22.01.2018 - 19:32 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Behördenvertreter und Interessengruppen diskutieren Baumaßnahmen der US-Armee Wald muss weichen

Die US-Armee plant den Bau zweier Einrichtungen, um das Training der Soldaten zu verbessern und die zum Training benötigten Geräte fachgerecht zu lagern und zu warten. Auftragsvolumen: 50 Millionen Euro. Bei einem solchen Großprojekt haben allerdings einige Behörden und Interessengruppen ein Wörtchen mitzureden.

Viel Sachverstand hatte sich am Sportpark zu einem Erörterungstermin getroffen
von Stefan NeidlProfil

Insgesamt 13,4 Hektar Wald sollen gerodet werden. So beansprucht der Vehicle Maintenance Shop (VMS) eine Rodung von 9,8 Hektar (Bauvolumen 30 bis 35 Millionen Euro). Das Projekt umfasst den Bau von Lagerhalle, Wartungsgebäude, Werkstatt, Verwaltungsgebäude und eine mobile Tankstelle. Eine große Betonfläche soll zudem als Stellplätze für Fahrzeuge dienen. Der Bau soll Mitte Oktober beginnen.

Vertreter diskutieren

Im Training Support Center (TSC) sollen Übungen vor- und nachbereitet werden, es sieht eine Lagerhalle, ein Trainings- sowie ein Verwaltungsgebäude vor. Die Rodung soll etwa 3,6 Hektar umfassen, die Kosten werden derzeit auf circa 15 Millionen Euro geschätzt, Baubeginn soll bereits Ende Mai sein. Sowohl Bau wie Betrieb werden Einfluss auf die Umwelt haben, eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist erforderlich. Sie umfasst eine Analyse der bereits bestehenden Belastungen sowie die zu erwartenden Immissionen und Maßnahmen zu vermeiden bzw. zu vermindern. Dieser Bericht wurde nun den zu beteiligenden Behörden und Interessengruppen vorgelegt. Diese konnten innerhalb einer Frist Bedenken und Beiträge äußern. Zu einem Erörterungstermin im Grafenwöhrer Sportpark trafen sich die etwa zwei Dutzend Vertreter, um die entdeckten Probleme zu diskutieren. Axel Schulze-Bierbach vom Verfahrensträger Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Nürnberg moderierte die Veranstaltung. Vorhabenträger ist die US-Armee, die von der Landesbaudirektion Bayern des Bundesumweltamtes vertreten wurde. Für diese erläuterte Klaus-Dieter Adelmann die Projekte.

Die Umweltbilanz solle durch den Bau des VMS gesteigert werden, da Truppen nicht ständig eigenes Gerät mitbringen müssten. Zur Entwässerung erklärte er, dass die Immissionsrichtwerte eingehalten würden. Prof. Dr. Alexander Schink von der Kanzlei Redeker aus Bonn erklärte die Zuständigkeiten und die besondere rechtliche Situation des Militärgeländes. Mit seiner Expertise klärte er Unstimmigkeiten der Behördenabgesandten. Die UVP übernahm Landschaftsarchitekt Dr. Hans Michael Schober aus Freising. Er untersuchte Flora und Fauna sowie die Auswirkungen der Bauten auf diese. Da über zehn Hektar abgeholzt werden, sei eine Kompensation an anderer Stelle erforderlich, auch um den Verlust an Lebensraum für den ansässigen Wendehals, die Hohltaube und die Kreuzkröte auszugleichen. Abwässer können in den Schaumbach gelangen, der mit der Creußen und Haidenaab verbunden ist - seine Prüfung ergab aber keine erheblichen Auswirkungen.

Begleitplan erwünscht

Sven Grünert von der bayerischen Forstverwaltung betonte, dass der Landkreis in den vergangenen Jahren viel an Waldfläche verloren hat und deswegen ein gesteigertes Interesse am Erhalt besteht. Da aber 50 Prozent der Fläche wieder kompensiert werden, bestünden keine Einwände. Peter Fleischmann von der Oberen Naturschutzbehörde forderte einen landwirtschaftlichen Begleitplan sowie weitere Feinabstimmungen mit seinem Amt.

Dr. Ulrich Schwarz (Wasserwirtschaftsamt Weiden) verwies aufgrund der Moorböden auf die Notwendigkeit eines Bodenmanagements mit ökologischer Baubegleitung. Jürgen Lukwasser (Landesfischereiverband) stellte umfangreiche Fragen zu belastenden Schwermetallen, Reinigungsmitteln, möglichen Verunreinigungen des Wassers und die Auswirkungen auf die Wasserfauna. Henrika Saik von der Fachberatung Fischerei bemängelte den Artenmangel im Schaumbach. Die Baumaßnahmen dürften eine Wiederansiedlung nicht verschlechtern.

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