Bauausschusssitzung Grafenwöhr
Gefährliche Brocken

Anstelle von Sicherungsnetzen sollen die Fugen des Sandstein-Geotops an der Pressather Straße mit Spezialbeton ausgegossen und damit der Abbruch von Felsbrocken verhindert werden. Bild: do
Politik
Grafenwöhr
08.12.2016
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Eine Küstenrandzone in Grafenwöhr? Ein bisschen Strandsaum eines einstigen Muschelkalkmeeres besteht immer noch. Nur ist der leider versteinert und bereitet der Stadt erhebliche Sorgen.

Nach Millionen von Jahren ist es das Überbleibsel des Urmeers, mit dem sich der Bauausschuss beschäftigen muss. Felsbrocken lösen sich aus der Sandsteinwand in der Pressather Straße als Relikt des frühen Erdmittelalters und stürzen auf Fahrbahn und Gehweg. Eine permanente Verkehrsgefährdung, stellte Bürgermeister Edgar Knobloch fest.

"Schön ausschauen bringt halt nichts", ergänzte Stadtrat Thomas Schopf. Sicherheit gehe vor. Schon vor sechs Jahren und 2013 glaubte der Bauausschuss, eine Lösung gefunden zu haben. Favorisiert wurde eine Netzsicherung der Felswand. Doch diese Maßnahme sei keine Dauerlösung und noch dazu viel zu teuer, befanden nun Bürgermeister und Stadtbaumeister. Ein neuer Sicherungsvorschlag sieht ein Ausgießen der Gefahrenstellen mit Beton vor. "Die Stabilität der Felswand steht nicht in Frage", betonte Knobloch und verwies auf die Einschätzung eines Geologen. Ein neues Sicherungsangebot beinhaltet das Ausbetonieren der Fugen. Die Kostenschätzung liegt bei circa 7000 bis 8000 Euro.

Im Zusammenhang mit der Debatte um die Sicherheit der Felsformation verwiesen Sitzungsteilnehmer auf Bauschuttablagerungen im Umfeld des Terrains. Das Stadtbauamt wird den Hinweisen nachgehen. Einstimmigkeit herrschte zum Vorschlag des Rathauschefs, den Altbeschluss mit der Vorgabe einer Netzsicherung aufzuheben und stattdessen das Gesteinspaket im Einvernehmen mit der Unteren Naturschutzbehörde mit Fugenarmierungen zu sichern. Auch eine ehemalige Küstenrandzone braucht Pflege.

Sanierung der StraßenbeleuchtungWaren es 2012 sanierte Lichtpunkte, kamen 2013 weitere 426 LED-Leuchten hinzu. Diese schrittweise Umstellung der Straßenbeleuchtung auf Leuchtdioden, kurz LED, macht sich nicht nur in einer positiven Energiebilanz bemerkbar. Auch die Kasse stimmt. Stephanie Zinn, Bautechnikerin im Stadtbauamt, berichtete dem Bauausschuss am Beispiel der Siedlung Ochsenhut von erheblichen Einsparungen nach der Umrüstung der Straßenleuchten auf LED. Am Beispiel der Vergleichszahlen vor der Umrüstung im Jahr 2011 und 2015 errechnete sie einen Rückgang des Stromverbrauchs von 51 000 auf 17 000 Kilowatt-Stunden. Damit verbunden ermittelte Zinn eine Kostenbilanz von 3600 Euro im Jahr 2015. Im Jahr 2011 hatten die Stromkosten für die Straßenbeleuchtung in der Ochsenhut noch 10 500 Euro betragen.

Zu einer ähnlich positiven Bewertung kam die Bautechnikerin für das gesamte Stadtgebiet. Seit dem Beginn der Umrüstungsaktion auf Energiesparleuchten ab März 2013 habe die Stadt einen Verbrauchsrückgang von 429 000 Kilowatt auf 177 000 KW 2015 zu verzeichnen. An Stromkosten seien im Vergleich zu 2012 (107 000 Euro) im Jahr 2015 nur noch 53 000 Euro angefallen. Auf der Grundlage der Gesamtinvestition in Höhe von 306 000 Euro 2012 für 450 LED-Leuchten rechnet Zinn mit einer Amortisation der Kosten bis zum Jahr 2020. Die Umbaukosten wurden auch mit Bundesmitteln gefördert. Weitere Umrüstungsschritte sind geplant. So erfolge zum Beispiel kontinuierlich eine LED-Nachrüstung bei defekten Straßenleuchten. Auch Ergänzungen gehören zum Gesamtkonzept. Der Bürgermeister verwies auf die erst kürzlich fertiggestellte Ausleuchtung des Geh- und Radweges in Hütten. Das gesamte Straßenbeleuchtungsnetz der Stadt umfasst 1590 Lampen.

Mit einer Wortmeldung von Josef Neubauer endete der öffentliche Teil der Sitzung im Floriansstüberl der Feuerwehr. Er kritisierte die sich hinziehende Sanierung des Brückengeländers am Werkskanal. "Entwarnung" kam vom Stadtbaumeister. Hans Rettinger versicherte: "Das Geländer ist in Produktion, noch vor Weihnachten wird es angebracht". (do)
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