveränität gegenüber den Entscheidungen der USA besitzt zeigen viele Beispiele:
- wie der NSA Skandal „Ausspähen unter Freunden geht gar nicht“ war die härteste Gangart. Mehr dazu im netz
oder wie das syrische Blut, dass auch an Deutschen Händen klebt für den US-Krieg in Syrien

02.06.2018